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Alpaka-Herde im Fläming wächst und gedeiht

Lütte Alpaka-Herde im Fläming wächst und gedeiht

Lars Kallenbach und Susanne Sperfeld haben eine besondere Leidenschaft: Sie hegen und pflegen in Lütte Alpakas und betreuen damit die bislang einzige Herde mit diesen Tieren im Hohen Fläming. Die gemütlichen und genügsamen Anden-Kamele entwickeln sich prächtig.

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Susanne Sperfeld bei ihrer Herde in Lütte.

Quelle: Annett Mohr

Lütte. Väterchen Frost hat sich zwar anscheinend schon vom Acker gemacht. Doch noch ist ein wärmendes Winterfell allemal praktisch. Wie für die Alpakas von Lars Kallenbach und Susanne Sperfeld. Auf ihrem Grundstück in Lütte grasen neun Exemplare aus der Familie der Neuwelt-Kameliden friedlich auf der Weide, wo sie manches Wettrchen aushalten müssen.

Fast stellt sich der Eindruck einer peruanischen Hochebene ein, wo die Kamelform eigentlich zu Hause ist. Doch bis nach Südamerika mussten die beiden gar nicht fahren. „Ein Familienurlaub vor fünf Jahren in Oberwiesenthal war der Auslöser“, berichtet die Hörgeräteakustikerin. Im Erzgebirge gab es schon eine Alpakafarm und mittlerweile weiß das Paar schon von einige Kollegen in der Mark. Im Hohen Fläming ist die Art allerdings noch einzigartig.

Beliebter Wolllieferant

Das Alpaka (Vicugna pacos), auch Pako, ist eine aus den südamerikanischen Anden stammende, domestizierte Kamelform, die vorwiegend ihrer Wolle wegen gezüchtet wird. Der Bestand an Alpakas in Peru liegt bei etwa 3,5 Millionen Tieren, was ca. 80 Prozent des weltweiten Bestandes ausmacht.

In Europa wird Alpakawolle bisher eher wenig genutzt. Alpakas werden in Deutschland aufgrund ihres ruhigen und friedlichen Charakters auch in der tiergestützten Therapie eingesetzt.

Alpakas sind wie alle Kamele soziale Tiere (Herdentiere) und fühlen sich in Gruppen am wohlsten. Sie sind Pflanzenfresser und ernähren sich fast ausschließlich von Gräsern.

„Das Interesse an den pflegeleichten und sauberen Tieren war schnell geweckt“, bestätigt Susanne Sperfeld. Wobei weder sie noch Partner Lars Kallenbach, der Fußbodenleger ist, derzeit ihren Hauptberuf wechseln würden. Doch die Herde wächst. Im Juli 2013 fanden die ersten drei Stuten ihr neues Zuhause vor den Toren der Kur- und Kreisstadt. Inzwischen sind neun der Paarhufer auf der Weide hinter dem Wohnhaus und in der zum Stall ausgebauten Scheune einquartiert.

Dort haben sie augenscheinlich gute Lebensbedingungen „Zugefüttert werden lediglich Heu und einige wichtige Mineralien, die die Stuten für sich und ihren Nachwuchs benötigen“, erläutert Susanne Sperfeld. Und natürlich stehe immer frisches Wasser bereit. So ist bis heute eine kleine, aber feine Zucht mit guter Wollqualität entstanden: Wobei auf der Farm am Lütter Bach der Verkauf von Jungtieren und die Wollproduktion im Vordergrund stehen. Einmal jährlich, im April oder Mai, geht es den Alpakas dann buchstäblich an den Kragen. Eine Schererin befreit die Tiere von ihrer kostbaren Wolle, die im Sommer nicht gebraucht würde. Sie wird gereinigt und in einer Manufaktur weiterverarbeitet.

Schnuckelig und flauschig

Schnuckelig und flauschig: Auf dem Willeminenhof in Deetz fühlen sich die Alpakas wohl

Quelle: Heiko Hesse

Schließlich dient die Alpakawolle zum Beispiel als Füllung für Bettdecken – statt Daunen –, da sie antiallergen, temperaturregulierend, sehr weich und nicht fetthaltig ist, heißt es. Sie eignet sich hervorragend zum Stricken und wird dem Vernehmen nach als zweitteuerste Wolle nach Kaschmir gehandelt. Aus dem „Abfall“, der bei der Schur von Beinen und am Hals entsteht, wird bei Geschäftspartnern in Sachsen immerhin Seife ohne Konservierungsstoffe in 20 bis 25 verschiedenen Duftnoten hergestellt.

In jedem Fall sind die Tiere sommers wie winters ein Blickfang. Zur Brandenburger Landpartie im Sommer wurden sie schon in Szene gesetzt. Wandersleute oder Kindergartengruppen haben an den Alpakas ebenfalls ihre Freude, gleichwohl sie zwar handzahm, aber doch keine Kuscheltiere sind.

Von Annett Mohr

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