Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Als Martin Luther in Bad Belzig war
Lokales Potsdam-Mittelmark Als Martin Luther in Bad Belzig war
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:07 11.03.2018
Historiker Ralf Gebuhr erklärt Stätten der Reformation in Bad Belzig. Quelle: Stefan Specht
Anzeige
Bad Belzig

Nun hat auch Bad Belzig, was es in Treuenbrietzen schon seit einem Jahr gibt: Eine Ausstellung über die Geschichte der Reformation und die lokalen Auswirkungen auf Land und Leute. Sechs Exponate weisen im Bild der Kur- und Kreisstadt auf das Schaffen Martin Luthers hin, der vor 498 Jahren seine 95 Thesen im nahegelegenen Wittenberg an die Kirchtür nagelte. Wenn sich das Ereignis in zwei Jahren zum 500. Mal jährt, will Bad Belzig gewappnet sein.

Der Titel der zweisprachigen Ausstellung „Reformation was an urban event.“ oder auf deutsch: „Die Reformation war eine städtische Angelegenheit“ weist auf den Inhalt der Ausstellungsstücke hin. Konzipiert wurde die vom bekannten Historiker Ralf Gebuhr. Beim Premieren-Rundgang berichtete der Wissenschaftler, dass es hauptsächlich an den Bürgern einer Stadt lag, ob die Reformation griff oder an dem Ort vorbei ging. „In Belzig waren die Bürger offen. Spuren der Veränderungen nach 1517 sind an mehreren Stellen zu sehen“, berichtete er. „Dieser Aspekt der Reformationsgeschichte findet in der Öffentlichkeit bisher kaum Beachtung, obwohl sich die frühen reformatorischen Bemühungen auf die Städte konzentrierten.“

Eine Stele und eine Tafel

Aber was hat Bad Belzig mit Martin Luther zu tun? „Nun, er hat sich nachweislich hier aufgehalten“, berichtet Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) mit Verweis auf die schriftlich belegte Schulvisitation. „Und auch wenn es nicht so gewesen wäre, sind seine Spuren nicht zu übersehen“, sagt die Verwaltungschefin auf ebenfalls belegte Kontakte zu Mitstreitern im Hohen Fläming. Jetzt ist dies dokumentiert im Zentrum der Kur- und Kreisstadt. Eine Stele vor dem Rathaus und eine Tafel vor einem Sitznieschenportal in der Wiesenburger Straße geben Auskunft. Weitere Exponate sind in der Straße der Einheit, am Gertraudenfriedhof, auf dem Kirchplatz und am ehemaligen Spital und Armenhaus und heutigem Brauhaus zu finden. In einer in der Tourist-Information erhältlichen Broschüre sind die Exponate und deren Bedeutung ausführlich beschrieben.

Kosten: 15 000 Euro

Verschiedene Mitgliedstädte der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen (Treuenbrietzen, Jüterbog, Mühlberg, Herzberg, Bad Belzig, Luckau) haben sich bereits seit längerem mit dem Thema „Prediger und Bürger - Reformation im städtischen Alltag“ befasst. Dazu haben die teilnehmenden Städte ihre lokale Reformationsgeschichte aufgearbeitet.

In Bad Belzig bilden sechs Stehlen und Tafeln die Ausstellung zur Reformation.

Die Kosten für Recherche, Aufarbeitung und Anfertigung der Exponate belaufen sich auf rund 15.000 Euro, die zum Teil unter anderem vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur gefördert wurden.

Die Exponate sollen auf unbestimmte Zeit in der Stadt bleiben, sagte Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast. Das Lutherjahr wird 2017 begangen.

Katrin Lange hat an der ersten Führung teilgenommen und zeigt sich beeindruckt. „Hier können die Bad Belziger und ihre Gäste jetzt Stadtgeschichte hautnah erleben.“ Die Staatssekretärin im Infrastrukturministerium fühlt sich bestätigt. Die Kurstadt kann sich wirklich sehen lassen. Dank der Städtebaufördermittel in Höhe von rund 33 Millionen Euro ist der Stadtkern inzwischen weitgehend saniert.“ Für Birgit Würdemann von der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“, in der Bad Belzig Mitglied ist, gehört die Kur- und Kreisstadt nach Jüterbog, Mühlberg und Herzberg zu den wichtigsten Reformationsstätten in Südbrandenburg.

Von Stefan Specht

Potsdam-Mittelmark Murnau-Grab auf dem Südwestkirchhof - Leiche vom Nosferatu-Regisseur geschändet

Gruseliger Diebstahl auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark). Unbekannte haben aus der Gruft der Familie Murnau einen Schädel gestohlen. Nicht irgendeinen. Es ist der Kopf von Friedrich Wilhelm Murnau, dem Regisseur des Gruselfilm-Klassikers „Nosferatu“.

15.07.2015

„Schlichten ist besser als richten“ – Nach diesem Motto richtet sich das Leben von Gisela Stahn seit zwei Jahrzehnten. Neben Beruf und Familie sowie Einsätzen als Schöffin engagiert sich die Kleinmachnowerin seit der Gründung der Schiedsstelle im Jahr 1995 als Schiedsfrau der Gemeinde und bringt dort Streithähne zur Vermittlung an einen Tisch.

15.07.2015
Brandenburg/Havel Erzieherin Marlis Wagner aus Wusterwitz geht in Rente - Liebeserklärungen zum Abschied

Mit Rosen und Liebeserklärungen von Schülern ist Erzieherin Marlis Wagner in Wusterwitz an der Götze-Grundschule nach insgesamt 38 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet worden. „Ich war gerne Hortnerin, aber jetzt freue ich mich auf eine intensivere Zeit mit meiner Familie“, sagt die zweifache Großmutter, die am Sonntag ihren 63. Geburtstag feiert.

17.07.2015
Anzeige