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Amt Brück hat endlich einen Verwaltungschef

Mittelmark Amt Brück hat endlich einen Verwaltungschef

Nach neun führungslosen Monaten – dafür aber mit diversen juristischen Streitigkeiten – erhielt Marko Köhler jetzt seine Ernennungsurkunde als Amtsdirektor in Brück (Potsdam-Mittelmark). Am Montag hat der 43 Jahre alte bisherige Polizist seinen ersten Arbeitstag.

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Amtsausschussvorsitzender Matthias Ryll (li.) überreicht Marko Köhler die Ernennungsurkunde zum Brücker Amtsdirektor.

Quelle: Andreas Koska

Brück. Der Chefsessel in der Brücker Amtsverwaltung ist nach Monaten ohne Amtsdirektor jetzt wieder besetzt. In einer kleinen Feierstunde erhielt Marko Köhler am Mittwochabend im Beisein von Mitgliedern des Amtsausschusses und Mitarbeitern der Verwaltung seine Ernennungsurkunde überreicht. Matthias Ryll, der Vorsitzende des Amtsausschusses, übergab das Papier.

Damit enden in der Amtsverwaltung, die für die Stadt Brück und fünf Gemeinden zuständig ist, neun führungslose Monate mit juristischen Auseinandersetzungen um die Neubesetzung des Direktorenpostens. Nachdem im Frühjahr 2016 die Stelle des Hauptverwaltungsbeamten neu ausgeschrieben wurde und nach einem Auswahlverfahren der bisherige Amtsdirektor Christian Großmann wiedergewählt worden war, kam es zur Widerspruchsverfahren und schließlich zu einer neuen Ausschreibung für die Stelle.

Mit acht zu sieben Stimmen ist sodann Marko Köhler gewählt worden. Allerdings gingen einige unterlegene Bewerber wiederum in Widerspruch. Die zweite Amtszeit des Vorgängers Großmann endete am 4. September 2016. Seitdem wurde das Amt von den drei Fachbereichsleitern Lars Nissen, Marion Jahn und Melitta Boese geleitet.

Endgültig frei wurde der Weg zur Ernennung Köhlers erst jetzt, da alle Anträge auf einstweilige Verfügung vom Gericht zurückgewiesen worden sind und die Einspruchsfrist dagegen erloschen ist, erklärte Matthias Ryll. Da Köhler pflichtgemäß auch sein Mandat als Stadtverordneter in Brück niedergelegt hat, stand der Ernennung nichts mehr im Wege. Am Mittwoch hat der neue Chef den Amtseid geleistet. Am Montag tritt er offiziell den Dienst an.

Dem Neuling steht weniger Gehalt zu

Der neue Brücker Amtschef Marko Köhler ist 43 Jahre alt und damit vier Jahre jünger als der bisherige Amtsinhaber, Christian Großmann.

Marko Köhler war bisher Polizist und stellvertretender Leiter der Polizei-Inspektion Teltow-Fläming.

Der verheiratete Vater von drei Kinder wohnt mit seiner Familie in Brück-Gömnigk.

Amtsvorgänger Großmann hatte sich nach den Benennungsquerelen umorientiert. Er ist jetzt stellvertretender Bürgermeister der Stadt Ludwigsfelde.

Die Besoldung für den neuen Verwaltungschef fällt um mehr als 20 000 Euro pro Jahr geringer aus als bisher. Das schreibt die Besoldungsordnung vor. Demnach gelten für eine erste Amtszeit geringere Sätze.

Somit wird der neue Amtsdirektor nicht mehr nach Besoldungsstufe B 2, die einem Einkommen von knapp 85 000 Euro entspricht, sondern nach A 16 bezahlt. Das sind genau 63 000 Euro im Jahr.

Marko Köhler sowie seine Ehefrau Doreen Köhler atmen durch, weil endlich Klarheit über ihre Zukunft herrscht. „Das Martyrium des Hin und Her war sicher auch für die Mitarbeiter im Amt nicht leicht“, sagte Köhler mit Blick auf die seit fast einem Jahr andauernden Dissonanzen um die Bewerbung und Ernennung des Amtsdirektors.

„Als erstes wird er bei uns sein“, sagte Ulf Dingelstaedt, Bürgermeister von Planebruch. Dort findet am Montag die Gemeindevertretersitzung statt. „Da bin ich schon ganz schön aufgeregt und habe Respekt davor“, sagte Köhler mit Blick auf seine ersten Arbeitstag im neuen Job.

Die Gemeinden selbst kenne er schon. Denn in den vergangenen Monaten hat der bisherige Polizist schon alle Gemeinderatssitzungen besucht. „Das war das Jahr der Desensibilisierung“, sagt Doreen Köhler lachend. Sie will ihrem Mann den Rücken stärken. „Er soll es machen und er wird es gut machen“, so die Ehefrau. Die beiden haben gemeinsam zwei Kinder und wohnen im Brücker Stadtteil Gömnigk.

Der amtierende Amtsdirektor Lars Nissen will jetzt einiges, was liegen geblieben ist, abarbeiten und Defizite, vor allem in der Personalverwaltung beseitigen. „Ich muss mich dem viel stärker widmen, als es zuletzt bei der recht hohen Doppelbelastung möglich war“, bekannte der Leiter des Ressorts Soziales und Verwaltung. Zumindest bis zu den Sommerferien dürfte ihm das schwerfallen. „Ich werde sie sicher stark in Anspruch nehmen müssen, um laufen zu lernen“, dämpfte Marko Köhler die Erwartungen des Personalchefs.

Der neue Amtsdirektor will sich „erst mal einarbeiten und lernen“, wie er der MAZ sagte. Ein Ziel sei es bereits, die Zusammenarbeit mit der Polizei zu verstärken, um gegen Wohnungseinbrüche vorzugehen. Zudem müsse das Ratsinformationssystem „endlich auf stabile Füße gestellt und stärker in unserer Amtsverwaltung einbezogen werden.

Eine „große Bedeutung“ misst Marko Köhler der Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein zu, der als einziger amtsübergreifend tätig ist. „Wir sollten uns zusammensetzen und schauen, wo die gemeinsame Reise hingeht“, sagte der neue Amtsdirektor gegenüber der MAZ.

Von Andreas Koska

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