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Amtsinhaber Knape hängt zwei Rivalen klar ab

Bürgermeisterwahl Treuenbrietzen Amtsinhaber Knape hängt zwei Rivalen klar ab

Die Bürgermeisterwahl in Treuenbrietzen hat einen klaren Sieger. Im ersten Durchgang hängte Amtsinhaber Michael Knape (parteilos) deutlich die zwei Herausforderer aus den Reihen der SPD sowie der CDU ab. Mit 58,73 Prozent der Stimmen und hoher Wahlbeteiligung erhielt der 47-jährige Knape ein klares Votum für eine dritte Amtszeit an der Rathausspitze.

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Sehr viele Stimmen eingefahren: Michael Knape (parteilos) bleibt Bürgermeister in Treuenbrietzen.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Der Alte ist der Neue. Im ersten Anlauf ist Michael Knape (parteilos) am späten Sonntagabend als Bürgermeister von Treuenbrietzen klar im Amt bestätigt worden. Der 47-Jährige erreichte für seine dritte Amtszeit im ersten Anlauf eine absolute Mehrheit. Eine von vielen Beobachtern zuvor erwartete Stichwahl ist somit nicht nötig. Nach einem spannenden Wahltag war gegen 21.45 Uhr das vorläufige Endergebnis perfekt. Das muss nun noch vom Wahlausschuss bestätigt werden.

Auf dem Amtsinhaber entfielen nach Auszählung der 16 Wahlbezirke 58,73 Prozent der Stimmen. Knape hängte damit seine beiden Herausforderer deutlich ab. Mike Fetzer (SPD) errang 23,48 Prozent der Stimmen. Auf Alexander Waschetzko (parteilos für die CDU) entfielen 17,79 Prozent der 4698 gültigen Stimmen. Knape errang 2759 Stimmen, Fetzer 1103 und Waschetzko 836.

Mike Fetzer (SPD) erzielte das zweitbeste Wahlergebnis

Mike Fetzer (SPD) erzielte das zweitbeste Wahlergebnis.

Quelle: Thomas Wachs

Die Wahlbeteiligung war insgesamt mit einem Schnitt von 72,46 Prozent sehr hoch. Ungewohnt viele Wähler hatten zuvor schon die Briefwahl genutzt. 835 Stimmen wurden auf diesem Wege abgegeben.

In einer ersten Reaktion zeigte sich Knape am späten Abend „überrascht von der Deutlichkeit dieses Ergebnisses. Damit habe ich nicht gerechnet“, räumte der klar bestätigte Amtsinhaber ein. „Immerhin waren Herausforderer zweier großer Volksparteien mit im Rennen, die beide einen fairen und an Argumenten orientierten Wahlkampf geführt haben“, sagte der Bürgermeister am späten Abend gegenüber der MAZ.

Alle drei Kandidaten und die Bürgerschaft mussten sich lange bis zu einem klaren Ergebnis gedulden. Zunächst waren für die 16 Wahlbezirke die Erst- und Zweitstimmen für die Wahl zum Bundestag ausgezählt worden. „Dann erst war die Bürgermeisterwahl dran“, sagte Wahlleiter Ralf Gronemeier. Bis zum Beginn der Auszählung sei die Doppelwahl überall reibungslos verlaufen.

Groß Wahlbezirke machten es spannend

Die zuletzt eingegangenen Ergebnisse der großen Wahlbezirke 1 (am Gymnasium) und 2 (in der Rosendiele) mit jeweils um die 1200 Wahlberechtigten bestätigten dann den klaren Trend, der sich schon in Dörfern abgezeichnet hatte. Fast überall erzielte Michael Knape zwischen 50 und 80 Prozent der Stimmen. Lediglich von den 38 Wählern in Lühsdorf erhielt er 38 Prozent und in Dietersdorf von 84 Wählern 34,94 Prozent.

Der nun weiterhin amtierende Bürgermeister hatte persönlich bereits zeitig am Morgen seine Stimmen im Wahllokal „Rosendiele“ abgegeben. Danach war „eigentlich eine Radtour geplant, um mich abzulenken“, erzählt der Kandidat der MAZ. Der anhaltende Nieselregen änderte jedoch seine Pläne. „Nach intensiven Wochen des Wahlkampfes stieg jetzt schon die Anspannung, ob ich die Mühen der vergangenen 16 Jahre auch fortführen darf“, sagte der 47-Jährige Kandidat am Morgen. Den Abend verbrachte er traditionell in Reihen seines Treuenbrietzener Bürgervereins (TBV), der ihn nominiert hatte, in Reuters Restaurant am Heimatmuseum.

