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Potsdam-Mittelmark An der Heerstraße baumelten die Diebe
Lokales Potsdam-Mittelmark An der Heerstraße baumelten die Diebe
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07:03 27.11.2017
Eine Vielzahl von Birken beherrscht das Bild auf der Kuppe des Wasenberges zwischen Brandenburg und Mötzow. am Beetzsee. Quelle: Heiko Hesse
Mötzow

Ein schöner Ort. Von Brandenburg an der Havel geht es am Segelflugplatz vorbei, über die Katharinenbrücke hinweg in Richtung Mötzow. Kurz hinter der Brücke erhebt sich der Wasenberg, den etliche Brandenburger „Birkenwäldchen“ nennen. Seit langen Zeit prägen die weiße Bäumen das Bild auf der Anhöhe. Kein Wunder, dass die Filmemacher der Defa diesen Ort nutzten, wollten sie eine russische Landschaft zeigen. Dass dieser Berg einmal ein Ort des Grauens gewesen ist, wissen die wenigstens.

Der Wasenberg war ein Richtplatz, hier stand ein Galgen. Ist davon noch etwas zu finden? Dieser Frage gingen Fachleute nach, die im Herbst 2016 bei einer Forschungsgrabung Abschnitte des Wasenbergs untersuchten. Im soeben erschienenen 26. Jahresbericht des Historischen Vereins Brandenburg an der Havel geht Marita Genesis auf diese Grabung ein.

Zahlreiche Beträge im 26. Jahresbericht

Der Forschungsbericht von Marita Genesis über die Richtstätte auf dem Wasenberg bei Mötzow findet sich im soeben erschienenen 26. Jahresbericht des Historischen Vereins Brandenburg an der Havel.

Weitere Themen und Beiträge des knapp 200 Seiten umfassenden Buches sind unter anderem „Die Konsumgüterproduktion im VEB Stahl- und Walzwerk Brandenburg“ (Stefan Menzel), die „Ausgrabung eines frühneuzeitlichen Gehöfts in Schmerzke“ (Torsten Trebeß und Schari Grabow) sowie das „Ziegeleigelände der Neustadt Brandenburg“ (Wolfgang Niemeyer).

Der historische Jahresbericht kostet 15 Euro und ist in verschiedenen Museen Brandenburgs und allgemein im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-943463-12-5.

Der Brandenburger Dom mit seinem Bezirk, der bis 1928 auch politisch selbstständig war, hatte eine eigene Gerichtsbarkeit. Neben dem Kirchturm existierte einst ein Kerker, das kleine Gefängnis neben der Petrikapelle ist eine der jüngsten Spuren der juristischen Eigenständigkeit des Dombezirks. Der Wasenberg war sein Richtplatz – seinerzeit strategisch sehr gut gelegen an der Heerstraße von Brandenburg nach Spandau.

„Damit war sichergestellt, dass die auf dem Wasenberg gerichteten und ausgestellten Delinquenten für die Reisenden wahrnehmbar waren“, schreibt Genesis, denn: „Richtstätten wurden üblicherweise an weithin sichtbaren Orten errichtet.“ Das sollte die eigenen Bewohner abhalten, kriminell zu werden. Fremden wurde signalisiert, wie man mit Räubern und Mördern für gewöhnlich verfährt.

Der Wasenberg bei Mötzow auf der preußischen Uraufnahme von 1839. Quelle: Geobasis Brandenburg

Eine urkundliche Erwähnung von Weiden auf dem Wasenberg findet in einer Schrift aus dem Jahre 1380. „Die erste Hinrichtung auf dem Wasenberg hingegen wird erst im Jahr 1586/87 erwähnt, der Scharfrichter begräbt einen Gehängten, wohl einen Dieb“, notiert Marita Genesis. Quellen aus dem Jahre 1609 weisen daraufhin, dass zwei Zimmermänner einen neuen Galgen errichtet haben. Gleichwohl sei die bislang erschlossene Quellenlage dermaßen dünn, dass viele Fragen in dieser Sache offen bleiben. „So muss die Dauer der Nutzung des Wasenberges offen bleiben, denn es fehlt jegliche Notiz zu einem Abriss oder zu einer Aufgabe des auf dem Wasenberg stehenden Galgengerüstes“, heißt es in dem historischen Beitrag weiter.

Doch wo genau befand sich der Galgen? Der Blick auf das erste genormte Landkarte, die preußische Uraufnahme aus dem Jahre 1839, zeigt, wie sich der Wasenberg (auf der Karte noch Wassenberg) zwischen die Heerstraße im Westen und den Gelbwiesendamm im Osten schmiegt. Von der Kuppe hinab zu diesem Damm führt seit vielen Jahren im Winter eine beliebte Rodelstrecke. Auch zum Eiertrudeln steigen Brandenburger gern auf die Anhöhe zwischen Fuchsbruch und Beetzsee.

Heraus geholt wurden ein Reitersporn und ein Armbrustbolzen

Im südöstliche Bereich des Hügelplateaus stießen die Fachleute auf „eine schwarze, feste, homogene Schicht, die Fundmaterial aus dem Hochmittelalter beinhaltete“, schreibt Genesis. Heraus geholt wurden ein Reitersporn und ein Armbrustbolzen – beide stark verrottet.

An einer anderen Stelle fanden die Experten „einige Hinweise auf Pfostengruben. wobei ihre Anlage nur grob in die Neuzeit datiert werden kann“, vermerkt Genesis. Dort hatte womöglich der Galgen gestanden. Was nun noch fehlt, sind die Delinquenten. Was ist aus den sterblichen Überresten geworden? „Die Antwort dazu“, heißt es in dem historischen Beitrag, „liegt irgendwo unter der Erde der außerordentlich großen Ebene auf der Hügelkuppe“.

Großes Umgraben nicht möglich

Dass die Grabungsexperten am Herbst 2016 nichts fündig geworden sind, müsse überhaupt nichts heißen. Marita Genesis schaut nach vorn: „Möglicherweise können zukünftige bodeneingriffsfreie geophysikalische Messungen hierzu weitere Aufschlüsse bringen.“ Denn um den Wasenberg mit heutigen Möglichkeiten besser zu untersuchen, hätte man ihn im Grunde genommen umgraben müssen. Und genau das wäre wegen der vielen Birken auf der Kuppe nicht möglich.

Von Heiko Hesse

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