Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 5 ° heiter

Navigation:
Ärzte wechseln von der Klinik in die Praxis

Patientenversorgung Ärzte wechseln von der Klinik in die Praxis

In Bad Belzig nimmt die erste Regiomed-Kooperationspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg ihre Arbeit auf. Die Gesundheitszentrum Brandenburg GmbH als Tochter des Städtischen Klinikums Brandenburg führt im umgestalteten Ärztehaus an der Fichtestraße dann drei Praxen zur Untersuchung von Margen-Darm-Erkrankungen sowie für Frauenheilkunde.

Voriger Artikel
Boomtown hat jetzt 26 000 Einwohner
Nächster Artikel
Die Fronten im Tongrubenstreit weichen auf

Ärztin Annett Franz hat für ihre Arbeit in der neuen Praxis ein Endoskop modernster Bauart zur Verfügung.

Quelle: Thomas Wachs

Bad Belzig. Mit dem Monatswechsel beginnt für zwei weitere Ärztinnen in Bad Belzig eine neue Etappe in ihrer beruflichen Laufbahn. Als Angestellte des Gesundheitszentrums Brandenburg an der Havel (GZB) – Tochter des Städtischen Klinikums der Havelstadt – führen Annett Franz, Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie, sowie Karolin Fahlke, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, in einer neuen Kooperationsform mit der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) an der Fichtestraße 2 die Sprechstunden unter dem Dach der ersten KV-Regiomed-Kooperationspraxis.

Bereits seit Januar gehört die Praxis von Gudrun Schwerdfeger, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, zu dem neuen Verbund. Wie Annett Franz wechselte auch die Gynäkologin nach vielen Dienstjahren im Bad Belziger Klinikalltag nun in eine Praxis. Für das neue Ärztehaus fand jetzt die feierliche Staffelübergabe mit diversen Beteiligten statt, die Anteil an dem für Außenstehende schwer zu verstehenden Konstrukt aus Beteiligungen, Praxisübergaben und Kassensitzen haben.

Dabei erinnerte Hans-Joachim Helming, Vorsitzender der KVBB, daran, dass in Bad Belzig bereits mehrere Pilotprojekte ihren Anfang nahmen. Als Beispiele nannte er den zentralisierten Bereitschaftsdienst sowie das 2010 in Räumen des Krankenhausgeländes etablierte, damals erste KV-Regiomed-Zentrum. In Kooperation mit stationären Trägern sollten so insbesondere fachärztliche Versorgungsangebote wohnortnah gesichert werden, die es so sonst nicht mehr vor Ort geben würde.

Aus diesem Praxisverbund herausgelöst wurden jetzt die Praxen, die an der nahen Fichtestraße ihren neuen Sitz fanden. Zwei weitere Praxen des bisherigen KV-Regiomed-Zentrums – die für Orthopädie sowie Neurologie – gehen in das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) der Klinik Ernst von Bergmann Bad Belzig über.

Annett Franz schätzt das neue Anstellungsverhältnis: „Den Schritt nach über 20 Jahren aus der Klinik heraus, habe ich nicht bereut“, sagt die Medizinerin. Sie teilt sich die vom GZB ausgestatteten Praxisräume mit Karolin Fahlke, die dort speziell für gynäkologische Patientinnen an einigen Tagen der Woche Sprechstunden und ambulante Chemotherapie bei Krebserkrankungen durchführt. Annett Franz diagnostiziert mittels Endoskopie an der Fichtestraße indes Magen- und Darmerkrankungen. Zudem ist die Internistin an einigen Tagen der Woche als Hausärztin in einer ebenfalls vom GZB geführten Praxis in Golzow tätig.

Auch Gudrun Schwerdfeger schätzt „nach den jahrelangen Wirren um neue Strukturen“ im örtlichen Krankenhaus nun die „ruhigere Basis für die Praxisarbeit“ als Frauenärztin. Dabei sei der wirtschaftliche Druck geringer als in einer privaten Niederlassung, sagte die Doktorin der MAZ. Denn für den Umbau und die Ausstattung der neuen Praxen im kleinen Ärztehaus kam der Arbeitgeber auf. Mehr als 100 000 Euro investierte die Gesundheitszentrum Brandenburg GmbH dafür, sagte die Ärztliche Direktorin Milena Schaeffer-Kurepkat auf Nachfrage.

Während der offiziellen Eröffnung der neuen KV-Regiomed-Kooperationspraxis fand Bad Belzigs scheidende Bürgermeisterin, Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) neben dem Lob für die Kooperation aller Beteiligten – und auch der beiden Städte Brandenburg und Bad Belzig – auch kritische Worte. „Die Leistungen des neuen Ärztehauses sind wichtig für die Stadt, um die Versorgung ohne lange Fahrwege für die Patienten zu gewährleisten“, sagte die Stadtchefin. „Das aber würden wir eigentlich vom Krankenhaus im Ort erwarten“, so Klabunde-Quast: „Dort haben wir seit Jahren jedoch den Eindruck, dass die Grundversorgung immer weiter abgebaut wird“. Um die Entwicklung zu erörtern, habe sie für den 22. November zu einer Gesprächsrunde geladen mit Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (Die Linke), Landrat Wolfgang Blasig (SPD) sowie Spitzen-Vertretern der Städte Brandenburg und Bad Belzig.

Von Thomas Wachs

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg