Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Alle maulen, aber kaum einer hilft mit
Lokales Potsdam-Mittelmark Alle maulen, aber kaum einer hilft mit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 26.02.2017
Bestandsaufnahme im Wohngebiet Klinkengrund: Planer Michael Pinetzki im Gespräch mit Domenic sowie Samir Michael und Kiara. Quelle: Christiane Sommer
Bad Belzig

Kiara, Domenic, Samir und Michael spielen gern Fußball. Die Witterung der vergangenen Tage hat ihnen jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wieder einmal. Das provisorische Spielfeld hinter dem Norma-Markt im Wohngebiet Klinkengrund ist kaum begehbar. Tiefe Pfützen, die Hinterlassenschaften von Hunden und jede Menge Dreck machen das Erreichen des Fußballtores unmöglich. Am Dienstag erzählt das Quartett davon. Beim Workshop „Die Jugend klinkt sich ein“ in der Tagesstätte „Tausendfüßler“. Die Kinder sprechen aber auch darüber, wohin sie an Tagen wie diesen, wenn das Fußballspielen auf dem Platz unmöglich ist, noch gehen.

Lena Schider, Michael Pinetzki und Ralf Hoppe vom Planungsbüro Contextplan in Berlin hören ihnen aufmerksam zu. Sie sind an genau den Wegen interessiert, die die Kinder täglich in dem Plattenbauviertel benutzen. Wie an den Spielplätzen, die sie aufsuchen. Auf einer großen Leinwand, die das Quartier aus der Vogelperspektive zeigt, markieren sie die genannten Orte mit gelben Wollfäden. Sie sollen den Planern später die Arbeit erleichtern.

Baubeginn vor 60 Jahren

Das Wohngebiet Klinkengrund entstand ab Mitte der 1950er Jahre am Stadtrand.

Von 1992 bis 1996 erfolgte eine umfassende Komplettsanierung und Modernisierung.

Gegenwärtig leben in dem Wohngebiet ungefähr 2400 Menschen.

Im Jahre 2015 wurde die Stadt Bad Belzig in das über zehn Jahre laufende Förderprogramm „Soziale Stadt“ des Landes aufgenommen, über das Verbesserungen im Wohnumfeld möglich sind.

Damit Fördermittel optimal eingesetzt und die Planung nach den Bedürfnissen der Bewohner ausgerichtet wird, sind letztere zur Mitarbeit in den Workshops aufgerufen.

Die nächste Gelegenheit für eine Beteiligung besteht am Montag in der Zeit von 18.30 bis 20.30 Uhr in der Erich-Weinert-Straße 11 (ehemaliger Schlecker).

Wie die blauen, grünen und roten Fäden, die jeweils für eine bestimmte Altersgruppe stehen und nach Bürgergesprächen gespannt wurden. Mit Post in die Hausbriefkästen und öffentlichen Aufrufen waren mal Senioren, mal Geschäftsleute und nun der Nachwuchs – vom Kleinkind bis zum Teenager – um Mitwirkung gebeten worden. Doch blieb der Besuch eher gering. Gerade einmal 15 Rentner und Ruheständler nutzten beispielsweise die Gelegenheit, ihren Ärger und ihre Anregungen kund zu tun.

„Die Klinkengrund-Bewohner sind nicht das einfachste Völkchen“, bemerkt Carsten Tarrach. In seiner Funktion als Quartiersmanager informierte er jetzt im städtischen Sozialausschuss über den Stand der Realisierung von Vorhaben aus dem Programm „Soziale Stadt“. Die Bürgerbeteiligung soll wesentliches Merkmal sein.

Der Planer, die Kinder und das Klettergerüst. Quelle: Christiane Sommer

Anne-Marie Anger nutzt die Gelegenheit, sich einzubringen. Sie begleitet die Gruppe auf dem Weg von Spielplatz zu Spielplatz. Mit dabei die sechsjährige Tochter Charlotte und die dreijährige Eva. Die junge Mutter sagt: „Wir sind leider auch im Klinkengrund zu Hause“. Sie kritisiert vor allem den Zustand der Spielplätze.

Vor Ort findet ihre Klage Bestätigung. Glasscherben liegen herum. Viele Geräte bedürfen einer Instandsetzung, einige wurden ersatzlos abgebaut. Dazwischen immer wieder Hundehäufchen. „Früher war es hier viel schöner. Ich hoffe, dass sich tatsächlich Verbesserungen einstellen“, so die Anwohnerin. Positiv bewertet die junge Mutter jedoch die Nähe zu den Einkaufsgelegenheiten im Quartier.

Wer hier richtig Fußball spielen kann, kann auch Deutscher Meister werden. Quelle: Christiane Sommer

Mehr Lob dafür erfuhren die Planer beim Workshop mit den Senioren. Jutta Reimann von der Stadtverwaltung, die die Workshops ebenfalls begleitete, erzählt von Einwohnern die nirgendwo anders zu Hause sein wollen. Es gebe aber mithin Leute, die lieber heute als morgen fort wollen. Die reiferen Semester wünschen sich am ehesten ein kleines Café.

Der zwischenzeitlich sanierte Stadtteiltreff „Klinke 1“ könnte nach Aussage von Carsten Tarrach als Begegnungsstätte genutzt werden. Mit der kleinen Küche im Haus wäre der Kaffeeklatsch im Klinkengrund realisierbar. Er hofft, dass die „Klinke 1“ eines Tages die zweite Wohnstube der Bewohner wird. Für deren Nutzung soll ab sofort intensiv geworben werden.

Von Christiane Sommer

Am Donnerstag haben Hans und Rosemarie Juntke aus Werder ihren Diamantenen Hochzeitstag. Vor 60 Jahren ließen sie sich in Schmergow trauen. Rosemarie verließ ihrer großen Liebe wegen die Heimat und hatte nach der Hochzeit Schwierigkeiten, sich einzuleben. Doch die Liebe vom Tanzabend war standhaft genug. Nun haben die Juntkes ein nächstes großes Ziel.

23.02.2017

Die Gemeindliche Wohnungsgesellschaft Gewog, die Umweltgruppe Lokale Agenda 21 und die Brandenburger Verbraucherzentrale wollen im April die Aktion „PrimaKlimaMieter“ in Kleinmachnow starten.

22.02.2017

15 junge Flüchtlinge haben ein erstes, vom Arbeitsministerium Brandenburg gefördertes Schnupperpraktikum in der Altenpflege abgeschlossen. Ausbildungsstätte war die Altenpflegeschule der Hoffbauerstiftung in Kleinmachnow.

22.02.2017