Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Ärger um Neubau: Garagen müssen Schule weichen

Teltow Ärger um Neubau: Garagen müssen Schule weichen

In Teltow sorgt ein Schulneubau für Ärger. Wütende Garagen-Besitzer haben bei einer Zeremonie gegen den Neubau demonstriert, weil die Garagen künftig der Schule weichen müssen. Was zu einer kleinen Feier werden sollte, wurde so zu einer „Blitz-Aktion“ aufgebrachter Anwohner.

Voriger Artikel
Ein anderer Gottesdienst in Wollin
Nächster Artikel
Unfall: A 9 Richtung Leipzig wird bei Beelitz gesperrt

Landrat Wolfgang Blasig (r.) musste aufgebrachte Teltower beruhigen, die ihre Garagen verlieren werden.

Quelle: Jürgen Stich

Teltow. So lebhaft hatte sich Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD) die offizielle Übergabe des Genehmigungsbescheids für die neue Teltower Gesamtschule wohl nicht vorgestellt. Denn ein gutes Dutzend Teltower waren auf dem Gelände an der Mahlower Straße erschienen – und zeigten offen ihren Unmut. „Wir verlieren unser Eigentum und sollen dafür auch noch bezahlen“, sagte Grit Ruppe, die die „Blitz-Aktion“ der Bürger organisiert hatte. Ruppe sprach für die Garagenbesitzer, die ihre Unterstellmöglichkeiten wegen des Baus der Gesamtschule bald räumen müssen.

Pächter hatten Befürchtung für Beräumung aufzukommen

Nach einem kurzen, engagierten Gespräch mit Landrat Blasig und Kämmerer André Köppen entspannte sich die Situation: Der Kreis wird die Abriss- und Entsorgungskosten für die Garagen übernehmen. Diese sind in den 1960er Jahren auf dem Gelände zwischen Bethesda und heutiger Jet-Tankstelle entstanden. Nur noch wenige werden wirklich genutzt. Doch die übrig gebliebenen Pächter hatten die Befürchtung, das sie nun für die Beräumung der Fläche aufkommen müssten. „Diese Auskunft hat uns die Stadt Teltow gegeben“, so Ruppe.

Für den Bau der dritten kommunalen Gesamtschule in der Teltower Region hatte der Landkreis vor wenigen Wochen das Gelände von der Stadt gekauft. „Wir werden uns mit den Nutzern der Garagen Anfang des kommenden Jahres zusammensetzen und dann eine Lösung finden“, so Landrat Blasig. „Sie werden nicht auf den Kosten sitzenbleiben“, versicherte er den aufgebrachten Teltowern.

Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (2vl) besichtige gemeinsam mit Thomas Drescher (r) das Gelände

Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (2.v.l.) besichtige gemeinsam mit Thomas Drescher (r.) das Gelände.

Quelle: Jürgen Stich

Gesamtschule soll für kommende Jahrzehnte ausgestattet werden

Beinahe in den Hintergrund geriet nach dieser kurzen Aufregung der eigentliche Anlass des Treffens, zu dem auch Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher nach Teltow gekommen war. Er übergab den Bescheid zur Errichtung der Gesamtschule an den Landrat und lobte den Kreis, der mit der Erhöhung der schulischen Kapazitäten „den wachsenden Bedarf“ decke. „Und das wird hier wahrlich keine Dorfschule“, so Drescher.

Im Gegenteil: Nach den Worten des Landrats investiert der Kreis in die vier- bis fünfzügige Gesamtschule mit dreizügiger gymnasialer Oberstufe mindestens 40 Millionen Euro. „Damit geben wir die Kreisumlage, die diese Region leistet, wieder zurück“, rechnete Blasig vor. Die Gesamtschule solle so ausgestattet werden, „dass sie für die kommenden Jahrzehnte Bestand hat“. Als Profil kann sich Blasig die Schwerpunkte Gesundheit und Biotechnologie vorstellen. „Das passt nach Teltow.“

Baubeginn für Gesamtschule und Turnhalle wird voraussichtlich 2019 oder 2020 sein, 2022 soll die Bildungseinrichtung an den Start gehen. Übergangsweise – und darauf bezieht sich auch die Genehmigung des Landes – wird die kreisliche Gesamtschule bereits zum Schuljahr 2018/2019 in den Räumen der jetzigen Mühlendorf-Oberschule unterkommen. Letztere wird dann ab 2022 von der Stadt Teltow als Grundschule weiterbetrieben.

Von Jürgen Stich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg