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Potsdam-Mittelmark Ansturm auf die Waldpilze
Lokales Potsdam-Mittelmark Ansturm auf die Waldpilze
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20:26 17.09.2017
Pilzsammler können sich in diesem Jahr auf eine ertragreiche Saison in den märkischen Wäldern freuen. Quelle: dpa
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Caputh

Er liegt in der Luft – dieser Duft nach Pilzen, wenn man dieser Tage durch die Wälder rund um die Havelseen spaziert. Überall säumen parkende Autos die Straßen rund um Caputh. „Verglichen mit 2016 ist dieses Jahr sehr pilzreich“, erklärt die Pilzexpertin Sylvia Hutter, die hier mindestens zweimal in der Woche Pilze sammeln geht. Weit laufen muss sie dafür nicht. Die Wälder um Potsdam geben einiges her. „Im Frühling gab es schon massenhaft Speisemorcheln, im Juli dann sehr viele Pfifferlinge und Sommersteinpilze. Gestern habe ich Täublinge und Röhrlinge gefunden.“ Der viele Regen ist günstig für das Pilzwachstum. Was manchem im Sommer noch die Laune vermiest hat, beschert jetzt eine reiche Ernte.

Wer in der Region Pilze sammeln möchte, sollte aber nicht nur auf den Boden schauen. Denn auch der Blick nach oben kann sich lohnen, so Sylvia Hutter. „Viele Pilze leben in Symbiose mit bestimmten Waldbäumen. Dort hat man dann gute Chancen, diese Pilze auch zu finden.“ Weil in Brandenburg mehr als zwei Drittel der Wälder aus Kiefern besteht, kommt beispielsweise der Maronenröhrling sehr häufig vor. Auch die beliebten Pfifferlinge sind Symbiosepilze, allerdings weniger wählerisch. Sie wachsen in der Nähe von Eichen, Buchen, Fichten und Kiefern.

Anfänger sollten mit Röhrlingen anfangen

Pilz-Laien müssen also nicht befürchten, leer auszugehen. „Pilze findet man in jedem Wald“, sagt Sylvia Hutter. „Hält man sich an die richtigen Baumarten und passt außerdem die Witterung, dann wird man immer fündig. Wenn es ein paar Tage kräftig geregnet hat, kann man nach etwa eineinhalb Wochen in den Wald gehen. Für eine Mahlzeit hat es bisher immer gereicht.“

Die Österreicherin bietet seit einigen Jahren in Caputh und Potsdam Pilzberatungen und Pilzwanderungen an. Dort hilft sie nicht nur bei der Bestimmung der Pilze, sondern gibt auch Tipps, wie man sie richtig sammelt. „Es ist ein viel verbreitetes Märchen, dass man den Pilz über dem Boden abschneiden muss, damit dort auch weiterhin Pilze wachsen. Einziger Nutzen ist, dass man weniger Schmutz im Korb hat“, klärt Sylvia Hutter auf. Das Stielende kann sogar entscheidend sein, um Pilze genau zu bestimmen und essbare von giftigen zu unterscheiden. „Absolute Laien sollten mit den Röhrlingen beginnen. Diese Pilze haben einen deutlich erkennbaren Stiel und einen Kopf, der auf der Unterseite wie ein Schwamm aussieht. Bei den Röhrlingen gibt es hier in der Region zumindest keine tödlich giftigen Arten.“ Anders ist das bei Lamellenpilzen. Wer sich dort unsicher ist, kann mit den gesammelten Werken zu Sylvia Hutter in die Pilzberatung nach Caputh kommen. Außerdem ist sie Mitglied im Landesverband der Pilzsachverständigen, der den Bestimmungsservice bis Ende Oktober auch dreimal wöchentlich auf dem Potsdamer Bassinplatz anbietet.

Sylvia Hutters Lieblingspilze sind übrigens Pfifferlinge, am liebsten in Butter gebraten und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Wird es in der nächsten Zeit nicht zu kalt, dann sprießen sie sogar im Winter.

Mit dem Pilz-Ticker auf dem neuesten Stand

In welcher Region es sich lohnt, auf die Suche nach Pilzen zu gehen, kann man zum Beispiel beim Pilz-Ticker Brandenburg nachlesen.

Heinz-Wilhelm Bertram aus Leipzig stellt Pilzsuchern aus ganz Deutschland eine Plattform im Internet zur Verfügung, auf der sie ihre Erfolge teilen können.

Am Freitag etwa postete Sascha aus Teltow-Fläming dort ein Foto mit zwei voll gefüllten Körben mit Pfifferlingen.

„Die Pfifferling-Saison ist noch lange nicht vorbei“, schreibt er dazu. Allerdings müsse man wissen, wo man sie suchen muss. Röhrlinge habe er bislang nur vereinzelt gesehen.

Ob Fläming, Dahme-Heidesee, Calau oder Seddin: Überall sind die Pilzfreunde fündig geworden und geben Tipps, wie der Verlauf zeigt.

Manche geben auch geheime Rezepte zur Verarbeitung der Pilzausbeute weiter.

www.passion-pilze-sammeln.com

Von Stefanie Wagner-Leppin

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