Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Alte Schule soll zum Ort der Begegnung werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Alte Schule soll zum Ort der Begegnung werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:15 14.03.2018
Stefan Aue und seine Frau Bettina Sund haben die alte Schule in Lobbese erworben. Sie wollen das Denkmal sanieren, darin wohnen und Kultur auch für die Öffentlichkeit anbieten. Quelle: Foto: Andreas Koska
Anzeige
Lobbese

An der Eingangstür muss man gegen eine alte Kuhglocke schlagen, um sich bei den neuen Besitzern der alte Schule im Dorf Lobbese Gehör zu verschaffen. „Hier läuten“, erklärt eine Aufschrift den Sinn des Instruments, bei dem es sich auch um eine Ziegenglocke handeln könnte. Ist doch direkt daneben das Bild einer Geiß zu sehen. Schon öffnet der Hausherr die Tür zum roten Klinkerbau.

Im großen Klassenraum hatte die ehemalige Besitzerin im Halbrund mit gemauerten Ziegelsteinen eine Badestube abgeteilt. „Sonst gab es hier in den letzten Jahrzehnten kaum Erhaltungsarbeiten“, berichtet Stefan Aue. Gemeinsam mit seiner Frau Bettina Sund hat er die alte Schule Ende 2017 erworben. Das im Jahr 1911 erbaute Haus wurde bis in die 70er-Jahre als Schule genutzt und steht unter Schutz.

„Wir arbeiten eng mit dem Denkmalschutz und würden gern vor allem die Einwohner von Lobbese einbeziehen“, sagt der Autor und Kulturreferent aus Berlin. Mit seiner Frau hat er nach einer Immobilie im Umland gesucht und stieß auf Lobbese. „Wir kannten das Dorf von den Durchfahrten.

Beide hatten wir in Leipzig gearbeitet und sind ab und an übers Land Richtung Berlin unterwegs gewesen“, erzählt der 40-Jährige. Seine drei Jahre jüngere Partnerin ist Übersetzerin und hat unter anderem die vor kurzem erschienene Biografie zu Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron von Anne Fulde aus dem Französischen mit ins Deutsche übertragen.

„Unser Haus sollte etwas besonderes sein, etwas mit Geschichte und das ist die Schule ganz sicher“, glaubt Stefan Aue. Das Paar möchte in dem Haus wohnen aber auch arbeiten und die Räume für das Dorf sowie Kulturangebote, Seminare und Ähnliches öffnen. „Es ist die Idee der ’Public School’, denn lernen tut man in allen Lebensphasen“, erläuterte Aue das Vorhaben jüngst in der Arbeitsgruppensitzung der Lokalen Aktionsgruppe Fläming-Havel (LAG) im Gutshaus Klein Glien.

Die beiden Investoren haben sich gemeinsam mit 54 weiteren Projekten um eine Förderung aus dem Leader-Topf der Europäischen Union beworben. Bis 20. Februar mussten die Projektblätter eingereicht sein. Insgesamt stehen in dem siebten Auswahlverfahren nun wieder 3,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die eingereichten Projekte haben allerdings einen Förderumfang von rund zehn Millionen Euro.

Neue Antragsrunde im Herbst

In Klein Glien wurden der LAG 25 Projekte aus dem Hohen Fläming vorgestellt.

Zwei Nachmittage lang hatten zudem die Ideen aus dem Havelland und der Nuthe-Nieplitz-Region die Chance.

SeitSiet Beginn der Förderperiode im Jahr 2014 wurden bisher 160 Projekte positiv beschieden und durften Förderanträge beim Landesamt für ländliche Entwicklung stellen.

Damit sind bisher 19,1 Millionen des Gesamtbudgets von 24,4 Millionen Euro gebunden.

Im Herbst 2018 gibt es erneut einen Stichtag für die Antragstellung.

