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Alkoholiker-Treff nervt Anwohner in Bad Belzig

Mittelmark Alkoholiker-Treff nervt Anwohner in Bad Belzig

Die Anwohner in der Bad Belziger Erich-Weinert-Straße sind genervt. Denn Alkoholiker nutzen die Bushaltestelle vor ihrer Tür täglich als Treff. Lärm und Dreck sind unter anderem die unschönen Folgen. Deshalb wollen die Mieter bei der Wohnungsgenossenschaft ihre monatlichen Zahlungen kürzen.

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An der Bushaltestelle stehen nicht nur wartende Fahrgäste.

Quelle: dpa

Bad Belzig. Lärm und Dreck, mitunter unangenehme Begegnungen direkt vor der Haustür. Das wollen die Bewohner des Mehrfamilienhauses an der Erich-Weinert-Straße 24 nicht länger ertragen. Deshalb werden sie eine Mietminderung beantragen. Das hat Bodo Hauptmann als Betroffener angekündigt. Denn gleich nebenan, an der Bushaltestelle, treffen sich quasi täglich ein paar Alkoholiker. Das Umfeld fühlt sich – vornehm ausgedrückt – belästigt und gestört.

Den Ärger kann Anita Wachner offenkundig nachvollziehen und unterstützt den Protest. Die Geschäftsführerin der Wohnungsgenossenschaft Klinkengrund sagt allerdings zum konkreten finanziellen Anliegen: „Das wäre ein Schaden für alle Mitglieder. Vorhaben könnten nicht wie geplant realisiert werden, wenn die Einnahmen nicht kommen.“ Seit mehreren Jahren werde versucht, mit der Kommune das Problem zu lösen, berichtet die Unternehmenschefin.

Genervt vom Alkoholikertreff nebenan

Genervt vom Alkoholikertreff nebenan: Ehepaar Hauptmann.

Quelle: René Gaffron

Bisher ohne Erfolg. Häufiger als sonst irgendwo üblich werde der Platz gesäubert und regelmäßig von Ordnungsamt und Polizei kontrolliert, heißt es. Die Wirkung von Ermahnungen ist nicht von Dauer.

Idee: Treff soll „Gemütlichkeit“ verlieren

Vorstand und Mieter haben Stadt und Verkehrsbetriebe zunächst einmal gebeten, die Verlegung des Standortes der Haltestelle zu prüfen. Wohl wissend, dass das Problem mit den Randalierern bzw. der Erregung öffentlichen Ärgernisses damit nicht beseitigt ist. Das sieht Roland Leisegang (parteilos) ebenso. „Erste Überlegungen gehen dahin, die Wartehalle abzubauen, jedoch nicht die Haltestelle“, schreibt der Bürgermeister an die Beschwerdeführer, die ihn in die Pflicht nehmen. Während damit der ungeliebte Treff womöglich etwas von seiner „Gemütlichkeit“ verliere, werden Busfahrgäste das Vorgehen nicht begrüßen, ahnt das Stadtoberhaupt und glaubt, dass es mehr Zeit braucht, um für alle Beteiligten eine Besserung zu erreichen.

Carsten Tarrach hat bereits einen Runden Tisch zu dem Thema angekündigt. Der zur Realisierung des Programms „Soziale Stadt“ engagierte Quartiersmanager will den Austausch mit Polizei und Ordnungsbehörde sowie Fachleuten aus der Suchthilfe organisieren. „Es braucht jetzt unabhängig von der längerfristigen Wohnumfeldgestaltung zügig einen akzeptablen Weg“, sagt der Koordinator.

Auf lange Debatten will sich Bodo Hauptmann sowieso nicht mehr einlassen. „Der Einbehalt des Mietanteils ist für 1. Juni in Aussicht gestellt“, sagt der Anwohner.

Von René Gaffron

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