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Amerikaner interessiert Flüchtlingshilfe

Harvard-Studierende in Stahnsdorf Amerikaner interessiert Flüchtlingshilfe

Etwa 30 Studierende der Harvard Kennedy School of Goverment besuchten am Montagmorgen die beiden Flüchtlingsheime in Stahnsdorf. Kurz vor dem Treffen mit Bundesjustizminister Heiko Maaß (SPD) zum Thema Flüchtlingspolitik in Deutschland wollten sich die Amerikaner an einem konkreten Beispiel über die praktischen Erfahrungen der Hilfe informieren.

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Zum Abschied gab es noch ein Erinnerungsfoto an den „G-30-Gipfel“ in Stahnsdorf.
 

Quelle: H..Helwig

Stahnsdorf.  Auf ihrer Studienreise durch Europa besuchten am Montagmorgen etwa 30 Studierende der Harvard Kennedy School of Goverment aus den USA die beiden Übergangswohnheime in Stahnsdorf. Die angehenden Mitarbeiter in Verwaltungen, Bildungseinrichtungen und administrativen Behörden wollten sich vor einem Treffen mit Bundesjustizminister Heiko Maaß (SPD) zum Thema Flüchtlingspolitik in Deutschland ein ganz konkretes Beispiel der Hilfe vor Ort ansehen.

„Die Studierenden sind politisch sehr interessiert. In den USA sind die Flüchtlinge in Europa das zweitwichtigste Thema – gleich hinter ’VW’“, übersetzte die ehrenamtliche Helferin Paula Ziehr zu Beginn der gemeinsamen Gesprächsrunde mit Betreuern und Flüchtlingen den Grund der Visite. Die Gäste hätten vor der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) großen Respekt, bestätigte auch Dolmetscher Tamer Teker aus Duisburg. Zuvor hatten die Sozialarbeiter Thomas Kaminsky, Mariam Nebieridzse und Sheval Minahi die Gruppe durch die beiden Häuser geführt und ihnen unter anderem das Spielzimmer für die Kinder sowie eine Flüchtlingsunterkunft gezeigt.

Ob und welche Konflikte es unter den Flüchtlingen gäbe, wie viele von ihnen in Deutschland schon eine Arbeit gefunden hätten oder wie viele Asylbewerber wieder in ihre Heimat zurück geschickt wurden, wollten die Studierenden unter anderem wissen. Kaminsky konnte versichern, dass bis auf kleine alltägliche Streitigkeiten dramatische Auseinandersetzungen bislang ausgebleiben sind. Die Sozialarbeiter konnten meist schnell schlichten. 22 Flüchtlinge aus beiden Häusern hätten seit Eröffnung der Heime Arbeit gefunden. Bis zu 90 Prozent ehemaliger Bewohner, die aus dem Balkan kamen, hätten die Übergangswohnheime wegen des fehlenden Aufenthaltsrechts wieder verlassen, sagte Minahi.

Sein persönliches Beispiel schilderte der 33-jährige Achmed Uzedin aus Eritrea. Er hatte in Italien EU-Boden betreten und nach seinem Asylantrag schlechte Erfahrungen mit den dortigen Behörden gemacht. Nach dem sogenannten Dublin-Verfahren muss das Land das Asylverfahren durchführen, in dem der Antragsteller zuerst eingereist ist. Mit juristischer Hilfe aus Deutschland konnte Achmed erreichen, dass sein Verfahren in diesem Land weitergeführt wird. Auf die Entscheidung wartet der 33-Jährige jetzt in Stahnsdorf und hilft inzwischen dem Hausmeister bei dessen Arbeit.

Seit 1949 unterstützt der Internationale Bund (IB) heimatlose Menschen in ihrer persönlichen und beruflichen Lebensplanung, sagte Jana Rickhoff, Betriebsleiterin der IB Berlin-Brandenburg gGmbH. Ihr Team Flüchtlingsarbeit betreut die 268 Asylbewerber in den beiden Stahnsdorfer Übergangswohnheimen. In den 1960-er Jahren habe der IB vor allem türkischen Mitbürgern geholfen. Seit etwa zwei Jahren sei die Flüchtlingsarbeit unter den vielfältigen Angeboten am stärksten angestiegen, so Rickhoff.

325 Euro im Monat für Verpflegung

Für die Verpflegung erhalten die Flüchtlinge in den beiden Übergangswohnheimen in Stahnsdorf im Monat 325 Euro.

In den Übergangswohnheimen arbeiten derzeit sieben Sozialarbeiter. Sie werden unterstützt von fast 100 freiwilligen Helfern.

In jeder Etage der beiden Häuser sind 30 bis 40 Flüchtlinge untergebracht.

Im Stahnsdorfer Flüchtlingsheim warten die Asylbewerber auf eine Entscheidung über ihr Bleiberecht, das sie zuvor bei der zentralen Aufnahmestelle beantragt haben.

Die Harvard-Studierenden reisen von Berlin aus nach Moskau, wo sie einige Institute besuchen werden. Danach steht ein Besichtigungsprogramm in Sankt Petersburg auf dem Ablaufplan der Studienreise.

Von Heinz Helwig

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