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Potsdam-Mittelmark Anonyme Urnenbeisetzung kommt bald
Lokales Potsdam-Mittelmark Anonyme Urnenbeisetzung kommt bald
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20:40 03.08.2017
Gedulidges Papier: der Fredersdorfer Ortsvorsteher mit dem Plan für die anonyme Begräbnisstätte. Quelle: christiane sommer
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Bad Belzig

Für Bad Belzig und seine 14 Ortsteile gilt ab 1. Januar 2018 eine neue Friedhofsgebührensatzung. Die Neukalkulation war durch die bevorstehende Einrichtung von anonymen/teilanonymen Urnenbegräbnisflächen auf den kommunalen Friedhöfen in Fredersdorf, Groß Briesen und Schwanebeck erforderlich geworden.

Der Entwurf war in den zurückliegenden Monaten nahezu geräuschlos in den Ortsbeiräten bestätigt und städtischen Ausschüsse zur Beschlussfassung empfohlen worden. Anders als zuletzt in der Gemeinde Wiesenburg/Mark wird das Papier in der Kur- und Kreisstadt eher regelmäßig geprüft und angepasst. Jüngst gab die Stadtverordnetenversammlung dem Zahlenwerk den Segen, so dass die mit ihm geänderte Satzung wie geplant zum Jahresbeginn in Kraft treten und auf den neuen Urnengemeinschaftsfeldern in den drei Dörfern ebenfalls bestattet werden kann.

Grundlage der Neukalkulation für den Zeitraum von 2018 bis 2020 bildeten die zwischen 2013 und 2016 gesammelten Erkenntnisse. Weil die Ausgaben durch die Einnahmen nur zu 73 Prozent gedeckt waren, kommt es jetzt zu teilweise moderaten Erhöhungen. Diese betreffen die Gebühren für den Erwerb von Nutzungsrechten an Grabstätten, die Verlängerung von Nutzungsrechten und die jährlich anfallenden Bewirtschaftungskosten. Während für letztere die Gebühr in Schwanebeck und Hagelberg leicht sinkt, bleibt sie in Fredersdorf und auf dem Waldfriedhof in Bad Belzig konstant. Das Entgelt für die Nutzung der kommunalen Trauerhallen in den Orten und in der Stadt bleibt ebenfalls unangetastet.

In Ragösen bleibt die Bestattung dennoch am teuersten. Während dort knapp 1500 Euro Grabstellengebühr für ein anonymes/teilanonymes Urnengrab anfallen, zuzüglich der Kosten für die Namensbeschriftung auf einer Wandplatte; werden beispielsweise auf dem Waldfriedhof knapp 990 Euro, in Groß Briesen 945 Euro und in Fredersdorf 985 Euro fällig.

Hintergrund

Urnenbestattungen werden Erdbestattungen immer öfter vorgezogen.

Weil Beisetzungen in Reihengräbern nur noch selten stattfinden, reduziert sich auf lange Sicht der Flächenbedarf der Friedhöfe.

In Bad Belzig wurden von 2013 bis 2016 vorrangig Urnengräber gewählt. Statistischen Erhebungen der Kommune zufolge in 92 Prozent aller Fälle.

Der Anteil anonymer Urnengrabfeldbeisetzungen in der Kur- und Kreisstadt ist mit 66 Prozent aller Beisetzungen weiter hoch.

In den Ortsteilen ist der Anteil der Urnenbeisetzungen mit zirka 57 Prozent konstant. Aber auch dort nimmt der Trend zur anonymen oder teilanonymen Urnenbeisetzung zu.

In Fredersdorf mühte sich der Ortsbeirat schon über vier Jahre lang intensiv um die Genehmigung der Fläche, wie sie von den Einwohnern gewünscht wurde. Obgleich die Umsetzung des Vorhabens, nach einem Entwurf des Bad Belziger Planungsbüros Gunnar Lange, im Frühjahr zum Greifen nah schien und die erforderlichen Finanzen in den Haushalt der Kommune eingestellt sind, haben sie noch immer nicht begonnen.

Die ursprünglich geplante Fläche war der Kommune, obwohl im Vorfeld für gut befunden, plötzlich zu groß. Die Verwaltung befürchtete, dass sich die 30 Quadratmeter große Anlage in Schneckenform zu einem Zuschussgeschäft entwickeln könnte. Ersten Berechnungen zufolge wären für eine Bestattung auf dem Urnengemeinschaftsfeld in Fredersdorf knapp 1700 Euro zu berappen gewesen. Gut 700 Euro mehr als auf dem Waldfriedhof der Kur- und Kreisstadt. Wozu sich die Fredersdorfer durchaus bereit erklärt hatten.

Dennoch rieben sich einige Abgeordnete daran. In einer erneuten Beratung des Wirtschaftsausschusses im April diesen Jahres kritisierte Wolfgang Terp (CDU) den Plan als „pompös“. Der Sozialdemokrat Werner Sperfeld argumentierte, wer auf einem Urnengemeinschaftsfeld bestattet werden wolle, könne „nach Bad Belzig kommen“. Ursula Schwill (Die Grüne) wiederum forderte die Anlage zu verkleinern, um Kosten zu sparen.

Dieser Forderung wird in Fredersdorf jetzt nachgekommen. Die Einwohner werden ferner Eigenleistungen erbringen, damit das Urnengemeinschaftsfeld endlich angelegt wird.

Von Christiane Sommer

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