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Ab sofort Kurs mit Pflegetipps für Angehörige

Bad Belzig Ab sofort Kurs mit Pflegetipps für Angehörige

Das Klinikum Ernst von Bergmann in Bad Belzig bietet ab sofort in Zusammenarbeit mit der AOK Nord-Ost Pflegekurse für Angehörige an. Darin sollen neben fachlichem Hintergrundwissen auch hilfreiche Tipps und Tricks aufgezeigt werden, die den Alltag der pflegenden Angehörigen erleichtern. Der erste Kurs findet noch im Februar statt.

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So kann es gehen: Jana Humberdros und Gordon Schubert vom Bergmann-Klinikum demonstrieren die richtige Hebetechnik.

Quelle: Danilo Hafer

Bad Belzig. Wie hebe ich meinen pflegebedürftigen Vater richtig aus dem Bett und welche Haltung erleichtert ihm die Nahrungsaufnahme? Das sind nur zwei Fragen, die sich Angehörige von pflegebedürftigen Menschen tagtäglich stellen müssen. Nicht selten sind sie damit überfordert und würden sich professionelle Hilfe wünschen. „Pflege in Familien fördern“, abgekürzt Pfiff, ein Angebot der AOK Nord-Ost und der Klinikgruppe Ernst von Bergmann, möchte genau diesen Menschen unter die Arme greifen. Seit diesem Jahr wird das Projekt auch am Klinikum in Bad Belzig angeboten. Der erste Kurs soll in wenigen Tagen stattfinden.

Der Pflegekurs

Der erste Pflegekurs für Angehörige findet am 21. und 22. Februar, 10 bis 15 Uhr, im Ernst-von-Bergmann-Klinikum Bad Belzig statt. Weitere Termine sind jeweils für Ende Mai, August und November geplant. Für den Kurs im Februar sind noch letzte Plätze frei.

Der Kurs umfasst neben Tipps und Tricks bei der Körperpflege auch Hinweise für eine rückenschonende Arbeitsweise und Wissenswertes zum Thema Demenz.

Das Angebot ist kostenlos. Man kann es unabhängig von der Krankenkassenzugehörigkeit nutzen.

Interessierte melden sich an unter 0151/53832695 oder pfiff@klinikumevb.de

„Pflege in Familien fördern“ richtet sich dabei an Angehörige, die Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt zu Hause pflegen, versorgen und begleiten. Diese sollen durch eine Schulung und Anleitung für die Pflegetätigkeit qualifiziert und in ihrer Lebenssituation unterstützt und gestärkt werden.

„In Bad Belzig werden viele Menschen zu Hause gepflegt, umso wichtiger ist es hier die Angehörigen zu fördern“, sagt Jana Humberdros. Sie leitet das Projekt bereits seit zwei Jahren am EvB-Klinikum in Potsdam. Dort stehen inzwischen drei Mitarbeiter für die Beratung von Angehörigen und die Durchführung der Schulungen zur Verfügung.

Katharina Graffmann-Weschke, Leiterin der AOK-Pflege-Akademie

Katharina Graffmann-Weschke, Leiterin der AOK-Pflege-Akademie

Quelle: Danilo Hafer

Zunächst werden auch die Kurse in Bad Belzig von einer der Potsdamer Mitarbeiterinnen durchgeführt. „Wir haben die Stelle in Bad Belzig jetzt ausgeschrieben und suchen in der Belegschaft die passenden und vor allem auch interessierten Mitarbeiter“, sagt Gordon Schubert, Pflegerischer Leiter am Klinikum Bad Belzig. Eine solche Aufgabe könne man nur mit Herzblut erledigen. Ist ein Mitarbiter gefunden, wird dieser zunächst durch die AOK geschult, bevor er selbst den Angehörigen helfen wird. „Die Pflege zu Hause unterscheidet sich ja doch sehr von der im Krankenhaus“, so Schubert.

Die Kurse sind dann für eine Teilnehmerzahl von zehn Personen ausgelegt. An zwei Tagen lernen Interessierte in jeweils fünf Stunden, worauf es bei der Pflege im heimischen Umfeld ankommt und welche Handgriffe ihnen den Alltag erleichtern können. „Bei den Schulungen in Bad Belzig werden auch Mitarbeiter eines Sanitätshauses dabei sein.

Viel Hintergrundwissen

Dann kann konkret geschaut werden, welche Hilfsmittel zu dem Angehörigen passen“, erklärt Jana Humberdros. Sollen am ersten der beiden Schulungstage vor allem theoretische Fragen erläutert und Hintergrundwissen vermittelt werden, geht es am zweiten Tag um praxisnahe Anwendungsübungen. An einem Pflegebett können die Teilnehmer verschiedene Vorgehensweisen und Handgriffe ausprobieren und den Umgang mit dem Patienten üben.

Neben den ganz konkreten Hilfestellungen, soll bei den Kursen aber auch der Austausch der Betroffenen untereinander eine wichtige Rolle spielen. „Es tut auch in der Pflege gut, zu wissen, dass man nicht alleine ist mit den vielen Herausforderungen“, sagt Katharina Graffmann-Weschke, Leiterin der AOK-Pflege-Akademie.

Drei von vier Pflegebedürftigen leben zu Hause

In Brandenburg würden rund 76 Prozent der pflegebedürftigen Menschen zu Hause versorgt. „Und nur 20 Prozent davon nutzen einen Pflegedienst und auch der ist ja nicht rund um die Uhr vor Ort“, so Graffmann-Weschke. Der Bedarf nach Schulungen für pflegende Angehörige sei also enorm. 24 Krankenhäuser in Brandenburg bieten die Kurse bereits an.

Das Angebot richtet sich dabei aber nicht nur an Menschen die bereits einen Angehörigen pflegen. „Die Schulung kann auch schon belegt werden, wenn absehbar ist dass eine Person bald Pflege benötigt, sie muss auch nicht in einem Krankenhaus untergebracht sein“, erklärt Jana Humberdros. Die Kursen stehen allen offen.

Von Danilo Hafer

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