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Potsdam-Mittelmark Ansturm auf die Briefwahl
Lokales Potsdam-Mittelmark Ansturm auf die Briefwahl
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02:15 24.09.2017
In den Verwaltungen wird über Konsequenzen des massiven Ansturms auf die Briefwahl nachgedacht. Quelle: dpa
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Werder/Schwielowsee

Immer mehr Menschen aus Werder und Schwielowsee folgen dem Trend der Briefwahl. Beide Kommunen bestätigen eine regelrechte Flut an Anträgen, die in den vergangenen Wochen in den Rathäusern eintrafen. In Werder war die Zahl der Briefwähler noch nie so hoch wie in diesem Jahr, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) auf MAZ-Anfrage. Bei rund 21 000 Wahlberechtigten haben sich bislang 3987 (Stand: Donnerstag, 10 Uhr) dazu entschieden, ihr Kreuz vorab per Brief zu setzen – das sind 19 Prozent.

„Der Trend geht in diesem Jahr besonders deutlich nach oben“, so die Bürgermeisterin weiter. Bei der Bundestagswahl 2009 gab es in Werder 1974 Briefwähler, im Jahr 2013 waren es 2316. Einen ähnlichen Trend verzeichnet auch die Nachbargemeinde Schwielowsee. „Wir haben auch einen sehr großen Zuspruch bei der Briefwahl“, sagte Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) auf Anfrage. Die steigende Tendenz lasse sich schon länger beobachten. „Ich freue mich persönlich sehr darüber, dass die Leute auch auf diese Weise von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen“, erklärte sie. Bislang haben sich 2001 Schwielowseer (Stand: Donnerstag, 9 Uhr) für die Briefwahl angemeldet.

Neun Auszähler für die Briefwahl in Schwielowsee am Sonntag

Das Prozedere bei der Briefwahl hat sich Manuela Saß zufolge seit 1990 nicht verändert. Neue Software habe die Bearbeitung lediglich etwas erleichtert. „Aber natürlich hat sich der Arbeitsaufwand bei einer Verdoppelung der Briefwahlteilnehmer unter anderem im Bürgerservice stark erhöht“, sagte sie. Denn die Briefwahlanträge müssen geprüft und die Briefwahlunterlagen nach wie vor händisch verpackt werden. Die Verwaltung denkt nun darüber nach, Konsequenzen für die Arbeit der Wahlbehörde zu ziehen. Dazu wolle sie sich konkreter nach der Wahl positionieren.

Trotz hohen Arbeitsaufwands gab es im Briefwahllokal der Gemeinde Schwielowsee keinen Stau. „Man muss am Tag der Wahl nur genügend Auszähler haben“, so Kerstin Hoppe. Dafür sei gesorgt: Neun Auszähler sind am Sonntagabend im Briefwahllokal eingesetzt.

Der Briefwahl-Trend ist mit Schwankungen schon seit 1957 zu beobachten, als sie zugelassen wurde. Damals lag der Anteil der Briefwähler bei der Bundestagswahl noch bei 4,9 Prozent, 30 Jahre später bei 11,1 Prozent. 2009 machte dann schon gut jeder Fünfte (21,4 Prozent) sein Kreuz vorab per Brief. 2013 nutzte fast jeder Vierte diese Option (24,3 Prozent). In diesem Jahr steuert der Briefwähleranteil bundesweit auf einen neuen Rekord zu. Die genauen Zahlen sollen erst am 12. Oktober mit dem endgültigen Wahlergebnis feststehen. Wer sich unsicher ist, ob der rote Umschlag noch rechtzeitig ankommt, kann ihn auch am Sonntag im jeweiligen Lokal abgeben.

Von Luise Fröhlich

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