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Potsdam-Mittelmark Tatortreiniger gegen „Tretminen“ in Teltow
Lokales Potsdam-Mittelmark Tatortreiniger gegen „Tretminen“ in Teltow
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12:10 27.10.2015
Inspektor Fischer und Kommissarin Klara (v. r.) untersuchen einen „Tatort“ im August-Mattausch-Park. Quelle: Christel Köster
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Teltow

Einen Haufen Ärger will die Stadtverwaltung Teltow den Hundehaltern mit einer spektakulären Anti-Hundekot-Kampagne ersparen. Mit einem auffällig gekennzeichneten „Tatort“ an verschiedenen Schwerpunktplätzen in der Stadt, an denen besonders viele „Tretminien“ festgestellt werden, will die Verwaltung das Problem der zahlreichen „Tatörtchen“ aufgreifen, an denen Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht beseitigen. Nicht nur die Zahl der Hunde, auch die Konflikte zwischen ihren Haltern und anderen Teltowern haben zugenommen, sagt Stadtsprecherin Andrea Neumann. In anderen Kommunen und Bundesländern ist es sogar schon zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen. Im Bürgerhaushalt 2015/2016 forderten viele Teltower eine schärfere Kontrolle durch das Ordnungsamt und härtere Konsequenzen für rücksichtslose Hundehalter.

In einem weißen Pavillon werden bis zum Ende dieser Woche zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes – davon einer in einem typischen weißen Overall eines Kriminaltechnikers – an Schwerpunkten in der Stadt einen „Tatort“ absperren und mit Pinsel und Pinzette, mit Lupe und mit Kamera auf Spurensuche gehen, wer den übergroßen (künstlichen) Hundehaufen dort hinterlassen hat, auf dem sich schon die (ebenfalls künstlichen) Schmeißfliegen tummeln. Zum Auftakt der Aktion ermittelten am Montag Inspektor Fischer (Jörg Meißner) und Kommissarin Karla (Paula Henke), zwei Schauspieler aus einer Dresdener Werbeagentur, im August-Mattausch-Park an der Potsdamer Straße und „verhörten“ die ersten Hundehalter. Weitere „Einsatzorte“ für das Ordnungsamt werden unter anderem die Kanalaue, der Mühlendorfteich, das sogenannte Musikerviertel sowie der Stadtteil Ruhlsdorf sein. Nur auf eine DNA-Probe müssen die „Ermittler“ verzichten. Das wäre für die Stadtkasse dann doch zu teuer geworden, sagt Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) und schmunzelt.

1404 Hunde angemeldet

In Teltow angemeldet sind derzeit 1404 Hunde. (2014: 1300 Hunde).

Zur Beseitigung des Hundekots hat die Stadtverwaltung in Teltow 45 Tütenspender aufstellen lassen. Darin befinden sich jeweils rund 100 Tüten. Die Spender werden im Durchschnitt zweimal in der Woche aufgefüllt.

Eine halbe Million Mal im Jahr könnten Hundehalter eine Tüte aus den Spendern ziehen. Tatsächlich werden nur 280 000 Tüten jährlich benutzt.

Innerhalb eines Jahres wurden von September 2014 bis September 2015 1255 Hundehalter kontrolliert und gegen 340 Halter Verwarnungen oder Anzeigen ausgestellt.

„Den Zeigefinger zu heben und mit Paragraphen um sich zu werfen, bringt allerdings oft nicht viel. Wir wollen die Hundehalter nicht pauschal verurteilen, sondern in ihnen das wirkliche Bedürfnis wecken, die Exkremente ihrer Haustiere zu beseitigen“, so Schmidt. Dabei soll neben dem unästhetischen Aspekt vor allem auch der hygienische Faktor angesprochen werden. Die Hundehaufen führen zur Vermehrung der Fliegen und damit der Überträger von Krankheitserregern.

Genauer ist alles in den annähernd 15 000 unterhaltsamen Broschüren aufgeschrieben, die wie eine Ermittlungsakte gestaltet wurden und die die Stadtverwaltung am Ende der vorigen Woche an Haushalte im Stadtgebiet verteilen oder in Tierarztpraxen und -pensionen auslegen ließ. Die Informationen sind auch inhaltsgleich im Internetseite unter www.teltows-tatoertchen.de zu finden. Außerdem verteilen die Spurensucher auch „Tatortreiniger to go“, kleine Kapseln mit zehn Tüten darin, die die Halter nach der Aufnahme des Hundekots in den nächsten der 180 öffentlichen Abfallbehälter im Stadtgebiet entsorgen können.

Bürgermeister Schmidt ist bereits nach dem Verteilen der Informationsbroschüre sowohl von Hundehaltern als auch von anderen Teltowern positiv auf die Kampagne angesprochen worden, sagt er. „Der überwiegende Teil der Teltower Halter kommt ja auch seinen Pflichten nach“, sagt er.

Von Heinz Helwig

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