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Abflug zum kreativen Kräftemessen

Werder Abflug zum kreativen Kräftemessen

Mit einem klaren Statement für den Umweltschutz haben sich acht Schülerinnen des Haeckel-Gymnasiums in Werder für das Finale von „Odyssey of the Mind“ in den USA qualifiziert. Bei Langzeit- und Spontanaufgaben mussten sie verschiedene Probleme kreativ lösen. Vor dem Flug in die Staaten gab es aber erst noch ein ganz reales Problem zu bewältigen.

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Bereit fürs große Finale: Franziska Unruh, Shirley Stieler, Amelie Pölzing (kniend v.l.) und Lucie Schorstädt, Vanessa Kleinert, Yasmina Hermann, Lisanne Schmohl und Klara Schlichting (stehend v.l.)

Quelle: Victoria Barnack

Werder. Mit mehreren hundert Teams werden es Yasmina, Klara, Lucie, Vanessa, Franziska, Shirley, Lisanne und Amelie in dieser Woche aufnehmen. Die acht Neuntklässlerinnen des Ernst-Haeckel-Gymnasiums in Werder treten bei einer Weltmeisterschaft an, die in Michigan ausgetragen wird und das kreative Lösen von Problemen zum Ziel hat. Wenn die Werderanerinnen am Donnerstag um zwölf Minuten nach zwölf Uhr Ortszeit zum ersten Mal die Bühne betreten, werden sie bereits unvergessliche Erfahrungen gesammelt haben. „Niemand von uns ist bisher so lange geflogen und das auch noch ohne unsere Eltern“, sagt Yasmina Hermann.

Dass die Schülerinnen aus Werder zum Weltfinale von „Odyssey of the Mind“ fliegen dürfen, haben sie ihrer Kreativität und ihrem Organisationstalent zu verdanken. Viele der Mädchen nehmen schon seit mehreren Jahren an der AG in ihrer Schule teil und kennen ihre eigenen Schwächen und Stärken deshalb ganz genau. So weit wie in diesem Jahr haben sie es bisher allerdings nie geschafft. Glücksbringer war das OM-Maskottchen Omer. Er spielt die zentrale Rolle im Theaterstück der acht Schülerinnen, mit dem sie sich in Michigan präsentieren werden.

Umweltschutz-Idee kam bei der Jury gut an

Die Aufgabe, die sich die Mädchen aus fünf verschiedenen Probleme im September ausgesucht hatten, zielt auf ein kunsthistorisches Thema ab. „Das Maskottchen Omer soll verschiedene Künstler zu ihren Werken inspirieren“, erklärt Yasmina Hermann, „zum Beispiel Leonardo da Vinci zur Mona Lisa.“ Die Mädchen haben sich dafür einige Gemälde und Skulpturen ausgesucht, die sie selbst reproduziert haben – ebenfalls ein Teil des kreativen Problems. Außerdem mussten sie eine Reise in die Zukunft inszenieren samt selbstgebauter Zeitmaschine und einem eigenem, neuen Kunstwerk. „Wir haben diese Aufgabe gewählt, weil wir beim Kulissenbau kreativ werden konnten“, erklärt Shirley Stieler. „Außerdem hat uns inhaltlich die Zeitmaschine sehr gut gefallen.“

Auch die Kostüme für ihre sieben Rollen mussten sie selbst basteln. Alles durfte insgesamt nicht mehr als 110 Euro kosten. Und damit noch nicht genug: die Mädchen sollten in ihrem Stück auch ein Statement setzen, wie ihre Kunstwerke die Zukunft positiv beeinflussen. Sie entschieden sich für den Umweltschutz und bastelten Kleider und Accessoires aus Müllsäcken und Verpackungen. Die Idee überzeugte die Jury beim Deutschland-Finale im März so gut, dass sich die Schülerinnen aus Werder den Sieg in ihrer Altersgruppe und damit die Qualifikation fürs Weltfinale in Michigan sicherten.

Sponsoren gesucht und gefunden

Dort präsentieren sie ihr acht Minuten langes Theaterstück – für eine Zeitüberschreitung gibt es Punktabzug – erstmals auf Englisch und müssen erneut ihren Teamgeist zeigen. „Denn auch die Zusammenarbeit und Fairness untereinander wird bewertet“, erklärt Lucie Schorstädt. Problematisch wird das aber wohl nicht. Immerhin hatten die acht Werderanerinnen in der Zwischenzeit Gelegenheit zum Üben. Denn um überhaupt in die USA fliegen zu dürfen, mussten sie Sponsoren für Flüge, Unterkunft und Rahmenprogramm organisieren. „Diese Zeit war für sie mindestens genauso stressig wie die Vorbereitung der Präsentation“, sagt Lehrerin Ilona Otto, die den Zusammenhalt der Mädchen lobt.

Gemeinsam wurden Werders Geschäfte abgeklappert. Bürgermeisterin Manuela Saß spendierte 1000 Euro ebenso wie Christian Doeppner, Inhabes des Christ-Möbelhauses in Werder. Die Sammelaktion war erfolgreich: Die Schülerinnen treten am Dienstag ihre Reise in die USA an und wollen vor allem eine Sache mitnehmen. „Zu gewinnen ist uns nicht wichtig“, sagt Shirley Stieler, „wir wollen Erfahrungen fürs Leben sammeln.“

Von Victoria Barnack

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