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Potsdam-Mittelmark Aderlass im Gewerbegebiet Beelitz Süd
Lokales Potsdam-Mittelmark Aderlass im Gewerbegebiet Beelitz Süd
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20:23 24.09.2015
Der Kranepuhl-Möbelmarkt schließt Ende dieses Jahres. Quelle: JST
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Beelitz

In Beelitz ist die Gewerbebranche heftig in Bewegung geraten. Im privaten Gewerbegebiet Beelitz Süd wird der Aderlass immer größer. Zum Ende des Jahres verlassen drei große Mieter – der Kranepuhl-Möbelmarkt, Teppichfuchs und die Fenotec GmbH – das Areal. Der Hagebaumarkt schließt bereits Ende Oktober. Hauptgrund für die Fluchtbewegung: Sie akzeptieren die geplanten Mieterhöhungen nicht. „Wir haben einen neuen Mietvertrag bekommen, der so nicht akzeptabel war“, sagte Erhard Kranepuhl, Inhaber des gleichnamigen Möbelmarkts. Er sprach von einer Mieterhöhung um etwa 40 Prozent. Die Altverträge laufen Ende 2015 aus und werden nicht verlängert. Hintergrund für die Mietanhebungen sind Pläne der Gewerbepark-Eigentümer, die alten Hallen zu modernisieren.

Die drei Unternehmen verlassen das Gewerbegebiet, wollen aber in Beelitz präsent bleiben. Kranepuhl plant in der Innenstadt in der alten Feuerwehr am Kirchplatz ein Küchenstudio und erwägt einen Neubau im benachbarten städtischen Gewerbegebiet. Auch Teppichfuchs-Inhaber Ingo Heidemann sagte: „Wir bleiben in Beelitz.“ Den genauen Standort wollte er noch nicht verraten. Nur so viel: „Wir wollen 2016 einen Neubau eröffnen. Wenn es optimal läuft, soll er bis Mitte des nächsten Jahres fertig sein.“ Auch bei Fenotec hieß es: „Wir gehen an einen anderen Standort in Beelitz.“

Bewegung in der Gewerbebranche

Während das Gewerbegebiet Beelitz Süd mit Wegzügen zu kämpfen hat, meldet das städtische Gewerbezentrum Zuwachs. Der Bau- und Brennstoffhandel in der Zetkinstraße zieht in den kommunalen Gewerbepark, weil es in der Innenstadt keine Erweiterungsmöglichkeiten gibt. Dem Vernehmen nach gibt es auch einen Antrag eines Autohauses, das bislang im Gewerbegebiet Süd sitzt, Flächen auf dem städtischen Areal zu kaufen.

Im privaten Gewerbegebiet soll es für den Hagebaumarkt, der im Oktober schließt, einen Nachfolger geben. Der neue Baumarkt soll 2016 öffnen.

In der Spargelstadt kocht derweil die Gerüchteküche, was aus den Hallen wird, die Ende des Jahres freigezogen werden. Sie könnten als Flüchtlingsunterkünfte dienen, hieß es.

Nach dem Auszug der alten Mieter sollen die Hallen erst einmal modernisiert werden, so Irene Degano-Wedler, Miteigentümerin des Gewerbegebiets. „Ich halte von Massenunterbringungen ohne Konzept gar nichts“, sagte sie und fügte hinzu: „Bevor Flüchtlinge bei 20 Grad minus in Zelten schlafen müssen, sollten wir aber alle etwas tun.“ Sie bestätigte ein Konzept, wonach eine der Hallen in ein Boardinghaus – eine Art Beherbergungsbetrieb – verwandelt werden soll. „Wenn die Landesgartenschau 2019 nach Beelitz kommt, wäre das eine schöne Sache“, sagte sie.

Laut Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert gibt es zur Unterbringung von Flüchtlingen „derzeit keine Verhandlungen“ mit den Gewerbepark-Eigentümern. Es gebe aber ein Angebot, Gespräche aufzunehmen, sagte er. Gewerbehallen als Unterkünfte zu nutzen sei aber nicht ohne weiteres möglich. „Ich bin der Meinung, es ist ein Gewerbestandort und sollte auch so genutzt werden. Man braucht kein Gewerbegebiet zu entwickeln, wenn man es dann mit der Beherbergung von Leuten quasi auflöst“, sagte der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth. Dann sollte man lieber nach geeigneteren Standorten schauen.

Für den Gewerbepark Beelitz Süd soll es bis 2019 eine Ausnahmegenehmigung für eine „temporäre Beherbergung“ von Menschen geben.

Von Jens Steglich

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