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Abgesoffen: Kein Geld für Tauchzentrum

Für Linther Sportzentrum fehlt das Geld Abgesoffen: Kein Geld für Tauchzentrum

Der seit langem geplante Bau einer Tauchhalle im Gewerbegebiet Linthe steht weiter in den Sternen. „Wir halten an dem Projekt aber auf jeden Fall fest“, sagte Investor Ivo Kuhnert auf Nachfrage der MAZ. Gemeinsam mit seinem Partner Heiner Zarrener bemüht sich der Jungunternehmer seit gut drei Jahren, die außergewöhnliche Sport- und Freizeitstätte im Fläming zu etablieren.

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Blaues Abenteuer: Ein Taucher auf Erkundung unter Wasser.

Quelle: dpa

Linthe. Zuletzt waren für das Projekt Investitionskosten von 16 Millionen Euro im Gespräch. Nach Aussagen der Projektentwickler spielen allerdings die Banken wohl noch nicht mit. „Tauchen sei kein Wassersport“, berichtet Kuhnert von Absagegründen für seine Kreditanfrage bei der Investitions- und Landesbank (ILB) sowie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW). Erhoffte Förderprogramme für Sportprojekte könnten somit nicht genutzt werden. Dabei hätten Wirtschaftsberater und Steuerexperten der Geschäftsidee durchaus gute Chancen auf Erfolg eingeräumt. „Die Berichte liegen mir vor“, versicherte Kuhnert. Immerhin sollte die geplante Tauchhalle die einzige ihrer Art in den neuen Bundesländern sein. In einer künstlichen Unterwasserwelt könnten Freizeittaucher ganzjährig ihrem Hobby nachgehen. Zudem sollten Institutionen wie Bundeswehr, Polizei oder Zoll die Becken für Ausbildung und Training nutzen können. Auch Freizeitaktivitäten und Tauchkurse verschiedener Stufen sollten dort angeboten werden, so die Idee der Investoren.

Sie hatten in einer 50 mal 100 Meter großen, zweigeschossigen Halle ein riesiges Tauchbecken sowie drei überdimensionale Aquarien verschiedener Größen vorgesehen. Taucher sollen beim Blick aus dem Süßwasserbecken durch Glaswände hindurch den Eindruck erlangen, in einem echten Riff zu schwimmen. Benachbarte Meerwasserbecken sollten mit bunten Fischen besetzt werden, die einer natürlichen Umgebung entsprechen. In einem Aquarium waren auch Haie vorgesehen.

Eine Million Liter Wasser

  • Für das Linther Tauchzentrum sollten in einer 50 x 100 Meter großen, zweigeschossigen Halle ein Becken sowie drei überdimensionale Aquarien entstehen.
  • Vorgesehen waren ein Tauchbecken mit einer Größe von 25 x 18 Metern und einer Tiefe von 12,50 Metern. Es sollte fünf Meter in die Tiefe gebaut werden.
  • Das Becken würde 1,1 Millionen Liter gechlortes Süßwasser fassen. Drei Aquarien mit bunten Fischen sollten 40 000 und 60 000 sowie ein Haifischbecken 100 000 Liter Meerwasser fassen.
  • Pro Tag sollten bis zu 300 Taucher (25 bis 30 pro Stunde) ins Becken steigen können.
  • Die Betreiber wollten nach ersten Ankündigungen zwei Stunden Tauchen samt Ausrüstung für 35 Euro anbieten.

Im August 2011 war Ivo Kuhnert noch optimistisch. „Wir können demnächst den Bauantrag einreichen“, sagte er seinerzeit der MAZ. Nun ist er resigniert. „Die damals angekündigte Unterstützung vieler Seiten sind nur warme Worte geblieben“, sagte Kuhnert jetzt. Er sei „enttäuscht von der Politik“. Damit werde „die Abwanderung von Investoren unterstützt“, glaubt er. Umsetzen wolle er seinen Traum von der Tauchhalle auf jeden Fall, „notfalls anderswo und womöglich nicht mehr in Deutschland“.

Auch Linthes Bürgermeisterin Ulrike Schübel hatte einst große Hoffnungen in das außergewöhnliche Projekt gesetzt. Inzwischen kehrte auch bei ihr Ernüchterung ein. „Wir haben lange nichts von den Investoren gehört“, sagt sie auf Nachfrage der MAZ. „Wenn jetzt jemand anderes kommt und das Grundstück haben möchte, geben wir es natürlich weg“, kündigte die Ortschefin an. „Wir haben getan, was wir konnten.“ Denn bereits im Oktober 2010 hatte die Gemeinde Linthe den Weg für das Projekt geebnet. Damals war eine Änderung des Bebauungsplanes beschlossen worden. Dies ermöglichte in dem betreffenden Areal eine sportliche Nutzung. Diese war bis dahin nicht vorgesehen. Deshalb war auch der Bau einer Schwimmhalle an der A 9 gescheitert. Die Gemeinde hatte im Oktober 2010 den Verkauf eines 25 500 Quadratmeter großen Grundstücks im Gewerbegebiet an Ivo Kuhnert und Heiner Zarrener beschlossen. „Er ist aber bis heute nicht realisiert worden“, sagte Ulrike Schübel.

Von Thomas Wachs

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