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Abiturientin schreibt Schulgeschichte

Bad Belzig Abiturientin schreibt Schulgeschichte

Der Notendurchschnitt 1,0 auf dem Abiturzeugnis ist eine Ansage. Damit stehen den Schülern alle Wege offen. Im Hohen Fläming haben drei Schülerinnen den Bestschnitt erzielt. Eva Herberger aus Bad Belzig hat sogar etwas geschafft, dass es am Fläminggymnasium zuvor noch nicht gegeben hat. Was die Zukunft bringen soll, davon hat sie eine klare Vorstellung.

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Eva Herberger hat das beste Abitur in Bad Belzig abgelegt.

Quelle: Christin Iffert

Bad Belzig. Im Hohen Fläming sind die Abiturprüfungen abgeschlossen, die Zeugnisse geschrieben. Insgesamt wurden 152 Schüler zum Abitur am Fläminggymnasium in Bad Belzig und dem Burgwall-Gymnasium in Treuenbrietzen zugelassen.Während die Abiturienten in der Kreisstadt bereits in der vergangenen Woche ihre Hochschulreife feierten, haben die Treuenbrietzener heute ihren großen Tag. Zeugnisausgabe und Abiball stehen an.

Helen Bartsch vom Burgwall-Gymnasium Treuenbrietzen sowie Isabel Gombert und Eva Herberger vom Fläming-Gymnasium in Bad Belzig legten eine 1,0-Punktlandung hin. Letztere schrieb sogar Schulgeschichte.

882 von möglichen 900 Punkten = „Überflieger“

Oberstufenkoordinator Michael Andreas ist stolz, was seine Schülerin leistete, wählt das Wort „Überflieger“. Denn Eva Herberger schaffte am Fläminggymnasium etwas Einmaliges. 882 Punkte hat das lebensfrohe Mädchen auf ihrem Abiturzeugnis zusammengetragen. Zum Vergleich: Schüler können insgesamt 900 Punkte erreichen. Die junge Frau ist bescheiden. „Ich hatte sehr gute Lehrer.“ Als sie in der elften Klasse merkte, dass sie dem Unterricht gut folgen kann, packte sie der Ehrgeiz.

Bio und Chemie wählte sie als Leistungskurse zu den ohnehin vorgegebenen Fächern. Naturwissenschaften liegen ihr. Dort gibt es klare Antworten, einen logischen Aufbau. „Man hat in der Chemie beispielsweise Formeln, dort kann man sich alles ableiten und zusammenführen“, erklärt sie.

„Ich habe lieber eine sichere Bank“

Eva Herberger ist eine zurückhaltende junge Frau, gerade 18 Jahre alt. Sie fühlt sich wohl in Bad Belzig. Ihre vollgepackten Lernhefter hat sie vorerst in den Schrank verbannt. Die werde sie nicht vermissen, erzählt sie der MAZ. Anders sei das bei ihren Freunden, der Familie oder aber dem geregelten Schulalltag. Denn für die Abiturientin beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt.

Abitur in Zahlen

In Treuenbrietzen waren 47 Schüler im Gymnasium „Am Burgwall“ zum Abitur zugelassen. Zwei fielen durch.

Das Mathe-Abitur haben 18 Schüler geschrieben. Fast die Hälfte nutzte die nach landesweiten Problemen vom Bildungsminister gewährte zweite Chance.

Notendurchschnitt aller Schüler: 2,2.

In Bad Belzig am Fläming-Gymnasium traten 105 Schüler zum Abitur an. 104 bestanden die Reifeprüfung. Der Durchschnitt aller Abiturienten ist dort 2,2.

39 Schüler schrieben in Mathe Abitur. Das Gymnasium teilte der MAZ nicht mit, wie viele die Prüfung wiederholten.

Struktur und Sicherheit sind der 18-Jährigen wichtig. Sie setzt sich Ziele, möchte Zahnmedizinerin werden. „Ich habe gerne etwas, wo ich später auch weiß, was ich da mache.“ Sicherlich, sie hätte eine große Anzahl an Wahlmöglichkeiten. Etwa Fächer, die offen lassen, welcher Beruf später ergriffen wird. „Aber ich habe lieber eine sichere Bank“, sagt sie und lacht. Außerdem möchte die ehemalige Schülerin Menschen helfen. Mit der Wahl des Studiums bleibt die Medizin in der Familie. Ihr Vater ist Chirurg, ihre Mutter Zahnärztin.

Lieber keine Großstadthektik

Als Familienmensch hat die Bad Belzigerin mit den Sommersprossen und dem herzlichen Lächeln einen Studienort in der Nähe gewählt. Erstwunsch ist Halle an der Saale. „Dort gibt es außerdem kleine Kurse und die neueste Technik.“ Zudem sei die Stadt nicht sehr groß, eingebettet in einen ländlichen Raum. Die Hektik einer Großstadt liegt Eva Herberger nicht. Sobald die Zusage aus der Salzstadt da ist, beginnt die Wohnungssuche. Spätestens.

Das Leben, das die junge Frau künftig führt, bringt viele Veränderungen mit sich. Die gemeinsamen Stunden auf dem Tennisplatz in Schmerwitz mit ihren Eltern werden dann deutlich weniger. Dabei hat sie die Erholung auf dem Platz, umgeben von Bäumen, immer geliebt. Das Spielen war für sie während der Schulzeit eine Möglichkeit, den Kopf frei zu bekommen. Auch das Klavier, auf dem sie seit der Grundschule spielt, ist dann nicht schnell erreichbar.

So oft es sich realisieren lässt, möchte die angehende Studentin nach Bad Belzig zur Familie pendeln – und zu den Freunden, die in der Region bleiben. Vielleicht kehrt sie nach dem Studium auch langfristig in die Kurstadt zurück. „Das lasse ich mir völlig offen, denn man weiß nie, was sich alles entwickelt.“

Die beste Schülerin vom Gymnasium in Treuenbrietzen

Helen Bartsch aus Linthe ist Eva Herberger nicht unähnlich. Die Spitzen-Abiturientin vom Treuenbrietzener Gymnasium möchte ebenfalls Medizin studieren – allerdings ganz klassisch. „Diesen Wunsch habe ich seit dem Kindergarten.“ In den Ferien hat sie im Krankenhaus schon ein Praktikum gemacht, das ihren Wunsch bestätigte. Weil der Notendurchschnitt bei dem Studienwunsch gut sein muss, hat sie darauf hingearbeitet.

Helen Bartsch möchte Medizinerin werden

Helen Bartsch möchte Medizinerin werden.

Quelle: privat

Bis zur neunten Klasse reichte noch das einfache Zuhören im Unterricht. Später nahm sie sich dann die Hefter klassisch zur Hand und lernte. Rund um die Uhr blieb dafür aber keine Zeit, denn die Abiturientin ist ein aktiver Mensch. An den Wochenenden arbeitete sie in der Gastronomie, unter der Woche widmete sie sich ihrer Gitarre oder dem Kampfsport – Judo, Krav Maga, Kickboxen. Möchte man zudem soziale Kontakte pflegen, Freunde treffen, braucht es einen Plan. Den hatte sie.

Wenn die Abiturientin heute ihr Abschlusszeugnis entgegen nimmt, endet die Schulzeit. „Das, was jetzt kommt, ist wie ein neues Leben. Ich freue mich darauf, denn es bricht mit dem Alltag. Ich stelle mir das aufregend vor“, sagt sie. In der Nähe möchte sie dennoch bleiben – wegen der Freunde und der Familie.

Von Christin Iffert

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