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Angenehme Arbeit auf dem Gutshof Glien

Bad Belzig verkauft Immobilie Angenehme Arbeit auf dem Gutshof Glien

Die Stadt Bad Belzig wird den Gutshof Klein Glien an die Dietrich und Kokonuss OHG verkaufen. Sie will dort Arbeitsplätze für Leute einrichten, die die reizvolle Natur und inspirierende Atmosphäre des Hotels am Fuße des Hagelbergs nutzen wollen. Es gab vorigen Sommer schon einen Probelauf an einem anderen märkischen Gipfel.

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Julianne Becker, Michael Kloos, Christian Söder, Janosch Dietrich (v. l.) wollen den Gutshof Klein Glien betreiben

Quelle: Nadja Bülow

Hagelberg. Wer will, kann den Alltagsstress der Metropole hinter sich lassen; die angenehme und inspirierende Atmosphäre im Hohen Fläming nutzen, um dennoch zu arbeiten – das ist das Angebot, das die Dietrich und Kokosnuss OHG unterbreiten will.

Zu dem Zweck kann sie den Gutshof Klein Glien erwerben. Das hat die Stadtverordnetenversammlung Bad Belzig am Montagabend hinter verschlossenen Türen mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Die Freie Schule Fläming hatte die Immobilie noch in Augenschein genommen und ein Interessent für ein genossenschaftliches Wohnprojekt hatte sich gemeldet, aber offenbar nicht genügend (finanzielle) Mitstreiter gefunden. Am Ende habe nur ein ernsthafter Bewerber im Raum gestanden.

Hotel schloss 2014

Bis 2014 war der Gutshof Klein Glien von der Stadt Bad Belzig an den Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein Potsdam-Mittelmark verpachtet. Jener hatten den Hotelbetrieb an die Firma Immoring (Jaqueline Gramm/Harald Thieme) verpachtet.

Über zwei Jahre dauerte die rechtliche Auseinandersetzung um Mitfragen. Sie endete mit einem Vergleich, wobei die Stadt Bad Belzig den Zugriff bekam und die Verkaufsabsicht erklärt hat.

Zwischen zeitlich stand im Dezember die Unterbringung von etwa 60 Flüchtlingen zur Diskussion. Das Anliegen des Landratsamtes Bad Belzig fand kein Gehör.

Dennoch ist die Veräußerung nach Einschätzung von Politik und Verwaltung alles andere als ein Notverkauf. „Das Vorhaben ist klar und deutlich dargelegt worden“, sagt Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast (parteilos). Gleichwohl es sich nicht um die wohl vielfach erhoffte klassische touristische Nutzung handelt, „ist es eine innovative Idee, die gut zur Entwicklung von Bad Belzig passt“, ist sie überzeugt.

Ursprünglich haben Janosch Dietrich und seine Mitstreiter – Michael Kloos (Architekt und letztlich Käufer), Filmeditor Christian Söder sowie Kommunikationsfachfrau Julianne Becker – ein Haus in Berlin-Moabit hergerichtet. Unter dem Titel „Raumstation“ werden dort seit 2007 etwa 40 Computer-Arbeitsplätze auf fünf Etagen stetig vermarktet. „Das ist interessant für Freiberufler und Gründer“, sagen sie. Wahlweise auch für temporär tätige Arbeitsgruppen.

Der Gutshof in Klein Glien befindet sich in einem passablen Zustand

Der Gutshof in Klein Glien befindet sich in einem passablen Zustand

Quelle: Thomas Wachs

Wobei ein nicht unwesentliches Moment darin besteht, Ausstattungen zu teilen, dafür aber Kontakte und Synergien aus Netzwerken zu nutzen. Diese Idee war, ergänzt um gutes Essen, kreatives Miteinander und die reizvolle Natur im vergangenen Jahr erfolgreich in die Mark Brandenburg exportiert und erprobt worden, berichtet Christian Söder. Doch das Domizil in einem ehemaligen FDGB-Erholungsheim in Götzerberge (Groß Kreutz/Havel) ist für die „digitalen Nomaden“ nicht ausbaufähig, weil kein langfristiger Mietvertrag oder gar Eigentümerwechsel in Frage gekommen sei.

Da das Quartett gern im Landkreis Potsdam-Mittelmark bleiben wollte, lag die Teilnahme am Interessenbekundungsverfahren für die Immobilie am Fuß des Hagelberges nahe. Für 360 000 Euro wird sie laut Verkehrswertgutachten nun den Besitzer wechseln.

Weil die Bausubstanz dank der Sanierung vor gut 20 jahren noch ganz in Ordnung scheint, seien zunächst keine Investitionen nötig. „Zunächst einmal ist das Ziel, dass die Betriebskosten erwirtschaftet werden“, sagte Janosch Dietrich. Etwa 50 Betten und Schreibtische zur kurzfristigen Buchung, zehn Betten und Schriebtische zur längerfristigen Nutzung seien ins Auge gefasst. Laut den gesammelten Erfahrungen lassen sie sich bei Preisen um 90 Euro/pro Nacht vermarkten.

Während der Freizeitwert des Hohen Flämings, einschließlich Stein-Therme, für die Investorengesellschaft außer Frage steht, wäre die Radweg-Anbindung in die Kur- und Kreisstadt noch wünschenswert und dass die Internetversorgung womöglich noch ausgebaut werden muss, scheint den Unternehmern wohl bewusst.

Indes haben sie erklärt, nicht nur Oase für Berliner sein zu wollen. Zum einen soll es auch zehn Schreibtisch-Arbeitsplätze für Interessierte aus dem Umfeld geben. Da letztlich Vollpension offeriert werde, liege es zum anderen nahe die Gastronomie für Einheimische und Touristen zu bieten. Alles in allem könnten am Ende etwa vier Beschäftigte mit der Betriebsführung befasst und neun Arbeitsplätze auf touristischem Gebiet entwickelt werden.

Von René Gaffron

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