Herausforderer Mike Fetzer (SPD) verlebte den Wahltag „daheim mit der Familie oder trotz des Regens auch bei einem kleinen Spaziergang“, erzählte er nach dem eigenen Urnengang am Morgen im Kindergarten „Anne Frank“. Die Wahlergebnisse wurden am Abend daheim über das Internet verfolgt. „Ein Treffen unserer SPD-Leute gibt es nicht“, sagte Fetzer.

Auf die eigene Stimme verzichtet

CDU-Kandidat Alexander Waschetzko (parteilos) musste zur Bürgermeisterwahl in Treuenbrietzen indes auf eine eigentlich sichere Stimme verzichten. Der Kandidat durfte selbst nämlich nicht abstimmen. Denn der 42-Jährige wohnt mit seiner Familie in dem an die Stadt Treuenbrietzen angrenzenden Dorf Buchholz. Das jedoch gehört zur Stadt Beelitz. Den Tag verbrachte der Diplom-Forstingenieur nach dem Urnengang zur Bundestagswahl „wie einen normalen Sonntag unter anderem mit Erholung im Wald“. Am Abend war dann ein Treffen mit Freunden sowie dem CDU-Stadtverband im italienischen Restaurant in Treuenbrietzen geplant, wo gemeinsam die Wahlergebnisse erwartet wurden.

Familiär geht´s zu im kleinsten Wahlbezirk der Stadt

Familiär geht´s zu im kleinsten Wahlbezirk der Stadt. Wahlhelfern in Lühsdorf sind auch Anja-Christina Müller sowie Nadine Krüger, hier mit Fynn-Fritz Müller, und Roberto Müller (v.l.n.r.)

Quelle: Thomas Wachs

Besonders schnell die Resultate übermitteln konnte der Wahlvorstand aus Lühsdorf. Mit 52 Wahlberechtigten bildete das Rundlingsdorf den kleinsten Wahlbezirk der Stadt. 38 Bürger nutzten ihr Wahlrecht. „Wir haben uns wieder für den ehrenamtlichen Dienst bereit erklärt, weil wir besonders unseren älteren Bürgern die Abstimmung im Dorf ermöglichen und weite Fahrwege ersparen wollten“, sagt Nadine Krüger, stellvertretender Wahlvorstand im Ort. Die 38-Jährige hatte sich schon an der Wiederbelebung des Ortsbeirates beteiligt. Am Sonntagvormittag schob sie Dienst im Wahllokal. Gemeinsam mit Roberto und Anja-Christina Müller. Auch die beiden sind seit 2005 erfahrene Wahlhelfer. Diesmal sind auch die Söhne Fynn-Fritz (4) und Dean-Roberto (9) mit im Wahllokal, „weil keine Oma zur Verfügung stand“, erzählt der Vater. Bis 11 Uhr hatten in Lühsdorf zwölf Wähler ihr Stimmen abgegeben – inklusive der drei Wahlhelfer der Vormittagsschicht. Für die Überbrückung der Wartezeiten kam da die Pausenversorgung mit Kuchen gelegen, der vom Jägerfest am Tag zuvor übrig geblieben war.

Jonas Schröter (18) gab zeitig am Morgen seine Stimmen ab

Jonas Schröter (18) gab zeitig am Morgen seine Stimmen ab.

Quelle: Thomas Wachs

In Treuenbrietzen indes gehört Jonas Schröter (18) zu den Jungwählern, die schon früh aufgestanden waren. Im Wahllokal „Rosendiele“ gab der Abiturient gegen 9 Uhr seine Stimme ab. „Ich muss heute noch arbeiten“, sagte der junge Mann. Er absolviert aktuell beim Naturpark Hoher Fläming sein Freiwilliges Ökologisches Jahr. Den übrigen Wahlsonntag verbrachte er bei der Betreuung der Apfeltage am Naturparkzentrum. „Mit der Wahl möchte ich meine Meinung dokumentieren, besonders für den Bundestag“, so Schröter. Für ihn ist es die zweite Wahl. „Bei der Abstimmung zur Landratswahl war ich auch schon dabei“, sagte der Treuenbrietzener, der dieses Jahr am örtlichen Gymnasium sein Abitur abgelegt hat.

Von Thomas Wachs

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