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Amtsinhaber gewinnt Heimspiel in Kleinmachnow

Landratswahl in Potsdam-Mittelmark Amtsinhaber gewinnt Heimspiel in Kleinmachnow

Hätte Kleinmachnow am Sonntag (Potsdam-Mittelmark) alleine über den Landrat entschieden, gäbe es keine Stichwahl. Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD) holte in seinem Wohnort die absolute Mehrheit. Wenn auch denkbar knapp. Nun bereiten sich alle auf die Stichwahl vor und kämpfen bereits um die Stimmen.

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Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD) ging mit seiner Frau Renate am Vormittag in der Kleinmachower Steinweg-Schule wählen.

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Kleinmachnow. Das Heimspiel hat Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD) klar für sich entschieden. Hätte sein Wohnort Kleinmachnow allein über den nächsten Landrat abgestimmt, Blasig hätte es bereits im ersten Wahlgang geschafft. Er holte hier 4808 Stimmen, das ist ein Wähleranteil von 50,1 Prozent. CDU-Bewerber Franz Herbert Schäfer bekam in Kleinmachnow 24,5 Prozent (2353 Stimmen), der Linke Klaus-Jürgen Warnick 13,6 Prozent (1305 Simmen). AfD-Mann Sven Schröder kam in der Heimat Blasigs nur auf 7,3 Prozent (700 Stimmen) und lag damit deutlich unter seinem Wähleranteil im gesamten Landkreis Potsdam-Mittelmark (16,3 Prozent). Pirat Andreas Schramm holte 4,5 Prozent (426 Stimmen).

Das Ergebnis im Heimatort des Amtsinhabers, in dem auch die beiden Mitbewerber Warnick und Schramm leben, war mit besonderer Spannung erwartet worden. In Kleinmachnow war Blasig von 2004 bis 2008 Bürgermeister. Die rasante Entwicklung des Ortes nach der Wende, die mancher in der Gemeinde auch als Bedrohung empfand, ist fest mit dem Namen Wolfgang Blasig verbunden.

– So lief der Wahlabend – die Ereignisse können Sie im Blog nachlesen

– So wurde in den Gemeinden des Kreises abgestimmt

In Kleinmachnow beteiligten sich mit 59,1 Prozent der Wahlberechtigten denn auch deutlich mehr an der Landratswahl als im Durchschnitt (46,6 Prozent). Weil Blasig im Kreis die absolute Mehrheit verpasste, kommt es am 9. Oktober zur Stichwahl mit CDU-Bewerber Schäfer. Für den Landrat wird dann das Hauptproblem sein, das nötige Quorum zu erreichen, sagte Warnick, der gestern als einziger Kandidat in den Kleinmachnower Rathaussaal kam, wo sich Lokalpolitiker aus der Region trafen.„Ich bin skeptisch, ob wir das Quorum erreichen. Zur zweiten Wahl gehen oft weniger Leute, wenn ihre Kandidaten nicht mehr dabei sind“, so Warnick. Über sein eigenes Abschneiden zeigte er sich zufrieden. „Es entspricht meinen realistischen Erwartungen. Ich bedaure es nicht, angetreten zu sein. Ich habe in den vergangenen Monaten die Probleme der Leute hautnah mitbekommen“, sagte er und betonte: „Ich wollte auf keinen Fall von meinen Überzeugungen abgehen und habe deshalb nie nach Protestwählern geschielt.“

CDU-Kandidat gilt als Außenseiter

Ob sich die Linke bei der Stichwahl auf die Seite Blasigs schlägt, ließ er offen. Möglich sei das bei entsprechenden Zusagen des Amtsinhabers. Eine Bedingung wäre, das Kreisentwicklungsbudget zu erhöhen, um zwischen starken und schwachen Kommunen im Landkreis mehr als bisher ausgleichend zu wirken, so Warnick. Maximilian Tauscher (CDU) sprach von einem guten Ergebnis des CDU-Kandidaten und zeigte sich froh darüber, dass Schäfer und nicht Schröder in die Stichwahl gekommen ist. Bei der Stichwahl werde entscheidend sein, wie sich die Wähler entscheiden, die vorher die anderen Kandidaten gewählt haben, so Tauscher. Peter Weis (Bik-Bit) bewertete das Ergebnis der CDU in der Speckgürtel-Region als unterdurchschnittlich. „CDU-Kandidat Schäfer ist Außenseiter, weil er hier in der Region weitgehend unbekannt ist“, sagte er. Weis erwartet von einem künftigen Landrat eine Menge: „Bad Belzig ist ganz nah, aber viele sehen einfach nicht, dass viel im Landkreis entschieden wird“, sagte er. Als Zugpferd des Kreises brauche die wachsende Region Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf auch Hilfe vom Kreis etwa in den Bereichen Bildung und Jugendhilfe und bei der Integration von Flüchtlingen. „Die Hälfte der Flüchtlinge, die im Landkreis aufgenommen wurden, sind in der TKS-Region untergebracht“, sagte er. Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) hofft, dass Parteikollege Blasig das Rennen im 2. Wahlgang macht. „Wir werden alles mobilisieren, um in unserer Region sicherzustellen, dass das Quorum erreicht.“ Wenn es nicht erreicht wird, entscheidet der Kreistag. „Die Landratswahl durch den Kreistag wäre ein völlig neues Spiel“, so Kleinmachnows FDP-Chef Norbert Gutheins. „Der Kreistag ist dann in seiner Entscheidung frei“, sagte Tauscher (CDU).

Von Jens Steglich

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