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Abwassergebühren steigen im Januar

Borkwalde Abwassergebühren steigen im Januar

Die Gemeinde Borkwalde hat die örtliche Abwasserentsorgungsgesellschaft jetzt komplett in Eigenregie übernommen. Sie kaufte jetzt die Anteile einer Immobiliengesellschaft auf, die einst den Ort um seine große Schwedenhaussiedlung deutlich erweitert hat. Die Folge der Übernahme sind nun deutlich steigende Gebühren.

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Christian Szerwinski (links) 2014 in Borkwalde: Jetzt hat der einstige Großinvestor seine Anteile am Abwasserbetrieb an die Gemeinde verkauft.

Quelle: Andreas Trunschke

Borkwalde. Zum Januar steigen die Gebühren für die Abwasserentsorgung in Borkwalde deutlich an. Die Gemeindevertreter billigten die Veränderungen der Entgelte in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig. Grund für den Preisanstieg ist unter anderem die Ende Oktober erfolgte Übernahme der Abwasserentsorgungsgesellschaft Borkwalde (AGB) komplett in die Eigenregie der Gemeinde. Sie hat alle Anteile der GmbH an der bislang gemeinsamen Abwassergesellschaft übernommen.

Die Firma Procent, die sich in Insolvenz befindet, hatte nach der Wende in Borkwalde große Teile des neuen Ortes mit dem Bau und der Vermarktung von Ein- und Mehrfamilienhäusern als „Schwedensiedlung” entwickelt. Procent-Inhaber Christian Szerwinski gehörten 49 Prozent der Anteile an der AGB. Die Gemeinde hält die anderen 51 Prozent. Szerwinski hatte der Gemeinde seine Anteile schon im Jahre 2009 zum Kauf angeboten. Seinerzeit hatte er sich aus dem Ort zurückgezogen.

Die Höhe des Kaufpreises für die Procent-Anteile wurde weder im Finanzausschuss noch in der Sitzung der Gemeindevertretung öffentlich genannt. Wie es heißt, sollen die Kosten in einem niedrigen fünfstelligen Bereich gelegen haben. Die Gemeinde musste jedoch zusätzlich einen Kredit ablösen, der erheblich höher gewesen ist.

Sommerfest in der Borkwalder Schwedenhaussiedlung

Sommerfest in der Borkwalder Schwedenhaussiedlung.

Quelle: Maz/archiv

Weiterer Grund für den Gebührenanstieg ist eine Investition in ein neues Hauptpumpwerk. Das soll im nächsten Jahr für rund 100 000 Euro errichtet werden.

Die Preise für die gesamte Angebotspalette der Abwasserentsorgungsgesellschaft Borkwalde (AGB) werden ab Januar steigen. Bei der zentralen Entsorgung steigt der Preis von 2,73 Euro je Kubikmeter verbrauchtes Frischwasser auf 3,24 Euro, also um knapp 19 Prozent. Wer abflusslose Sammelgruben betreibt, muss für deren Leerung künftig 6,92 Euro statt 6,28 Euro je Kubikmeter Fäkalwasser zahlen.

Freuen dürften sich hingegen die Besitzer von Kleinkläranlagen. Dort fällt der Preis für die Abfuhr von Klärschlamm stark. Bei mechanischer Klärung sinkt er von 40,52 Euro um mehr als 50 Prozent auf 19,13 Euro je Kubikmeter. Bei vollbiologischer Klärung fallen künftig statt 32,93 Euro nur noch 22,45 Euro je Kubikmeter an. Eine Senkung ergibt sich auch für Fäkalschlamm. Hier heißt es ab Januar 26,72 Euro statt 39,19 Euro je Kubikmeter bei biologischen Anlagen und 13,16 Euro statt 28,22 Euro bei mechanischen.

Die Basis für sämtliche Gebühren bildet die aktualisierte Kalkulation, die alle zwei Jahre überarbeitet werden muss. Dabei wurden jetzt auch die Grundgebühren zur zentralen Entsorgung verdoppelt. Für die Wasseranschlüsse mit einem Durchfluss von weniger als 2,5 Kubikmeter in der Stunden liegen sie künftig bei fünf Euro, für die größeren bei 50 Euro im Monat. Alle genannten Preise gelten zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Dem Entwurf des Wirtschaftsplans der AGB ist zu entnehmen, dass trotz der Gebührensteigerung der Gewinn sinken wird. Betrug er im vorigen Jahr noch über 35 000 Euro, sind für dieses Jahr nur noch 25 000 Euro eingeplant. Und nach der Erhöhung im Jahr 2018 werden nur noch 7000 Euro über bleiben.

Organisatorisch und technisch wird die von Geschäftsführer Peter Luft geleitete Abwasserentsorgungsgesellschaft Borkwalde vom Abwasserzweckverband „Planetal“ mit Sitz in Brück betreut. Für dessen Dienstleistungen sollen die Vertragskondition nun den „realen Verhältnissen“ angepasst werden, wie es in der Antragsbegründung heißt. Das bedeutet eine weitere Kostensteigerung für die AGB.

Von Andreas Koska

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