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Alle fünf Arbeiter im Tontagebau gefeuert

Unternehmer zieht Reißleine Alle fünf Arbeiter im Tontagebau gefeuert

Nach dem Einbaustopp für Bauschutt im Tontagebau hat Ulrich Pietrucha am Montag die fünf Arbeiter gefeuert. „Da in dem Streit keine kurzfristige Entscheidung vom Gericht zu erwarten ist, musste ich handeln“, sagte Pietrucha.

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Junior-Chef Christian Pietrucha (l.) und Vater Ulrich auf fertig gestaltetem Gelände.

Quelle: Gunnar Neubert

Niemegk. Nach dem Annahme- und Einbaustopp für Bauschutt im Tontagebau hat Ulrich Pietrucha am Montag den fünf Arbeitern in der Grube gekündigt. "Da in dem Streit keine kurzfristige Entscheidung vom Gericht zu erwarten ist, musste ich handeln", begründet der Unternehmer. Ohne die Annahme von Bauschutt würden die Einnahmen fehlen, um die Leute zu bezahlen.

Umso mehr liegen die Nerven blank. "Ich will etwas für die Region tun. Aber das Bergamt hindert mich daran", klagt Pietrucha einmal mehr. Thomas Hemmerling betrachtet den Stillstand nicht minder mit Sorge. "Der Tagebau darf kein weiteres brachliegendes Abfall-Lager werden", mahnt der Niemegker Amtsdirektor mit Verweis auf die Müllberge an der ehemaligen Sortieranlage in Rädigke/Neuendorf.

Für den Amtsdirektor ist die jüngste Entscheidung des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) zwar nachvollziehbar. "Ob allerdings die Verfügung so strikt und alternativlos sein muss, wage ich zu bezweifeln", sagte er.

Areal von 45 Hektar

  • Das Tonabbaugebiet Niemegk umfasst drei Restlöcher auf einer Fläche von 45 Hektar.
  • Die Vermögensverwaltung Chris-Cat-GmbH Niemegk ist seit Januar 2008 Betreiberin des örtlichen Tonabbaugebietes.
  • Zwischenzeitlich hatte die Siba-Gesellschaft für Kultivierung, Erschließung und Verwaltung von Industriegeländen mbH (Siba) das Areal bewirtschaftet.
  • Ursprünglich hatte die Niemegker Grundstücksverwaltungs GmbH – so hieß die erste Unternehmung von Ulrich Pietrucha – das Bergbaugelände von der Teuhand erworben.
  • Im Besitz des Niemegker Unternehmers ist auch ein zweites ehemaliges Tonabbaugebiet in der Marienthaler Trottheide im Landkreis Oberhavel. Wegen langjähriger Gerichtsverfahren liegt es brach.

Zur Erinnerung: Das LBGR hatte im Juli den Stopp verhängt, weil die zugelassene Höhe des aufgeschütteten Berges überschritten worden ist. Seither darf die Bergbaubaufläche nur mit unbelastetem Mutterboden abgedeckt werden. Ulrich Pietrucha moniert, dass es diesen in der geforderten Güteklasse nicht auf dem Markt gebe. Die Stadt Niemegk sei sehr daran interessiert, erklärt Thomas Hemmerling, dass die Rekultivierung des Tontagebaus zu akzeptablen Bedingungen beendet werde. "Darum werde ich Wirtschaftsminister Ralf Christoffers um Vermittlung bitten", so der Amtsdirektor.

Anlass dazu gibt ein Treffen mit Vertretern des LBGR, das kein befriedigendes Ergebnis gebracht habe. Insbesondere sei die äußerst schwierige Akquise des geforderten Mutterbodens thematisiert worden. Dieser könnte, so der behördliche Vorschlag, vom U-Bahn-Bau in Berlin und vom Bau des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofes nach Niemegk geholt werden.

"Dieser Boden ist als Humusschicht völlig ungeeignet", meint hingegen Ulrich Pietrucha. Denn das Material werde aus einer Tiefe von 20 bis 30 Metern zu Tage gefördert und sei praktisch frei von Nährstoffen. "Ich müsste eine Aufbereitungsanlage errichten, dem Boden Laub, Hölzer und anderes mehr beimengen", erklärt der Unternehmer. Und: Der Betrieb solch einer Mischanlage bedürfe erst einer Genemigung nach Bundesimissionsschutzgesetz. Ungeachtet der neuen Schwierigkeiten will Pietrucha die Rekultivierung der Gruben auf jeden Fall beenden. Der Amtsdirektor müsse sich keine Sorgen machen. "Mit der Stadt sind wir auf dem richtigen Weg", sagt er. Der Abschlussbetriebsplan gebe den Rahmen vor.

Von Gunnar Neubert

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