Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Amtsinhaber strebt dritte Runde an
Lokales Potsdam-Mittelmark Amtsinhaber strebt dritte Runde an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:29 12.09.2017
Michael Knape (parteilos) ist seit 2002 Bürgermeister in Treuenbrietzen. Jetzt strebt er die dritte Amtszeit an. Quelle: Thomas Wachs
Anzeige
Treuenbrietzen

Er will es noch einmal wissen. Michael Knape (parteilos) strebt eine dritte Amtszeit auf dem Chefposten im Treuenbrietzener Rathaus an. Für die Wahl zum Bürgermeister seiner Heimatstadt muss er sich am 24. September diesmal zwei Herausforderern stellen.

Laut seinem Motto möchte Knape „mit großem Herz, viel Sachverstand und noch mehr Erfahrung“ für weitere acht Jahre die Zügel in der Hand halten. Doch hatte gerade das Herz ihn zwischenzeitlich auch zum Nachdenken angeregt. Ein Infarkt zwang 2015 zur Zwangspause und stellte eine erneute Kandidatur zwischenzeitlich in Frage. „Dabei habe ich gelernt, die Kräfte besser einzuteilen und mehr in mich hineinzuhören“, sagt der 47-Jährige. Zweimal die Woche achtet der verheiratete Familienvater seither bewusst auf kleine Auszeiten für die Gesundheit. Radfahren und Schwimmen bringen Ausgleich zum Bürojob mit vielen Terminen – oft bis in den späten Abend hinein. „Durch die bewusstere Lebensweise fühle ich mich heute fitter als vor den Herzoperationen“, sagt Knape. „Solange das auch die Ärzte bestätigen“, würde er gern „leidenschaftlich gern“ Bürgermeister der Stadt bleiben, in der er 1970 geboren wurde und aufwuchs.

Schwarze Null ist eines der größten Ziele

Immerhin wolle er „vieles noch zum Erfolg führen, wo schon viel Kraft reingeflossen ist“. Die größten Wünsche seien der Start für die schon lange vorbereitete Gesamtschule, die angeschobene Erweiterung der Kindergärten und die Lösung des Finanzproblems. „Ich möchte beim Haushalt endlich mal eine schwarze Null sehen“, sagt Knape.

Der gelernte Werkzeugmacher mit Abitur und spätere stellvertretende Geschäftsstellenleiter einer Krankenkasse ging im Jahr 2001 in die Politik. Schon zuvor war der damals 31 Jahre junge Bürgermeister ab 1998 – und seither ohne Pause – Stadtverordneter. Von 1993 bis 2012 in Reihen der FDP. Der Ortsverband und vor allem Knape – der 1989 bis 1991 kurz Mitglied der SED/PDS in Treuenbrietzen war – fuhren für die Liberalen meist hohe Wahlsiege ein. Dann kamen bundesweite Umfragetiefs und Personal-Querelen der Bundes-FDP. Sie führten zum Bruch mit den Liberalen. Fast alle FDP-Mitglieder im Ort gaben die Parteibücher ab. Knapes politische Heimat ist seither der Treuenbrietzener Bürgerverein (TBV). Den baute er mit den abtrünnigen Liberalen auf und leitet ihn seither. Knape selbst blieb bislang parteilos, „weil Probleme in einer Stadt wie hier keine Farbe haben“. Der TBV stellt aktuell die stärkste Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung.

Starke Rückendeckung im Parlament

Mit starker Rückendeckung auch aus der zweitstärksten Bürgervereinigung der Stadt und der Dörfer (BiV) waren politische Mehrheiten für Beschlüsse bisher meist kein Problem. „Vieles ist gemeinsam gelungen und auf den Weg gebracht“, sagt Michael Knape. Er könnte sich für den Fall einer Wahlniederlage mit bereits erreichten Pensionsansprüchen auch daheim im kleinen Reihenhaus am Nordwalder Ring auf die Terrasse setzen oder einen neuen Job suchen. „Doch ist es nicht mein Ding, nichts zu tun“, sagt der Kandidat.

Auch im Urlaub mit seiner Frau Anke sowie den nun bereits 30, 21 und 15 Jahre alten Kindern gibt es eine Abmachung. „Einen Tag lang wird erstmal richtig ausgeruht, dann muss etwas unternommen werden“, verrät Knape. Viele Ziele werden mit gemietetem Wohnmobil oder Boot sowie mit Auto und Fahrrad ausprobiert. Italien wurde Lieblingsland.

Gegenwind von Bürgergruppen

In seiner Arbeit als Stadtoberhaupt ist Knape stolz darauf, „dass es gemeinsam mit allen Abgeordneten und dem Rathausteam das siebte Jahr in Folge gelang, die Ziele der Haushaltskonsolidierung zu halten. Das gab es zuvor nie“, so Knape. Dennoch steckt die Stadt weiter in Finanznöten aus früheren Zeiten. „Die können nur noch von außen gelöst werden“, sagt der Amtsinhaber. „Wir haben die Hausaufgaben gemacht, können uns aber nicht noch kaputt sparen“, so der Rathauschef. „Der Job macht trotzdem noch immer Spaß – auch wenn der Spielraum durch die Finanznot oft mehr als eng ist“, sagt der Bürgermeister.

