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Arbeitnehmer im Landkreis oft krank

Krankmeldungen Arbeitnehmer im Landkreis oft krank

Rückenschmerzen, Grippe, Burnout: das sind die Top drei der Krankheiten, wegen denen Arbeitnehmer in Potsdam-Mittelmark nicht zur Arbeit erscheinen. Die Zahl der Krankheitstage ist im vergangenen Jahr angestiegen. Und jetzt rollt auch schon die nächste Grippewelle auf uns zu.

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Wegen Erkältungen oder einer Grippe ließen sich die Mittelmärker im vergangenen Jahr länger krankschreiben als zuvor.

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand

Potsdam-Mittelmark. Arbeitnehmer in Potsdam-Mittelmark haben sich im vergangenen Jahr deutlich häufiger krank gemeldet als der Bundesdurchschnitt, stehen im Vergleich mit den anderen Brandenburger Landkreisen aber gut da. Das hat der aktuelle Gesundheitsreport der Barmer GEK ergeben. Die Krankenkasse untersucht und vergleicht jährlich die Fallzahlen und die zugrunde liegenden Erkrankungen der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen ihrer Versicherten.

Dem Bericht zufolge sind die Brandenburger insgesamt 2015 überdurchschnittlich oft wegen einer Erkrankung nicht zur Arbeit gekommen: Mehr als 64 Prozent der Arbeitnehmer ist im Lauf des Jahres zu Hause geblieben. Bundesweit liegt der Wert bei 57,5 Prozent.

Rücken, Burnout, Grippe

Auf Kreisebene fällt auf, dass besonders die nördlichen Gebiete wie Märkisch-Oderland und Barnim die durchschnittliche Zahl der Krankheitstage deutlich überschreiten: um mehr als ein Viertel. Auch die Potsdam-Mittelmärker bleiben länger mit dem gelben Schein Schreibtisch und Werkbank fern als der Durchschnitt. Doch verglichen mit den Zahlen der nördlichen Kreise muten die 16,5 Prozent Überschreitung noch wenig an.

Am häufigsten fehlt der Mittelmärker wegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. 4,5 Tage Krankschreibung pro Arbeitnehmer gehen auf Rückenschmerzen, Gelenkprobleme und Co. zurück. Direkt danach folgen psychische Erkrankungen und – sie sind auf dem Vormarsch – grippale Infekte mit je 3,5 Tagen Fehlzeit.

Jetzt impfen lassen

„Arbeitnehmer in Potsdam-Mittelmark waren 2015 im Durchschnitt fast einen Tag mehr krankgeschrieben als im Vorjahr, weil sie eine Erkältung oder Grippe hatten“, sagt Gundula Wüstenhagen, die Regionalgeschäftsführerin der Barmer GEK in Bad Belzig. Sie empfiehlt, sich jetzt gegen die Influenza schützen zu lassen, schließlich rolle die aktuelle Grippewelle gerade an.

Vor allem ältere Menschen, Schwangere und chronisch Kranke sollten sich jetzt gegen die Influenza schützen

Vor allem ältere Menschen, Schwangere und chronisch Kranke sollten sich jetzt gegen die Influenza schützen.

Quelle: Kay Nietfeld

Besonders für Menschen, die älter als 60 sind, Schwangere und chronisch Kranke sollten sich die Impfung abholen. Die Immunisierung muss jedes Jahr erneuert werden; vorzugsweise sollte sie im Oktober oder November stattfinden. Nach der Impfung dauert es zehn Tage bis zwei Wochen, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut hat.

Anders als eine normale Erkältung kann eine echte Grippe besonders für Kinder und ältere Menschen gefährlich werden; jährlich sterben etwa 5000 bis 10000 Menschen daran. Vor zwei Jahren zählte das Robert-Koch-Institut sogar 21300 Grippetote in Deutschland.

Immunsystem stärken

Goch gegen Erkältungsviren gibt es im Gegensatz zur Grippe keine Impfung. Die Erreger mutieren zu schnell, als dass ein dauerhafter Schutz gegen sie aufgebaut werden kann. „Hier hilft nur ein starkes Immunsystem“, sagt Gundula Wüstenhagen. Am wichtigsten sei es, dem schlechten Wetter zu trotzen und raus an die frische Luft zu gehen. „Die Wirkung von Tageslicht auf das Immunsystem wird häufig unterschätzt“, sagt die Gesundheitsexpertin.

Den vielen Arbeitnehmern, die morgens im Dunkeln in den Tag starten und erst in der Dämmerung nach Hause kommen, empfiehlt sie die Mittagspause und die Wochenenden für einen ausgedehnten Spaziergang: „So bringen Sie Ihren Kreislauf in Schwung.“ Zudem hilft die frische Luft den Nasenschleimhäuten, die oft unter der trockenen Heizungsatmosphäre leiden.

Der berühmte gelbe Schein wird im Landkreis überdurchschnittlich oft gebraucht

Der berühmte gelbe Schein wird im Landkreis überdurchschnittlich oft gebraucht.

Quelle: Patrick Pleul

Überhaupt, die Nase: deren Durchblutung hängt, wie schon unsere Großmütter wussten und mittlerweile auch Forscher bestätigt haben, von den Füßen ab. Kalte Füße, kalte Nase, verminderte Immunabwehr lautet die einfache Formel. Deshalb ist es besonders wichtig, die Füße warmzuhalten, etwa durch dicke Wollsocken oder wärmende Schuheinlagen.

Innere Wärme wiederum kommt durch eine heiße Tasse Tee, besonders, wenn darin noch etwas Ingwer schwimmt. „Die Knolle enthält Scharfstoffe, die bei einer Erkältung schmerzlindernd wirken“, erklärt Wüstenhagen. Außerdem regt Ingwer die Durchblutung an und hilft so gegen kalte Hände und Füße. Allerdings sollten Frauen in der Schwangerschaft auf die scharfe Wurzel verzichten – sie kann Wehen auslösen.

Tipps aus dem Gesundheitsamt

Neben den Tipps zur Stärkung des Immunsystems gibt es noch eine Reihe von einfachen Hygieneregeln, die vor Krankheiten schützen. Das Gesundheitsamt des Landkreises hat sie zusammengestellt.

Händewaschen, regelmäßig und mit Seife, tötet viele Keime und Erreger ganz einfach ab. Die Hände sollten dabei rund 30 Sekunden eingeschäumt, anschließend abgetrocknet werden.

Hygienisches Husten und Niesen in ein Taschentuch oder die Ellenbeuge ist nicht nur höflich, es ist auch Krankheitsvorsorge.

Gut gelüftete Räume helfen den strapazierten Schleimhäuten in Nase und Rachen dabei, sich zu erholen.

Abstand zu erkrankten Personen und, ganz wichtig, selbst zu Hause bleiben, wenn die Erkältung einen erwischt hat, ist Pflicht.

Und schließlich empfiehlt Gundula Wüstenhagen den gesundheitsbewussten Flämingern, regelmäßig zu duschen: und zwar ihre Nase. „Die Nasendusche ist eine bewährte Methode, die Nase zu reinigen und sie so vor Erkältungen zu schützen“, sagt die Barmer-Chefin. Nasenspülkannen sind in Drogerien und Apotheken erhältlich. Sie werden mit warmem Salzwasser gefüllt, welches die Nase von allen fiesen Erregern befreit. „Gehört eine solche Nasendusche zum festen Tagesablauf wie Zähneputzen, ist schon einiges für ein starkes Immunsystem getan“, sagt sie.

Von Saskia Kirf

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