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Potsdam-Mittelmark Abfallentsorger APM mit neuem Service
Lokales Potsdam-Mittelmark Abfallentsorger APM mit neuem Service
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00:39 26.09.2015
Müllwerker Karl-Heinz Näther demonstriert, wie die Verladung der Bigbags auf Knopfdruck mit dem Kran funktioniert. Quelle: Uwe Klemens
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Niemegk

Beim Thema Grünabfall wird bei der Abfallwirtschaft Potsdam-Mittelmark GmbH (APM) künftig nicht mehr gekleckert, sondern geklotzt. Pünktlich zum Start der Herbst- und damit Laubsaison stellte das Unternehmen zu Wochenbeginn seine neuen Bigbags und die dazu gehörige Verladetechnik vor.

Die Idee mit den jeweils einen Kubikmeter fassenden, aus Gewebeplane genähten Säcken kam APM-Geschäftsführer Thomas Wendenburg beim Spaziergang in seiner eigenen Wohnsiedlung, wo sich eine ganze Riesenbatterie der herkömmlichen 60-Liter-Säcke stapelte und einen eher unschönen Anblick bot. Dass das Befüllen der vergleichsweise kleinen Plastesäcke eine Puzzlearbeit ist, weiß jeder Kleingärtner. Dass ihre Abholung aber auch für die Müllwerker ein echter Knochenjob ist, wissen sie selber am besten. Vor allem, wenn die Säcke zusätzlich mit Straßenkehricht oder anderem, nicht Erlaubtem gefüllt sind, werden die erlaubten 20 Kilogramm schnell überschritten. Aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen müssen die Müllwerker diese Säcke dann stehen zu lassen

„Da die Bigbags mit dem Kran verladen werden, spielt ihr Gewicht keine Rolle mehr“, lobt Wendenburg einen der Vorteile, den der neue Service bietet. Auch dornige Äste, die in die kleineren Säcke nicht hinein passten und aufwendig zu Bündeln geschnürt werden mussten, können nun problemlos mit in den Bigbag getan werden.

Vorteile für Verbraucher und Entsorger

Die Vorteile liegen somit klar auf beiden Seiten. Ein Fahrer reicht aus, um das Containerfahrzeug samt Verladekran zum vereinbarten Abholort zu befördern und den großen Sack, ohne schwere körperliche Arbeit und auf Knopfdruck in den Container zu befördern. Ist der Container voll, gehts zur Kompostieranlage nach Schmergow.

Die Kosten, die das Einsammeln und Entsorgen verursachen, werden dem Auftraggeber in Rechnung gestellt und können wahlweise beim Abholen eines leeren Sackes oder nach dessen Abholung beglichen werden. Mit 42,75 Euro pro Bigbag-Entleihe und -Abholung entspricht die Gebühr dem, was bei der Entsorgung der selben Abfallmenge in den bisherigen Laubsäcken zu berappen wäre.

Bigbag-Modalitäten im Überblick

Die Bestell-, Abhol- und Entsorgungsmodalitäten für den einen Kubikmeter fassenden Bigbag unterscheiden sich von denen der Grünabfallsäcke und -banderolen.

Der Vertrieb erfolgt ausschließlich über die APM Abfallwirtschaft Potsdam-Mittelmark GmbH am Hauptsitz in Niemegk, sowie auf den Wertstoffhöfen in Niemegk, Teltow und Werder.

Die Bereitstellung und die Abholung der gefüllten Bigbags erfolgen im Rahmen telefonischer oder persönlicher Absprachen zwischen der APM und dem Nutzer.

Die Komplettgebühr für Bereitstellung und Abholung beträgt 42,75 Euro und kann wahlweise vorab beim Erwerb, beziehungsweise nachträglich über einen Gebührenbescheid erfolgen.

Eine Präsentation des neuen Service vor Fachpublikum und interessierten Bürgern erfolgt am Freitag, dem 25. September, in der Zeit von 10 bis 11 Uhr auf dem APM-Betriebsgelände in der Niemegker Bahnhofstraße 18.

„Finanziellen Gewinn macht der APM dabei nicht“, sagt Ina Müller vom Fachbereich Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landkreises, der einziger Gesellschafter des Abfallentsorgers ist. „Der Bigbag ist ein neuer Service, um dem gesetzlichen Entsorgungsauftrag noch besser gerecht zu werden.“

Illegale Grünabfallentsorgung bleibt ein Problem

Seit Jahren gilt das Entsorgen von Grünabfällen auf Feld und Flur als Ordnungswidrigkeit, ist aber noch immer vielerorts gängige Praxis. Das Problem dabei: Die Kompostierung in freier Wildbahn sorgt für eine radikale Veränderung des Bodenklimas mit krassen Folgen für die Umwelt und wird deshalb mit Geldbußen bis zu 20.000 Euro belegt. Auch für Kommunen, die ihre Abfälle nach dem dörflichen Frühjahrs- oder Herbstputz auf diese Weise „entsorgen“ wollen, gelten dabei keine Ausnahmen, wie das Beispiel Raben zeigt, wo es im vergangenen Herbst eine entsprechende Anzeige seitens der Naturparkverwaltung gab.

„Meist sind es aber Privatleute, die ihren Grünabfall einfach mal schnell mit der Schubkarre irgendwohin fahren“, sagt Ina Müller. Von knapp 30.000 Anzeigen im Jahr 2013, schnellte deren Zahl im vergangenen Jahr auf knapp 100.000 in die Höhe. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen.

Aber auch das Problembewusstsein wächst, wie nicht nur die Zahl der Anzeigen, sondern auch die Menge des ordentlich entsorgten Grünabfalls belegt. Waren es vor zehn Jahren noch knapp 1.500 Tonnen, die durch den APM eingesammelt wurden, lag die Zahl im vergangenen Jahr um knapp 1.000 Tonnen höher. Wie umkämpft der Markt in diesem Segment ist, zeigt der Blick auf die Bilanz privater Entsorger, die zeitgleich mit 15.000 Tonnen das Dreifache zur Kompostieranlage fuhren. Mit den Vorzügen der Bigbags könnte sich diese Zahl zugunsten des öffentlich-rechtlichen Entsorgers drehen.

Von Uwe Klemens

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