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Amtsinhaber Schmidt muss in zweite Runde

Stichwahl in Teltow ums Bürgermeisteramt Amtsinhaber Schmidt muss in zweite Runde

In Teltow wird ein neuer Bürgermeister gesucht. Nach dem ersten Wahlgang am Sonntag wird es eine Stichwahl am 15. Oktober zwischen Amtsinhaber Thomas Schmidt (SPD) und Andreas Wolf (BfB/Freie Wähler) geben. Eric Gallasch (CDU) und Hans-Peter Goetz (FDP) landeten auf den Plätzen. Der Stichwahlkampf verspricht spannend zu werden.

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Amtsinhaber Thomas Schmidt (M.) am Wahlabend: Der SPD-Politiker muss in die Stichwahl gehen.

Quelle: Linus Hoeller

Teltow. In Teltow wird es zu einer Stichwahl um das Bürgermeisteramt zwischen Amtsinhaber Thomas Schmidt (SPD) und Andreas Wolf (BfB/Freie Wähler) kommen. Schmidt kam nach Auszählung aller Stimmen auf einen Anteil von 47,1 Prozent. An zweiter Stelle liegt Wolf, der 23,2 Prozent der Stimmen erreichte. Der CDU-Kandidat Eric Gallasch kam auf 17,5 Prozent der Wählerstimmen, FDP-Mann Hans-Peter Goetz erreichte 12,2 Prozent.

Thomas Schmidt reagierte mit einer Mischung von Gelassenheit und Ironie auf das Ergebnis: „Auf den Stichwahlkampf gegen Andreas Wolf bin ich schon sehr gespannt. Ich habe schon gesagt, dass ich neue Plakate drucken lassen werde, auf denen ich Freibier verspreche – das scheint ja offensichtlich am besten zu funktionieren.“

Der Wahlkampf wurde thematisch bestimmt von dem Streit um den Bau des Teltower Hafens. Das Infrastrukturprojekt war von Bürgermeister Schmidt vorangetrieben worden, zuletzt waren die Kosten aber von anfänglich geschätzten fünf Millionen Euro auf rund 15 Millionen Euro gestiegen. Schmidt machte nie einen Hehl daraus, dass der Hafen für ihn eine Herzensangelegenheit ist. Er sieht große Chancen für den Tourismus und die Entwicklung der Altstadt, die näher ans Wasser rücken würde.

Während Eric Gallasch und Hans-Peter Goetz sich im Wahlkampf im Grunde ebenfalls als Hafen-Befürworter präsentierten, trat Andreas Wolf als eindeutiger Gegner auf. Er warf Bürgermeister Schmidt sogar indirekt Rechtsbruch vor und wandte sich an das Innenministerium. Die Kritik am Hafen und der Einsatz für die Rechte von Altanschließern hat Wolf offenbar große Unterstützung bei einem Teil der Teltower eingebracht und ihn nun in die Stichwahl gehoben.

CDU-Kandidat Eric Gallasch ist mit seinem Ergebnis zufrieden: „17,5 Prozent sind ein total geiles Ergebnis.“ Es spiegele auch die Bundestags-Wahl wieder. Er sei zudem noch jung – Thomas Schmidt, der amtierende Bürgermeister, sei wie er mit 32 Jahren das erste Mal als Bürgermeister-Kandidat angetreten und mit 40 Jahren dann gewählt worden. „Ich bin mit meinem Erfolg zwar superglücklich, aber ich bin ziemlich traurig, wie viele Teltower sich für den Protest entschieden haben.“ Er sei sich sicher, dass die meisten von ihnen wissen, dass der Zweitplatzierte nicht gut für die Stadt sei, „aber die Bürger wollten ein Statement abgeben“.

Hans-Peter Götz (FDP) zeigte sich bitter enttäuscht: „Wir haben auf Landesebene und Landkreisebene gut abgeschnitten – aber dann ist da dieses Bürgermeister-Wahlergebnis, das mir den Abend etwas vermiest. Ich habe mit einem Ergebnis wie in Ruhlsdorf gerechnet, wo ich mit 22,3 Prozent zweiter geworden bin.“ Goetz führte das Ergebnis vor allem darauf zurück, dass gleichzeitig Bundestagswahl war. „Da haben es die kleinen Parteien schwerer.“ Doch die Deutlichkeit habe ihn überrascht: „Ich habe bis heute um 11 Uhr Wahlkampf gemacht und an den Ständen hat sich das überhaupt nicht abgezeichnet, da war die Stimmung ganz anders.“ Bei der Stichwahl will sich Goetz nicht engagieren. Er habe sich am Wahlabend mit Gallasch und Schmidt für ein Foto zusammengesetzt und sich mit ihnen unterhalten – das sei doch auch ein Statement, sagte der FDP-Politiker.

Andreas Wolf war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Dagegen äußerte sich der Wahlkampfmanager von Schmidt, Michael Schmelz: „So ein Stichwahlkampf beflügelt noch einmal Kräfte.“

Von Jürgen Stich und Konstanze Kobel-Höller

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