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„Aber romantisch ist er nicht!“

Diamantene Hochzeit „Aber romantisch ist er nicht!“

Erst gab es die Verlobung unterm Weihnachtsbaum, dann gaben sich Dorothea und Dieter Pallaske am 4. Feburar 1965 das Ja-Wort. Nun feiern sie ihre Diamantene Hochzeit und zeigen, dass es auch noch nach 60 Jahren möglich ist, sich zu necken wie in jungen Jahren.

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Seit Jahren Seite an Seite: Dorothea und Dieter Pallaske.

Quelle: Stadt Teltow

Teltow. Gar nicht lange gefackelt hat das Ehepaar Pallaske, wie Dorothea Pallaske (84) erzählt. Damals im Februar 1956, als sie geheiratet haben. Gestern feierten sie und ihr Mann Dieter (85) ihren 60. Hochzeitstag. Kennengelernt haben sich die beiden im Sommer 1955. Zu der Zeit wohnte Dorothea Knüttel in einer kleinen, möblierten Kammer, vermietet und verwaltet durch die Stadtverwaltung. Als ihr Waschbecken verstopfte, wurde ein Klempner beauftragt. Die Reparaturarbeiten waren jedoch noch nicht abgeschlossen, als sie von der Arbeit nach Hause kam. Kurze Zeit später kehrte der Wasser-und Heizungsinstallateur zurück, um seine Arbeit zu beenden und damit er einen Blick auf die Bewohnerin werfen konnte. „Das Zimmer hatte mich beeindruckt und ich wollte die Frau darin kennenlernen“, sagt Dieter Pallaske. „Ich habe ja extra gefragt, wann sie wieder daheim ist.“

Nach Teltow verschlug die gebürtige Pommerin aus dem heute polnischen Neuwarp die Arbeit. Erst in einer Fleischerei, dann als Textillaborantin ließ sie sich hier nieder. Dieter Pallaske, selbstständiger Installateur und späterer Produktionsleiter einer Brunnenbaufirma ist schon in Teltow aufgewachsen.

Verlobung unterm Weinachtsbaum

An Weihnachten 1955 verlobte sich das Paar. Dabei wollte die junge Dorothea gar nicht heiraten. „Er hat mir eigentlich eher leid getan“, sagt sie. Dazu muss man wissen, dass Dieter Pallaske in einer dürftig renovierten Ruine hauste und Wohnungen in den 60er Jahren nur an verheiratete Paare vermietet wurden. In die Hände spielte dem jungen Paar damals, dass Dieter Pallaske Mitglied einer Wohnungsgesellschaft gewesen ist und durch seine Beziehungen kurzerhand eine Bleibe zugeteilt bekam. Die Hochzeit musste auf schnellstem Weg arrangiert werden. „Er hat eines morgens einfach meinen Pass genommen und uns beim Standesamt angemeldet! Er hat mich noch nicht mal gefragt!“, erzählt Dorothea mit gespielter Empörung. Doch wie beide am Tisch sitzen, sich gegenseitig necken und die Geschichten des anderen erzählen, wird schnell klar, dass beide, trotz stürmischen Zeiten, wie Dorothea Pallaske einwirft, eine harmonische Verbindung führen.

Wirklich lieben gelernt haben sie sich auch erst in der Ehe, schmeißt sie hinterher. Und das Rezept für ihren gemeinsamen Bund: Dem jeweils andern den Freiraum zu lassen. „Aber romantisch ist er nicht!“ Frau Pallaske verrät, dass sie keine Geschenke erwarte, vielleicht nur ein wenig mehr Hingebung. „Und wenn ich dir was kaufe, liegt es doch nur in der Ecke rum“!, sagt er etwas zu laut. „Aber wofür brauche ich denn einen dicken Skipullover?“, wirft seine Frau ein, „wir fahren doch kein Ski!“ Er hat es gut gemeint. Genauso wie mit dem großen Strauß roter Rosen die in der Vase stehen. Die hat ihr Gatte am Morgen frisch geholt. Denn den Hochzeitstag hat er in all den Jahren nie vergessen!

Von Lisa Neumann

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