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Apfelsaft von der Wiese Andrea

Langerwischer Verein will Obstbautradition wiederbeleben Apfelsaft von der Wiese Andrea

Michendorf hat den Apfelbaum noch im Wappen – als Zeugnis der Obstbautradition. Andere Zeugnisse wie Streuobstwiesen sind indes rar geworden in der Region um Michendorf und Langerwisch. Ein Verein in Langerwisch will das ändern. Neue Streuobstwiesen sollen angelegt, alte reaktiviert und so auch ein Stück Landschaftsbild zurückgeholt werden.

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Eine Obstbaumallee gibt es noch an der Melior-Mühle in der Bergholzer Straße.

Quelle: Jens Steglich

Michendorf. Wenn von Obstanbau die Rede ist, denken die Leute ans Havelland, an die Region rund um Werder. Doch auch Michendorf oder Langerwisch haben ein lange Obstbautradition. Der Apfelbaum im Michendorfer Wappen zeugt heute noch davon. In Langerwisch hat sich ein Verein gegründet, der die vergessene Tradition aufleben lassen will. Und das ganz konkret und für alle sichtbar. „Wir wollen Streuobstwiesen und Obstbaumalleen anpflanzen oder reaktivieren, den Obstanbau wieder erlebbar machen und damit auch ein Stück traditionelles Landschaftsbild wiederherstellen“, so Justus Mayser vom Verein Langerwischer Obstgarten.

Früher, sagt er, kamen die Wohnhäuser, dann die Gärten und Obstanlagen und dahinter die Felder. „Jetzt haben wir industrielle Landwirtschaft und viele Äcker reichen bis an die Gärten heran.“ Ein Großteil der Streuobstwiesen und damit ein wichtiger Teil der Kulturlandschaft verschwanden. Jenseits der Gartenzäune sind die Obstoasen jedenfalls rar geworden. „Das wollen wir ändern.“

„Es geht um Naturschutz, um Ernährung, um Freude und um die Wiederbelebung eines Landschaftsbildes“, sagt Justus Mayser

„Es geht um Naturschutz, um Ernährung, um Freude und um die Wiederbelebung eines Landschaftsbildes“, sagt Justus Mayser.

Quelle: Jens Steglich

Wir – das sind zum Beispiel die Forstwirtin Cordula Isermann, der Chemiker Karsten Siems, die Landschaftsplanerin Martina Düvel, die Psychologin Jutta Hundermark-Mayser oder der Architekt Justus Mayser. Im vergangenen Jahr gründeten sie den Verein, um eine Idee in die Tat umzusetzen, die bei einem Workshop des Unternehmernetzwerkes FUN geboren wurde. Es ging um ein Leitbild für die Gemeinde Michendorf, als Martina Düvel von alten Schuffelgärten und Obstwiesen erzählte und dann sagte: „Lasst uns Streuobstwiesen anpflanzen.“

Im Garten Bunthe in Neu-Langerwisch ist das bereits passiert. Als nächstes soll die Wiese drankommen, die den Vornamen eines Vereinsmitglieds trägt – die Wiese Andrea an der Wildenbrucher Straße, wo im November 70 neue Obstbäume gepflanzt werden sollen. „Streuobstwiesen gehören mit zu den artenreichsten Biotopen“, sagt Mayser. Und sie haben das Zeug, besondere Leckerbissen zu liefern. „Auf unseren Wiesen werden wir 42 verschiedene Apfelsorten anpflanzen. Die schmecken alle anders.“ Örtliche Gastronomen sind bereits scharf auf die seltenen Obstsorten, die Supermärkte nicht im Sortiment haben.

Obstwanderwege

Der Langerwischer Verein Obstgarten hat als langfristiges Ziel, in der Gemeinde Michendorf Obstwanderwege zu schaffen, die vorhandene und neue Streuobstwiesen und zugleich die Ortsteile der Kommune miteinander verbinden.

Mit dem Projekt hat sich der Verein um Geld aus dem Investitionsprogramm 2020 beworben. Etwa 700 Obstbäume sollen dafür neu angepflanzt werden. Mehr Informationen: www.langerwischer-obstgarten.de

Mayser kann sich zum Beispiel auch Spezialmarken wie diese vorstellen: „Apfelsaft von der Wiese Andrea“! Auf den vom Verein gepachteten oder gekauften Streuobstwiesen sind Besucher willkommen, sagt er. Zu besonderen Terminen soll auch zur Selbstpflücke eingeladen werden. Mayser ist überzeugt, dass eine intakte, attraktive Umwelt gerade im Berliner Speckgürtel mehr Ausflügler anlocken und den Tourismus ankurbeln kann. „Die Leute wollen Natur schnuppern, wollen etwas riechen und sehen, was sie noch nicht kennen. Das können wir mit unseren Wiesen bieten“, sagt der Langerwischer, der im Markgräflerland (Baden-Württemberg) groß geworden ist. „Mein Schulweg führte über Streuobstwiesen. Es gab immer Gelegenheit, Kirschen zu naschen oder einfach im Kirschbaum zu sitzen, die Zeit zu vergessen und übers Leben nachzudenken.“ Solche Glücksmomente, sagt er, wünscht man sich auch für seine Kinder.

Von Jens Steglich

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