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Alte Post soll ein kleines Museum werden

Brück Alte Post soll ein kleines Museum werden

Sonderpoststempel und alte Postfahrräder: Die ersten Ausstellungsstücke für ihr Vorhaben hat Ricarda Müller aus Brück (Potsdam-Mittelmark) schon zusammengestellt. Die 51-Jährige lebt seit über 30 Jahren im ehemaligen Postamt und möchte im Eingangsbereich des als Kultur- und Gästehaus bekannten Gebäudes ein kleines Postmuseum einrichten.

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Auch die ausrangierten Postfahrräder sollen Teil des Museums werden. 

Quelle: Christiane Sommer

Brück. „Das Stempeln der Postsachen hörte man im ganzen Haus. Ich empfand das Geräusch immer als angenehm, nie als störend“, sagt Ricarda Müller aus Brück. Seit 1985 lebt sie im früheren Postamt, das heute als Seminar-, Kultur- und Gästehaus bekannt ist. Im Herbst 2018 jährt sich der Tag, an dem das Amt als solches für immer seine Türen schloss, zum 20. Mal. Ricarda Müller hofft, dass es bis dahin zumindest teilweise wieder eröffnet werden kann – mit musealem Charakter. Die 51-Jährige möchte im Erdgeschoss, der heute als Empfangsbereich genutzt wird, ein kleines Postmuseum einrichten.

Historische Stempel gehören zu der Sammlung

Historische Stempel gehören zu der Sammlung.

Quelle: Christiane Sommer

Die ersten Ausstellungsstücke liegen bereits parat und der Aktenordner, in dem Müller ihre Vision zu Papier gebracht hat, füllt sich immer mehr. Seit zehn Jahren nimmt die Idee bereits Gestalt an. Sie zeigt auf einen alten Postbriefkasten, den sie bei einem Antiquitätenhändler ersteigerte und der die Idee ins Rollen brachte. Der Briefkasten ist vermutlich nur unwesentlich jünger als das Haus. Als es gebaut wurde, trug die heutige Ernst-Thälmann-Straße noch den Namen Eisenbahnstraße.

Konzert als Hommage an Udo Jürgens

Im Kulturhaus der Alten Brücker Post findet am Freitag, 8. Dezember, das Konzert „O Du Udo – Immer wieder geht die Sonne auf“ statt. Beginn ist um 19 Uhr.

Maila Barthel (Gesang und Spiel) und Frank Augustin (Klavier und Gesang) erinnern an den unverwechselbaren Künstler Udo Jürgens (1934-2014).

Die Karten kosten im Vorverkauf 15 Euro, an der Abendkasse 18 Euro.

Weitere Informationen unter www.altebrueckerpost.org und 033844/51 90 38.

Einige historische Ansichtskarten, die für das Museum bereits geschenkt wurden, erinnern an jene Zeit und daran, dass das stattliche Gebäude ursprünglich nicht als Dienstgebäude für die Post erbaut wurde. Vielmehr war es der Brücker Bauunternehmer August Giesch, der dieses und das Nachbarhaus in den Jahren 1902/03 errichtete.

Ricarda Müller sucht noch weitere Exponate

Ricarda Müller sucht noch weitere Exponate.

Quelle: Christiane Sommer

Nach seinem Tod fiel der Besitz an seine Töchter. Während die Familie das vordere Wohnhaus weiter bewohnte, verkauften sie das dahinter liegende an die Postbehörde. Die baute um und eröffnete 1927 ein Postamt. Im Erdgeschoss befanden sich fortan die Diensträume, im Obergeschoss die Wohnung für den Postverwalter. Ricarda Müller und einige Brücker erinnern sich noch gut an diese Raumaufteilung.

„Ich fand es immer interessant, von unserer Wohnung im Obergeschoss die Postfrauen unten zu erleben“, erzählt die 51-Jährige. Sie erlebte, wie Postsachen an- und abgefahren wurden, wie die Postfrauen an sechs Tagen in der Woche ihre Postfahrräder beluden und bei Wind und Wetter Briefe, Zeitungen, Ansichtskarten, Pakete und mehr beförderten. „Es war kein einziger Mann dabei. Es waren immer nur Frauen“, bemerkt sie lächelnd. Dann flitzt sie los, um einige Schätze zu holen, die die Post bei ihrem Auszug aus dem Haus 1998 zurückließ.

So kommen die Pakete zum Empfänger – historisches Schaubild

So kommen die Pakete zum Empfänger – historisches Schaubild.

Quelle: Christiane Sommer

Auch diesen Auszug hat Ricarda Müller noch gut im Gedächtnis. Unter den im Keller zurückgelassenen Dingen fand sie nach dem Kauf des Hauses unter anderem einige alte Sonderpoststempel, für die Sammler heute bereit wären, ein Vermögen zu zahlen. Auch die beiden alten Postfahrräder, die Jahr für Jahr mit frischem Blumenschmuck versehen vor dem Haus in der Ernst-Thälmann-Straße stehen, gehören zu den Hinterlassenschaften der Post.

Das alte Schild prangte einst an der Fassade

Das alte Schild prangte einst an der Fassade.

Quelle: Christiane Sommer

Aktuell sucht die 51-Jährige nach einem passenden Fördermitteltopf zur Umgestaltung des Eingangsbereichs und nach Gleichgesinnten, die die Museumsidee unterstützen wollen. „Vielleicht kann der eine oder andere Dinge, die mit der Post in Verbindung stehen, leihweise oder als Schenkung für die Ausstellung zur Verfügung stellen“, hofft Müller.

Später sollen im Haus auch wieder Ansichtskarten, Briefmarken und andere Dinge erhältlich sein, die mit der Post zu tun haben. So wie die Brücker Postsäule in Miniaturformat, die es exklusiv nur dort zu kaufen gibt.

Von Christiane Sommer

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