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Potsdam-Mittelmark Anbau für 30 Kinder soll Kita-Problem lösen
Lokales Potsdam-Mittelmark Anbau für 30 Kinder soll Kita-Problem lösen
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17:59 03.06.2015
Die Kinder in der Kita „Waldsternchen“ nahmen jüngst eine neue Rollerstrecke in Beschlag. Die Kita soll nun Zuwachs bekommen. 30 Kinder könnten in einen Anbau betreut werden. Quelle: Ch. Köster
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Neuseddin

Im Tauziehen um eine Lösung des Kita-Problems in der Gemeinde Seddiner See ist jetzt eine neue Variante im Spiel. Die fehlenden Kita-Plätze sollen nun in einem Anbau geschaffen werden, der an der Neuseddiner Kita „Waldsternchen“ entstehen soll. Der Sozialausschuss sprach sich am Dienstagabend nach hitziger Debatte einstimmig dafür aus. Im überfüllten Sitzungsraum hatten auch zahlreiche Eltern das Wort ergriffen. Im Anbau, der mit einem Verbinder mit dem Kita-Haupthaus verknüpft wird, könnten 30 Krippenkinder betreut werden.

Zugleich lehnte der Sozialausschuss klar die von der Verwaltung favorisierte Variante ab, die älteren Kita-Kinder mit in der Neuseddiner Grundschule im dortigen Hortbereich unterzubringen. Ein Teil der dann freiwerdenden Kita-Plätze sollte im Gegenzug in Krippenplätze umgewandelt werden. Gegen diese Pläne hatte sich massiver Widerstand unter den Eltern formiert. Im Sozialausschuss gab es keine Ja-Stimme dafür. Verworfen wurden im Gremium auch Varianten, die eine Aufstellung von Containern an der Kita „Waldsternchen“ vorsahen. „Das Votum des Sozialausschusses ist im Sinne der Eltern und der pädagogischen Fachkräfte. Die Kita-Kinder werden damit nicht auseinandergerissen“, sagte Elternsprecherin Beatrice Kirchhof.

Der nun empfohlene Anbau, der im Gegensatz zu Containern dauerhaft nutzbar ist, könnte nach Schätzungen einer Architektin etwa 470 000 Euro kosten. „Die Investition müssen und wollen wir uns leisten. Das sind unsere Kinder, das ist unsere Zukunft. Dafür müssen wir Geld bereitstellen“, sagte Neuseddins Ortsvorsteher Andreas Bauch (WGV) der MAZ.

Die Architektin sprach von etwa zwölf Monaten, die es brauche, um den Bau vorzubereiten und bezugsfertig zu vollenden. Auf Antrag von Andreas Bauch wurde die Verwaltung beauftragt, eine vorübergehende Nutzung des sogenannten Bauraumes in der Kita „Waldsternchen“ zu prüfen, um einige zusätzliche Kinder bereits während der Bauzeit betreuen zu können. Wie berichtet, gibt es in der Kommune Wartelisten für einen Kita-Platz. Derzeit steht für etwa 25 Kinder kein Betreuungsplatz zur Verfügung, obwohl deren Eltern einen Rechtsanspruch darauf haben. Benötigt werden vor allem Plätze für die Jüngsten bis zu einem Alter von drei Jahren.

Die letzte Entscheidung, wie das Problem gelöst wird, fällt in der Gemeindevertretung. Die Sitzung sollte am 7. Juli stattfinden, weil zum regulären Termin am 30. Juni einige Gemeindevertreter und der Bürgermeister im Urlaub weilen. Carina Simmes (BVB/Freie Wähler) beantragte für ihre Fraktion eine außerplanmäßige Sitzung bereits Mitte Juni, um Zeit zu gewinnen. In Georg Vieth (Pro Dorv) fand die Fraktion einen nötigen vierten Mitstreiter, um eine Sondersitzung zu ermöglichen. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Bürgermeister Axel Zinke (parteilos) sieht allerdings auch noch erheblichen Klärungsbedarf zum Kita-Anbau. „Wir fangen jetzt bei Null an. Ein Anbau war bisher kein Thema“, sagte er. Zinke verweist etwa darauf, dass für einen Bau für Krippenkinder Fördermittel beantragt werden können. „Erst wenn der Fördermittelbescheid da ist, kann begonnen werden. Ich rechne nicht vor Ende 2016 damit, dass der Anbau fertig ist“, so Zinke.

Von Jens Steglich

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