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Angekommen im Lieblingsschloss

Caputh Angekommen im Lieblingsschloss

Das Schloss Caputh besuchen annähernd 20 000 Gäste im Jahr. Das barocke Glanzstück ist auch das Reich von Kastellanin Petra Reichelt. Sie haucht dem Haus mit über 350 Jahren Geschichte neues Leben ein und will auch zur 700-Jahr-Feier 2017 in Caputh für weitere Anziehungspunkte im Schloss am Havelufer sorgen.

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Petra Reichelt im Porzellankabinett, das sie besonders mag.

Quelle: Greiner

Caputh. Das glanzvolle Lusthaus aus der Zeit des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg – das Schloss Caputh – ist das Zuhause und Wirkungsfeld von Petra Reichelt. „Und ich gestehe, ich habe in den vergangenen 30 Jahren für einige Häuser der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten gearbeitet, aber bereits vor 18 Jahren bin ich in meinem Lieblingsschloss angekommen“, sagt die Kastellanin. Sie kennt das Reich sehr genau, fühlt sich verwachsen mit den Schätzen der Kurfürstin Dorothea, der zweiten Gemahlin des Großen Kurfürsten. Sie hatte 1617 das Schloss verschönern lassen, Friedrich Wilhelm I. den Sommerspeisesaal mit annähernd 7500 niederländischen Fayencefliesen – für die Besucher von heute immer ein besonderer Anziehungspunkt.

Reichelt genießt den Zauber und den Glanz des ältesten, erhalten gebliebenen Lustschlosses aus der Zeit des Großen Kurfürsten „Doch noch wichtiger ist für mich, für unsere bis zu 20 000 Besucher im Jahr das kostbar ausgestattete Landhaus mit allen Sinnen erlebbar zu machen“, sagt Reichelt. „Das Sammeln, Bewahren, Erforschen und Präsentieren sind wohl die wichtigsten Aufgaben einer Schlossbereichsleiterin.“ Und man spürt und sieht es, die 52-Jährige ist mit viel Hingabe und Einfallsreichtum dabei. Oft hört sie in ihrem kleinen Büro im Souterraingeschoss des Hauses bei der Vorbereitung der nächsten Veranstaltungen den Beifall der Gäste nach dem Besuch. „Das beweist uns, die Entscheidung für regelmäßige Führungen war richtig und für die Besucher aufschlussreicher, als wenn sie alleine durch die Gemächer spazieren“, sagt Reichelt.

Doch für die Kastellanin, die im Anbau des Schlosses wohnt, gehört zur über 350 Jahre Geschichte des Anwesens auch die Zeit ab 1947, in der das Landhaus am Ufer der Havel Berufsschule unter anderen für Floristen und Fotografen war. Erst ab 1999 hat sich das Gesicht des Juwels grundlegend verändert, als die Schlösserstiftung dem sanierten Haus und Innenleben wieder seinen Glanz verlieh. Gleichzeitig wurde es erstmals in seiner Geschichte als Museum für Besucher geöffnet. Reichelt ist sich bewusst, wie manche sie um ihr Wohnumfeld und ihren Zwei-Minuten-Arbeitsweg beneiden. „Ja, man kann es Luxus nennen, aber die Wohnung wurde schon zu Berufsschulzeiten genutzt. Doch am Arbeitsort zu wohnen, hat auch Nachteile. Das Abschalten ist schwierig.“ Das alte Schloss mit neuem Leben zu erfüllen, stellt für Reichelt immer wieder eine neue Herausforderung dar. Doch die Chefin von heute nimmt sie gerne an. Bereits nach dem Job bei der Aufsicht in der Ausstellung zum 200.Todestag von Friedrich II. 1986 in Potsdam, wo man bis zu fünf Stunden auf den Einlass warten musste, stand für Reichelt das Museologie-Studium in Berlin fest. Spätestens seit dem Einzug in das Barocke Schloss am Havelufer hat Reichelt ihren Berufsweg nicht einmal bereut. Auch wenn sie bedauert, dass der drei Hektar große Park ohne notwendigen Rasenschnitt gerade nicht gepflegt aussieht. Dafür fehlt der Stiftung offenbar gerade das erforderliche Geld. Darüber hinaus müsste das Logierhaus restauriert werden. Reichelt könnte sich dort wunderbar eine Museumswerkstatt vorstellen. Nur ein Ende des Stilllebens ist nicht in Sicht. Dennoch will Reichelt 2017 zur 700-Jahr-Feier in Caputh im und am Schloss wieder für kulturelle Höhepunkte sorgen, ob bei Konzerten oder thematischen Kulturveranstaltungen.

Zum 380. Geburtstag der Kurfürstin

Das Schloss Caputh lädt am Sonnabend, 18. September, von 10 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Lackkabinett-Schränke ein. Die Schränke aus dem 17. Jahrhundert werden an diesem Tag für Besucher geöffnet.

Zum 380. Geburtstag der Kurfürstin Dorothea lädt Schlossbereichsleiterin Petra Reichelt zum 2. Oktober, 15 Uhr, zu einer besonderen Führung ein. Sie erinnert an die Zeit, in der die Kurfürstin sich in Caputh ein idyllisches Landhaus schuf.

Eine blaue Stunde mit Führung und Konzert ist am 8. Oktober, ab 15 Uhr, zu erleben. präsentiert von Christine Uhde, Beate Masopust und Benno Kaltenhäuser.

Von Regine Greiner

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