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Potsdam-Mittelmark Alpakas ist die Umleitung ziemlich egal
Lokales Potsdam-Mittelmark Alpakas ist die Umleitung ziemlich egal
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16:06 26.04.2018
Lutz Ladewich verteilt Leckerlis an einige seiner Alpakas. Der Hof befindet in der Rietzer Dorfmitte und wurde Schritt für Schritt ausgebaut. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Rietz

Den Umleitungsverkehr durchs Dorf nehmen sie gelassen. Nur wenn Besuch kommt, ist ihre Neugier kaum zu bändigen. Dann lassen die Alpakas von Lutz Ladewich vom Grasen ab. Schnell sind sie auf ihren schlanken Beinen beim Besitzer. Der verteilt ein paar Leckerlis. „Ich bin gern unter meinen Tieren. Das ist Entspannung pur“, findet der Rietzer, der sein Geld auf dem Bau verdient.

Wolle in verschiedenen Farben

Auf dem 6500 Quadratmeter großen Grundstück in Nachbarschaft zur Kirche haben die zehn Paarhufer genügend Auslauf. Rainbow-Alpakas nennt Ladewich seine kleine Herde. Ganz so bunt wie ein Regenbogen sind die zutraulichen Tiere zwar nicht, doch die unterschiedlichen Fellfärbungen von Pavel, Perry, Chico, Moritz, Appel und den anderen Artgenossen sind beträchtlich. Weiß, schwarz, dunkelbraun – jedes Alpaka hat seine eigene Wolle.

Frühlingsfest mit Alpakas

Am 10. Mai feiert der Alpaka-Hof in Rietz von 13 bis 17 Uhr ein Frühlingsfest. Geöffnet sind Hofladen mit Café. Es gibt einen Handwerkermarkt, für den sich Interessenten anmelden können. Der nahe Sonnenhof veranstaltet einen Trödelmarkt.

Das Alpaka ist auch unter dem Namen Pako bekannt. Es stammt aus den südamerikanischen Anden. Hauptverbreitungsgebiet ist Peru, wo etwa 3,5 Millionen Tiere leben. Die Zahl entspricht etwa 80 Prozent des weltweiten Bestandes.

Nach der Wende sind in der Region bereits mehrere Alpaka-Höfe entstanden. In Deetz gibt es den Willeminenhof, wo man mit den Tieren wandern kann . In Lütte gibt es die Fläming-Alpakas und in Teltow-Fläming die Alpaka-Farm Nieplitzhof.

Genau um dieses Naturprodukt geht es dem Rietzer bei seiner Zucht, die als Nebenerwerb angemeldet ist. Das regelmäßige Scheren zwischen Mai und Juni ist Familiensache. Dabei hilft Ehefrau Diana mit. Jedes Alpaka bringt es auf zwei bis vier Kilo Wolle. „Die Menge kann je nach Tier und Witterungsverlauf schwanken“, weiß der Halter. Die Alpakafaser liefert Ladewich zu verschiedenen Weiterverarbeitern. Aus der Rohwolle wird Strickwolle, Alpaka steckt in Kopfkissen, Bettdecken, Einlegesohlen und Nackenrollen. Als Fertigprodukte kommt die Naturware wieder nach Rietz zurück. Denn zu dem Anwesen gehört ein Hofladen, der an den Wochenenden geöffnet ist.

Berghunde als Aufpasser

Für eine tierische Sicherheit der Rainbow-Alpakas sorgen Shira und Sam. Die beiden Pyrenäen Berghunde vertragen sich gut mit den anderen Vierbeinern und behalten die Herde bei Abwesenheit der Besitzer im Auge. „Natürlich ist der Wolf für uns als Tierhalter ein Thema. Auch wenn es in Rietz noch keine Zwischenfälle gab“, sagte Ladewich der MAZ. Er hoffe, dass seine Hunde eine wirksame Alarmanlage gegen unliebsame Besucher seien. Die Nacht verbringen die Alpakas grundsätzlich im Stall. Vor acht Jahren hat sich der ehemalige Götzer die ersten Alpakas angeschafft. Mehrere Jahre war Ladewich an den Wochenenden auf Weihnachtsmärkten unterwegs, um warme Alpakasocken und andere Bekleidung an den Mann zu bringen.

Seit einigen Jahren gehören die Alpakas zum Rietzer Dorfbild. Quelle: Frank Bürstenbinder

Heute wird alles, was die heimischen Kamel-Verwandten an Wolle liefern im eigenen Hofladen verkauft. Darunter sind auch spezielle Produkte, die aus Südamerika importiert werden. Mit Heu und Wasser sind Alpakas in der Regel zufrieden. In Rietz gibt es etwas Mineralfutter dazu. Vor fünf Jahren entschlossen sich die Ladewichs zum Umzug nach Rietz. Ein altes Stellmachergrundstück mit angeschlossener Landwirtschaft bot sich als großzügige Alternative zum Götzer Zuhause.

Im Rietzer Hofladen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Schritt für Schritt baute sich die Famlie das Anwesen in Rietz aus. Im vergangenen Herbst wurde der Hofladen mit Café eröffnet. Selbst bei schlechtem Wetter können Besucher die Alpakas durch die großen Fenster beobachten. Ab und an führen die Ladewichs ihre Tiere am Zügel aus. Ein Ausgang, der für Aufsehen im Dorf sorgt.

Nicht als Fleischlieferant vorgesehen

Für Wanderungen mit Besucher werden die Tiere allerdings nicht eingesetzt. Dafür gibt es auf dem Hof ausreichend Sitzplätze, um die Alpakas in ihrem Gehege zu beobachten. Einmal angeschafft, werden die kuschligen Paarhufer, die in Stuten und Hengste getrennt sind, in Rietz alt. Alpaka-Fleisch ist für Lutz Ladewich derzeit kein Thema.

Von Frank Bürstenbinder

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