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Ab sofort gibt es wieder Teltower Rübchen

Beliebte Knolle bei Dichtern und Philosophen Ab sofort gibt es wieder Teltower Rübchen

Feinschmecker können aufatmen: Auch in diesem Jahr gibt es wieder Teltower Rübchen. Beim traditionellen Anstich am Donnerstag verkündete der einzig verbliebene Rübchenbauer Axel Szilleweit, dass er auf jeden Fall zwei bis zweieinhalb Tonnen der schmackhaften Knolle ernten wird. Wenn das Wetter mitmacht, könnte es sogar noch mehr Rüben geben.

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Das Rübchenprinzenpaar Aurelia und Jonas wagte sich mit Bauer Axel Szilleweit aufs Feld. Und siehe da: Die Teltower Rübchen gedeihen prächtig.

Quelle: Stich

Teltow. Das Gemüse der Dichter und Philosophen ist wieder erntereif – am Donnerstag wurde der Start in die Saison des Teltower Rübchens feierlich begangen. Die Honoratioren der Stadt und das Rübchenprinzenpaar Aurelia und Jonas versammelten sich dazu auf dem Acker des einzig verbliebenen Teltower Rübchenbauers Axel Szilleweit am Schenkendorfer Weg. Waren es vor Jahrhunderten vor allem gehobene Kreise rund um Johann Wolfgang von Goethe und Immanuel Kant, die ihre Liebe zu der kleinen, weißen Wurzel dokumentierten, bekennen sich heutzutage immer mehr Menschen zum Genuss der Rübe.

„Wir wollten Teltow sogar einst mit dem Namen ’Rübchenstadt’ schmücken“, so Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) in seiner Rede zum Rübenanstich, „sind davon aber wieder abgekommen.“ Obwohl Teltowkanal und innovative Unternehmen heute das Image der Stadt bestimmen würden, bleibe das Teltower Rübchen „ein zentrales Thema“, so Schmidt. Wichtige Arbeit leiste dabei der „Förderverein für das Teltower Rübchen“, der unter Federführung von Vorstand Andreas Gröschl den Anstich organisierte. Lob kam auch von Landrat Wolfgang Blasig (SPD). „Potsdam-Mittelmark ist landwirtschaftlich geprägt und das Rübchen ist neben Spargel und Heidelbeere sicherlich ein Schmuckstein im Landkreis.“

Blasig war es dann aber auch, der ein Problem des derzeitigen Rübenanbaus offen ansprach. „Trotz der wachsenden Stadt Teltow gibt es noch Anbauflächen für die Wurzel. Bei weiterer Ausweisung von Bauflächen sollte aber auch bedacht werden, dass es weiterhin Platz für diese Tradition gibt.“ Rübchenbauer Axel Szilleweit konnte die Knolle nach eigenen Angaben in diesem Jahr auf sieben Hektar anbauen. „Aber die Ackerflächen sind rar und ich bin ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten.“ Dabei stehe er in der Region durchaus in Konkurrenz zu anderen Landwirten. „Für das Teltower Rübchen braucht es echten Durchhaltewillen.“

Am Sonntag ist Rübchenfest in Ruhlsdorf

Das 18. Teltower Rübchenfest steigt am kommenden Sonntag, dem 24. September, von 12 bis 18 Uhr in Teltow-Ruhlsdorf entlang der Güterfelder Straße. Der Eintritt ist frei.

Auf dem Fest wird es rund 40 Marktstände mit regionalen Produkten geben, ein umfangreiches Bühnenprogramm und ein Kinderparadies. Der Eintritt ist frei.

Einen „Rübchenkrimi“ gibt es jetzt auch: Autorin Manuela Kuhlbrodt hat ihn geschrieben, das Buchkontor Teltow wird ihn verlegen und verkaufen. Im November wird die spannende Geschichte über „Die Spur des Rübchens“ herauskommen.

Erstmals nachgewiesen ist der Anbau des Teltower Rübchens im 13. Jahrhundert. Im 18. und 19. Jahrhundert ist die Delikatesse deutschlandweit bekannt. In Frankreich sind die „navets de teltow“ in Adelskreisen beliebt. Am besten gedeiht die Wurzekl in den sandigen Böden der Landschaft „Der Teltow“ rund um die Stadt Teltow.

Infos: www.teltowerruebchen.de

Dabei gilt das Rübchen bei Feinschmeckern und Spitzenköchen bis heute als Delikatesse. Seit 1993 ist die Wurzel als Marke beim Patentamt angemeldet, der Name „Teltower Rübchen“ ist geschützt. Auch in anderen Produkten wird die kleine Rübe verwendet. So bietet der Teltower Drucker Jens Grabow unter www.ruebchengeist.de über das Internet „Rübchengeist“, „Rübchensenf“ und „Rübchenliqueur“ an. „In diesem Jahr kann ich auch eine Rübchensalami empfehlen, unsere absolute Neuigkeit“, so Grabow.

Als es am Donnerstag dann mit dem Prinzenpaar Aurelia und Jonas raus aufs Feld zum feierlichen Rübchenanstich ging, erzählte Axel Szilleweit von den alltäglichen Mühen eines Bauers. „Erst hatten wir diese Trockenheit, dann schüttete es aus Kübeln. Die erste Rübchenaussaat ist uns regelrecht weggeschwemmt.“ Deshalb könne er wohl in diesem Jahr nicht die erhoffte Menge ernten. „Ich rechne mit sicheren zwei bis zweieinhalb Tonnen Rübchen, die auf einem Hektar gut gedeihen“, so Szilleweit. Ob es darüber hinaus noch Rüben geben werde, hänge von der weiteren Entwicklung der Saat ab.

Von Jürgen Stich

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