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Potsdam-Mittelmark Am heilenden Wasser gebaut
Lokales Potsdam-Mittelmark Am heilenden Wasser gebaut
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00:17 28.05.2017
Für einen Gedenkstein am Schwanebecker Gesundbrunnen hat Chronistin Bärbel Kraemer schon gesorgt. Quelle: Andreas Koska
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Schwanebeck

Das Dorf Schwanebeck und das Wasser sind untrennbar miteinander verbunden. Vor 325 Jahren wurde dort die Heilwirkung einer Quelle entdeckt und der kleine Ort ein vielbesuchtes Kurbad. Am Gesundbrunnen wurden vor allem Magenbeschwerden, Arthritis, Gicht, Hüft- und Lendenschmerz gemildert. Zwölf Quellen gibt es an den Fläminghängen im Ort. Seit kurzem erinnert ein Gedenkstein an die spannende Geschichte. Am Teich finden Ausflügler auch das alte Nachtwärterhäuschen. Einige Brückchen überwinden den Hellbach.

Die heilsame Quelle am Rande des Dorfes

Der sogenannte Gesundbrunnen ist im Jahre 1692 entdeckt worden. Aus einer Schrift des Belziger Chronisten Eilers ist überliefert, dass das mutmaßliche Heilwasser bereits die Menschen anzog.

Schwanebeck wurde weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt.

Weil das Wasser aus dieser Quelle durch schweflig-eisenhaltiges Erdreich floss, sprach man ihm gesundheitsfördernde Eigenschaften zu. So sollten Magenbeschwerden, Arthritis, Gicht, Hüft- und Lendenschmerz gelindert werden können.

Schon damals ließ man das Wasser untersuchen und der positive Befund bestätigt.

Wer sich nicht an der Quelle labte und das kostbare Nass mit sich nehmen wollte, hatte etwas Besonderes zu beachten: Damit das Wasser nicht seine Heilkraft verliert, sollte es möglichst in hölzernen Gefäßen befördert werden.

Der Gedenkstein ist allerdings gar nicht so leicht zu finden. Und mit dem Namen der Durchgangsstraße „Am Gesundbrunnen“ kann auch kaum jemand etwas anfangen. „Deshalb werden wir noch eine Infostele errichten“, informiert Bärbel Kraemer. Die Schwanebecker Heimatforscherin koordiniert die Veranstaltungen anlässlich des Quelljubiläums. Die Stele, die am 1. Juli feierlich enthüllt wird, erinnert an die zum Deutschen Wandertag vor fünf Jahren aufgestellten Holzpfähle. Darauf sind eine Metalltafel mit Fotos und einem erklärenden Text sowie ein Ortsplan montiert. So wird es auch in Schwanebeck sein, gestaltet vom Bad Belziger Planer Gunnar Lange.

Die Texte informieren über den Straßennamen und die Geschichte des Gesundbrunnens. Wenn es nach Bärbel Kraemer geht, soll es dabei nicht bleiben. „Wir sollten den touristischen Aspekt ausbauen, es nutzen viele den Europaradweg R1 durch unser Dorf und erfahren nichts darüber“, bedauert die Chronistin. Deshalb würde sie sich noch weitere Informationstafeln wünschen. So am Schwanebecker Bach im Ortszentrum am Anger, den man in Fredersdorf den Fredersdorfer und in Bad Belzig den Belziger Bach.

Das alte nachtwächterhäuschen. Quelle: Andreas Koska

Immerhin war der für so manches Hochwasser im Dorf verantwortlich. Auch der Kirche sollte eine Erklärungstafel gewidmet werden. „Das wäre für den Anfang schön“, sagt Kraemer. Sie will nun beim Ortsbeirat um Unterstützung für das Projekt werben. „Es wäre einfach toll, wenn unser Ortsvorsteher Walter Rettig als alteingesessener Schwanebecker, sich auch dafür begeistern könnte“, hofft die Heimatforscherin.

Nach dem Beispiel anderer Fläming-Dörfer wie Rädigke, kann sie sich in der Zukunft ein ganzes Netz solcher Tafeln vorstellen. So vor dem alten Schulhaus, an der Mühle, am Pfarrhaus, am Gasthof oder am einstigen Konsum. „Viele der Neubürger aber auch Kinder kennen die Geschichte ihres Dorfes und der Gebäude gar nicht“, glaubt die Chronistin.

Mehr Informationen wäre nicht nur doch in ihrem Interesse. „Auch die Radfahrer würden dann sicher im Dorf verweilen“, glaubt Bärbel Kraemer, die als Autorin für viele Dorfchroniken im Fläming verantwortlich zeichnet.

Sie ist froh, dass die Stadt Bad Belzig den Aufbau erste Stele im Ortsteil Schwanebeck finanziell unterstützt. Sie selbst wird wohl weiter für ihre Idee werben. Mitstreiter hat sie schon gefunden. So wird auf jedem Fall im Herbst ein Laubbaum als Abschluss der Gedenkfeiern für den Gesundbrunnen gepflanzt.

Von Andreas Koska

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