Die Ideen werden nun vom Vorstand der LAG bis April bewertet. „Wer jetzt keinen Zuschlag erhalten hat, darf sich erneut bewerben“, sagte LAG-Geschäftsführer Heiko Bansen den Antragstellern.

Der Ausbau der Alten Schule soll nach den Vorstellungen von Stefan Aue und Bettina Sund bis 2020 in drei Abschnitten abgeschlossen sein. Insgesamt rechnen sie mit Kosten von rund 300 000 Euro.

Im Amt Brück sollen der Ausbau der Scheune in Oberjünne zum Mehrgenerationenhaus und die Erweiterung der Kita „Sonnenschein“ in Borkheide gefördert werden. Aus dem Amt Niemegk gibt es Hoffnungen auf einen Zuschuss für den Wegebau zum Observatorium. Die Gemeinde Wiesenburg/Mark indes will mit Fördergeld die Hülle der Grundschule sanieren und die Kita „Pusteblume“ im Ortsteil Reppinichen braucht neue Fenster.

Zudem soll in der Schlamauer Straße ein neuer Bürgersteig den Zugang zum Friedhof erleichtern und der Wehrgang am Schloss muss abgedichtet werden. Die privaten Schlosseigentümer würden sich ferner über Unterstützung zur Sanierung der Zufahrt und der Stützmauer freuen.

Allein neun Ideen für Förderanträge liegen aus dem Amt Ziesar vor. Wegebau, Spielplatz und Kitabau stehen im Vordergrund. In Görzke möchte Volker Groeling in einer ehemaligen Gaststätte ein Musik- und Kulturzentrum etablieren. In Wiesenburg plant Markus Schmidt, in einer ehemaligen Fleischerei ein Café zu eröffnen.

In Rädigke möchte der Agrarbetrieb ein neue Ölmühle bauen, um der großen Nachfrage nach Rapsöl zu begegnen und neue Produkte zu entwickeln. „Es ist geplant, Leinöl und Sonnenblumenöl nach unterschiedlichen Rezepturen herzustellen und auch die Eigenabfüllung zu etablieren“, erklärte Geschäftsführer Florian Schulze. Die Niemegker Kirchengemeinde würde mit EU-Geld gern die Baer-Orgel sanieren.

„Es ist das größte Instrument im Landkreis und das größte von dem Niemegker Orgelbauer geschaffene Werk“, heißt es laut Pfarrer Daniel Geißler. Auch die Kirchengemeinde in Wenzlow würde gern mit der Sanierung ihres Gotteshauses fortfahren.

Von Andrea Koska

Zur Verleihung der Stahnsdorfer Ehrennadel können die Einwohner der Gemeinde bis zum 20. August wieder besonders engagierte ehrenamtliche Helfer aus ihrem Umfeld vorschlagen. Die Auszeichnung soll am 12. Oktober im Rahmen einer Feierstunde vorgenommen werden. Die Stahnsdorfer Ehrennadel wird seit 2014 verliehen.

10.04.2018

Das Goldene Buch der Stadt Werder ist seit Dienstagabend um drei Einträge reicher. Für ihre Verdienste in der Leitung des Heimatvereins ist Edelgard Baatz gewürdigt worden. Edeltraud und Wilfried Nebert wurden für ihr Engagement im Schützenverein zu Glindow geehrt. Ihre Vereinskollegen haben ihnen zu diesem Anlass ein Geschenk gemacht.

14.03.2018

In der Region um Brandenburg haben 19 Privatleute, Vereine, Kommunen und Kirchengemeinde viel vor: Sie hoffen auf rund 2 Millionen Euro EU-Fördergeld. Insgesamt stehen für Initiativen zwischen Fläming, Nuthe-Nieplitz und Ziesar 3,5 Millionen Euro Leader-Fördermittel bereit. 55 Projekte mit einem Fördervolumen von 10 Millionen Euro warten auf Zuschüsse.

15.03.2018
Anzeige