Zur Person des Kandidaten

Michael Knape ist am 8. Januar 1970 als Sohn von Doris und Günter Knape in Treuenbrietzen geboren und dort mit seiner Schwester Peggy aufgewachsen.

Nach der POS „Geschwister Scholl“ folgte von 1986 bis 1989 im IFA-Werk Ludwigsfelde die Ausbildung mit Abschluss als Werkzeugmacher mit Abitur.

Vor dem Wehrdienst von 1989 bis 1991 als Unteroffizier war Knape kurz als Werkzeugmacher im Fahrzeugwerk Treuenbrietzen tätig.

Nach der Wende folgten von 1991 bis 1993 Ausbildung und Mitarbeit bei einer Krankenkasse. In Jüterbog und Luckenwalde war Knape von 1994 bis 2001 stellvertretender Geschäftsstellenleiter.

Seit 4. Januar 2002 ist Michael Knape Bürgermeister der Stadt Treuenbrietzen.

Verheiratet ist Michael Knape seit 1998 mit Anke Knape. Zur Familie gehören drei Töchter im Alter von 30, 21, und 15 Jahre sowie eine Enkeltochter.

Gegenwind schlug ihm und Abgeordneten zu individuellen Projekten aus verschiedenen Gruppen der Bürgerschaft entgegen. „Hier ist es die Herausforderung, mit mehr Transparenz auch den Bürgern einen Blick auf die Gesamtheit zu vermitteln.“ Sie sollten für ihre Anliegen stärker an die Abgeordneten herantreten, „um Akzente zu setzen, die wir als Verwaltung dann umsetzen müssen“, so Knape.

Neue Herausforderung in der Altstadt

Die Altstadtsanierung zählt er zu den gelungenen Themen seit der Wende. Nach neun Jahren als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der landesweit 31 Städte mit historischen Stadtkernen sieht er die Herausforderungen nun darin, „nach Auslaufen der Förderprogramme neue Modelle zu entwickeln, um das überall Erreichte für die Zukunft auch zu sichern.“

Knape bekennt sich zur Energiewende. „Jetzt sind wir an einem Punkt, wo durch den Ersatz älterer Anlagen durch leistungsstärkere neue, auch weniger Anlagen möglich wären“, sagt er. Im Zwist um die Figur auf dem Rathausbrunnen, der Politik und Bürgerschaft spaltet, verweist er auf die Beschlusshoheit der Stadtverordneten. Ob das Sabinchen bleibt oder der Kurfürst Friedrich I. zurückkehrt – „wichtig ist, dass dafür kein Steuergeld fließt“, so Knape. Gegen den aktuell wieder aufkeimenden Protest einiger Bürger gegen die Ausweitung des Motocross-Betriebes steht Knape hinter dem Krähenberg-Verein. „Er kanalisiert das Hobby und schränkt so das illegale Fahren in Wald und Flur ein“, hofft Michael Knape.

Für ihn habe sich der Kindheitstraum, in dem er schon immer Bürgermeister werden wollte „absolut erfüllt“. Dabei stehe jedoch „nicht die Person an sich, sondern die Stadt im Vordergrund“.

Von Thomas Wachs

Potsdam-Mittelmark CDU: Stahnsdorfer Villa soll nicht verkauft werden - Wohnungen hinter historischer Fassade

Die Pardemann-Villa am Stahnsdorfer Hof wird zum Dauerbrenner des politischen Streits in der Gemeinde. Die CDU schlägt nun vor, das Haus der kommunalen Wohnungsgesellschaft zu überlassen, die dort Wohnungen einrichten könnte. Interesse hatte auch eine Künstlergruppe angemeldet. Für sie hat die CDU andere Vorschläge.

12.09.2017
Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow feiert ein großes Kunstfest - Der „Gummi-Indianer“ ist aus Holz

Die Kleinmachnower Kunstwoche im Landarbeiterhaus Zehlendorfer Damm 200 ist in vollem Gange. Vier Künstlern kann bei der Arbeit über die Schulter geschaut werden. Am kommenden Samstag steigt dann das große Kunstfest mit Musik und spannenden Begegnungen. Mit dabei ist ein bekannter Kabarettist.

12.09.2017
Brandenburg/Havel Angeltage auf dem Forellenhof Rottstock - Wenn die Pose zittert, kommt der Biss

Der jüngste Angler war drei, der älteste Teilnehmer 82 Jahre alt. Petrijünger aus ganz Deutschland trafen sich für zwei Tage auf dem Forellenhof Rottstock. Profiangler zeigten ihre Kniffe und verrieten den Gästen, was es mit der neuen Zitterangelei auf sich hat.

09.11.2017
Anzeige