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Anabell hat einen ungewöhnlichen Traum

Sie möchte Orgelspielerin werden Anabell hat einen ungewöhnlichen Traum

Anabell Hoffmann aus Locktow in Potsdam-Mittelmark hat einen Traum: Sie möchte eines Tages die Orgel in der Locktower Kirche spielen. Bis es soweit ist, wird es noch einige Zeit dauern. Bis dahin muss die Neunjährige aus Locktow aber noch viel üben.

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Anabell Hoffmann möchte das Orgelspiel erlernen.

Quelle: Sommer

Locktow. Anabell Hoffmann hat einen Traum: Sie möchte eines Tages die Orgel in der Locktower Kirche spielen. Bis es soweit ist, wird es noch einige Zeit dauern. Bis dahin muss die Neunjährige aus Locktow noch viel üben.

Im Dorf freut man sich über Anabells Ehrgeiz und ihren Wunsch, die Kunst des Orgelspiels erlernen zu wollen. Auch der Bad Belziger Kantor Winfried Kuntz teilt diese Freude. Schließlich hat das altehrwürdige Instrument in der kleinen Dorfkirche erst kürzlich eine umfassende Reinigung erfahren und Bewegung gilt, auch bei Orgeln, als beste Medizin gegen das Altern.

Als nach der Grundreinigung im September zu einem ersten Orgelkonzert eingeladen wurde, saß auch Anabell im Publikum. Jedoch nicht im Kirchenschiff, sondern auf den Bänken der Empore, ganz nah an der Orgel. Von dort konnte sie Kantor Kuntz besonders gut beim Spiel zusehen. „Es war so schön“, sagt die Viertklässlerin, die einmal wöchentlich in Niemegk zum Orgelunterricht geht. Dass auf der Orgel auch Kinderlieder, Schlager und andere Melodien gespielt werden können, fasziniert sie besonders.

„Die Hauptsache ist, dass eine Orgel überhaupt gespielt wird. Was, das ist vollkommen egal“, sagt Kantor Winfried Kuntz. Den Locktowern hat er bereits das Versprechen gegeben, künftig drei- bis viermal im Jahr als Organist die Gottesdienste in der kleinen Dorfkirche begleiten zu wollen. Wohl auch, um ein Auge auf die alte Orgelschönheit aus der Werkstatt des Niemegker Orgelbaumeisters Gottfried Wilhelm Bär zu haben.

Deren Geburtsstunde schlug bereits im Jahr 1854. Während er dem exakt 162 Jahre alten Instrument einen guten Gesundheitszustand bescheinigt, machen die Blasebälge auf dem Kirchenboden Sorgen. Sie sind durch Marder- und Mäuse-Verbiss stark beschädigt und obendrein marode. „Man kann sich am Blasebalg fast die Haare föhnen“, versucht Kantor Kuntz die Situation zu umschreiben.

Dabei sind sie unersetzlich. Dass die Bälge für die Orgel wie die Lunge für den Menschen ist, hat auch Anabell schon einmal gehört. „Sie sorgen für die Luft“, weiß die Neunjährige.

Deshalb rät der Kantor den Locktowern, die Blasebälge neu beledern zu lassen. „Dazu braucht man Ziegenleder, am besten Bio-Ziegenleder“, so Kuntz. Etwa 2000 Euro pro Balg müsste die kleine Kirchengemeinde dafür aufbringen. „Das ist ja noch überschaubar“, schätzt Gemeindekirchenratsmitglied Hartmut Friedrich ein. Er ist sich sicher, dass auch das Projekt Blasebalgerneuerung zu einem positiven Ende gebracht wird – so wie der Guss der Locktower „Friedensglocke“, die im Juni geweiht und durch das Engagement der Einwohner finanziert werden konnte.

Und da mit Anabell bereits der Nachwuchs in den Startlöchern steht, der verspricht dafür Sorge tragen zu wollen, dass das alte Instrument und mit ihr die Blasebälge immer tüchtig in Bewegung gehalten werden, lohnt das wichtige Engagement gleich doppelt. Denn was wäre ein echter Dorf-Gottesdienst ohne einen akkuraten Orgelklang wert?

Von Christiane Sommer

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