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Adebar macht einen Bogen um Baitz

Storchenbilanz im Hohen Fläming Adebar macht einen Bogen um Baitz

38 junge Störche haben gerade den Weg aus dem Hohen Fläming in südliche Gefilde angetreten. Eine durchschnittliche Bilanz, so die Vogelschutzwarte in Baitz. Ausgerechnet dort hat Adebar nach 23 Jahren erstmals nicht genistet. In Cammer und Niemegk gab es dafür reichlich Nachwuchs. Aber mit dramatischen Schicksalen.

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Quelle: Doris Block

Bad Belzig. Ein besetzter Horst mehr, zwei Jungstörche weniger – so lautet die nüchterne Bilanz des Weißstorchvorkommens dieses Jahr im Hohen Fläming. „Ich hatte erwartet, dass die Population noch geringer ausfällt“, sagt Doris Block von der Vogelschutzwarte in Baitz. „Die Nahrung für Adebar war schließlich knapp“, so die Storchen-Betreuerin für den Altkreis Belzig.

Ende August hatte sie noch die Hände voll zu tun. „Bei Familie Beelitz in Niemegk saß ein Storch im Hof. Auf Grund der Enge dort konnte er nicht hochfliegen“, erinnert sich die Expertin. Zuerst habe sie gedacht, dass es ein Jungvogel vom benachbarten Horst bei Familie Retzgen sei. Da war schon zweimal ein Jungtier aus dem Nest gepurzelt und auf dem Grundstück von Familie Lutsch gelandet. Dann wurden die Vögel jeweils auf das Scheunendach gesetzt und konnten aus eigener Kraft das Nest der Eltern erreichen.

Plötzlich flog er davon

Bei dem Bruchpiloten, der Familie Beelitz in Bewegung gebracht hatte, handelte es sich jedoch um einen unbekannten Rotstrumpf. Doris Block brachte Mäuse und Küken als Futter für ihn mit. Danach wurde er Hilfe von Katrin Dörrwand von der Naturwacht „Hoher Fläming“ in einer abenteuerlichen Aktion erst eingefangen und dann wieder auf einem freiem Feld ausgesetzt. „Wieder bei Kräften flog er erleichtert davon“, schildert Doris Block das Abenteuer.

Niemegk und Cammer sind in diesem Jahr die Spitzenreiter beim Bruterfolg. In beiden Orten sind jeweils vier Störche aufgezogen worden. Wobei das in dem Zweimühlendorf eine besondere Leitung ist. Denn bei Revierkämpfen wurden zunächst drei Eier aus em Nest geworfen. Sie gingen zu Bruch. Doch hat das Storchenpaar buchstäblich erfolgreich nachgelegt. Gefolgt wird die Rangliste von Deutsch Bork, Alt Bork, Wiesenburg, Görzke und der Brücker Lindenstraße mit jeweils drei Jungvögeln. In Ziezow gab es zum ersten Mal seit Jahren wieder einen Bruterfolg. Anders ausgerechnet in Baitz. Dort ist zum ersten Mal seit 23 Jahren kein Weißstorch zur Welt gekommen.

Insgesamt 35 Tiere gesichtet

Insgesamt wurden auf 35 Horsten Störche gesichtet. Davon 26 Paare, die zumindest brüten wollten. Zehn von ihnen haben jedoch keinen Nachwuchs hervorgebracht“, fasst Doris Block schließlich zusammen. So konnten letztlich 38 Jungstörchen zwischen Mitte und Ende August den Flug in südliche Gefilde antreten.

Nicht nur in Bad Belzig und Umgebung war es damit ein durchschnittliches Jahr. Vor allem im Vergleich zu 2014, als jedoch fast im ganzen Land Brandenburg Rekorde erzielt wurden.

Sorgen bereitet den Naturschützern die Intensivlandwirtschaft mit ihren großflächigen Monokulturen, wie zum Beispiel Mais und Raps, welche die prekäre Nahrungssituation in Trockenzeiten wie in diesem Sommer noch verschärft.

Von Andreas Koska

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