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Aktionskünstler erobern öffentlichen Raum

Bad Belzig Aktionskünstler erobern öffentlichen Raum

Die Aktionskünstler Walter Grimbs aus Zwickau und Martin Büssow aus Bad Belzig haben sich einen Teil des Marktplatzes der Kur- und kreisstadt erobert. Nur für einen Moment – um mit den Passanten in Gespräch zu kommen. Über ernsthafte Probleme.

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Walter Grimbs und Martin Büssow thematisieren Ausgrenzung mitten in der Kur- und Kreisstadt

Quelle: René Gaffron

Bad Belzig. Im Handumdrehen ist mit Kreide ein Rechteck auf dem Marktplatz markiert. Rot-weiße Kegel werden aufgestellt und auf einem Schild ist deutlich zu lesen: Unbefugten ist der Zutritt verboten! Mitten auf dem Marktplatz der Kur- und Kreisstadt. Diejenigen, die hier am Wochenende den öffentlichen Raum besetzt haben, sind Walter Grimbs und Martin Büssow. Für den Fall der Fälle halten sie Absperrband parat.

„Vor allem wegen der Situation der Flüchtlinge ist diese Frage aktuell land auf land ab vielfach diskutiert. Doch stellt die Gesellschaft sie immer wieder“, sagt Walter Grimbs. „Wer nicht das nötige Geld hat, kann nicht überall wohnen und mitunter bleibt Leuten der Zugang zu Hochkultur ebenfalls deshalb versperrt.“

Zum Beispiel zu solchen Themen suchen die Aktionskünstler hessischen Ursprungs den Dialog mit den Betrachtern, die dieses Mal allerdings noch rar geblieben sind. Künftig noch häufiger, versprechen die beiden keineswegs entmutigt. Denn Martin Büssow wohnt seit zweieinhalb Jahren in Bad Belzig. Dieses Mal hat ihn sein Mitstreiter aus Zwickau eigentlich besucht, weil sie gemeinsam am vergangenen Wochenende an der Aktion „48 Stunden Neukölln“ teilgenommen haben. Dort riefen sie die Besucher auf, ihr Essen zu fotografieren und für eine Dokumentation der kulinarischen wie kulturellen Vielfalt in der Hauptstadt zur Verfügung zu stellen. „Satt, satt, satt“, lautete das Motto dort.

Metropolenregion soll es wieder sein, haben Martin Büssow und Frau festgelegt, nachdem sie jahrelang auf der Insel Rügen gelebt haben. Bad Belzig zählt für sie nicht nur wegen entsprechenden Aussage des Maklers, der tatsächlich guten Anbindung, sondern auch wegen der kulturellen Szenerie vor Ort dazu, versichert der 66-jährige Büssow.

Mit Walter Grimbs verbindet ihn die Freundschaft schon aus den Zeiten in Frankfurt/Main. Doch ist er jetzt nach Sachsen geheiratet worden, so dass sich beide noch vorgenommen haben, den Osten für sich zu erschließen.

Dass mitunter Kunst in der Mark ihre Grenzen hat, ist ihnen freilich ebenfalls schon zu Ohren gekommen. Ein Mädchen hatte in Neuruppin bunte Kreide genutzt, um Parkflächen auszumalen und ihre Eltern hätten um ein Haar ein Bußgeld dafür zahlen müssen. Die Obrigkeit im Hohen Fläming ist zumindest an diesem Sonntag nicht auf Beschränkung aus gewesen.

Von René Gaffron

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