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Archäologen finden Scherben und Kachelofen

Vor dem Neubau des Kleinmachnower Kirchenzentrums Archäologen finden Scherben und Kachelofen

Voraussichtlich noch bis zum 20. Mai untersuchen Archäologen der Firma ABD Dressler aus Glienicke/Nordbahn den etwa 4000 Quadratmeter großen Baugrund, auf dem das Gemeindezentrum entstehen soll.

Kleinmachnow, Zehlendorfer Damm 200 52.3968064 13.2264159
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Archäologin Karoline Müller (l.) und Bodo Bohn vom Kirchenrat auf der Baustelle am Zehlendorfer Damm.

Quelle: Claudia Krause

Kleinmachnow. Keine Zukunft ohne Vergangenheit. Vor dem Neubau des evangelischen Gemeindezentrums am Zehlendorfer Damm untersuchen die Archäologen um Grabungsleiterin Karoline Müller von der Firma ABD Dressler aus Glienicke/Nordbahn gerade die Überreste des einstigen Gutshofes. Reste der Alten Hakeburg vom Ende des 16. Jahrhunderts sind ja bereits neben der Ausgrabungsstätte gesichert worden.

Freileget ist jetzt eine Art Streifenfundament. Es ragen alte Steinzeugen von einstigen Ställen und dem Wirtschaftsgebäude aus der Erde, Rohpflaster wird freigefegt. Auch wenn die Fachleute, die voraussichtlich bis zum 20. Mai auf der Baustelle zu tun haben, keine Sensationsfunde erwarten, „hoffen wir, dass wir noch Reste finden, die älter sind als aus dem 16. Jahrhundert“, sagte Müller der MAZ. Immerhin habe man dunkelgraue mittelalterliche Scherben gefunden – sogenannte Grauware. Es seien kleine, aber doch historische Zeugnisse. Ein recht gut erhaltener Kachelofen mit floraler Verzierung und Gesichtsornament an der Ofenklappe fällt durchaus auf. Dieser stamme zwar eher aus dem 19. Jahrhundert, sei aber „schon schön“, so die Grabungsleiterin.

Der gefundene Ofen stamm vermutlich aus dem 19

Der gefundene Ofen stamm vermutlich aus dem 19. Jahrhundert und ist noch gut erhalten.

Quelle: C. Krause

Seit etwa drei Wochen sind immer vier bis fünf Archäologen auf der Baustelle. Alle Fundstücke werden eingesammelt, „vertütet und verzettelt“, später gewaschen, inventarisiert, ausgewertet und beim Landesamt für Denkmalpflege gesichert.

Auch für die Auferstehungsgemeinde Kleinmachnow, die dort ihr neues Zentrum errichten will, sind die Grabungen spannend. „Ich bin erstaunt, wie groß dieser Gutshof mal gewesen sein muss und wie relativ klein der Bau der Kirche sein soll“, sagte Bodo Bohn vom Gemeindekirchenrat als er sich die Arbeiten von der Archäologin erläutern ließ. Er sei „angenehm überrascht, weil viele Kleinmachnower doch befürchten, sie werde wie ein großer Klotz“.

Jürgen Flechnter, der als Kirchenratsmitglied die Bauphase mit betreut, präzisierte: „Gerade werden rund 4000 Quadratmeter beackert, das Kirchengebäude wird eine Grundfläche von 700 Quadratmetern haben.“ Der Kirchbau entsteht in Richtung alter Dorfkirche, die Parkplatzanlage mit 24 festen Stellflächen schließt sich an der Ecke zur alten Hakeburg an. Bäume auf dem neuen Parkplatz sollen später die Kubatur des einstigen Wirtschaftsgebäudes markieren. Bevor alle Mauerreste abgebrochen werden, fotografiert am kommenden Montag, dem 9. Mai, eine Drohne das gesamte Baufeld, kündigte Flechnter an. Es sollen Grundrissbilder entstehen und festgehalten werden, wie es dort zuletzt ausgesehen hat.

Hier etwa werden sich später die Parkflächen fürs Gemeindezentrum befinden

Hier etwa werden sich später die Parkflächen fürs Gemeindezentrum befinden.

Quelle: Claudia Krause

Nach dem Komplettabbruch wird die Bodenplatte gegossen.

Neubau vor dem Start

Baubeginn für das Zentrum der Auferstehungsgemeinde soll voraussichtlich Ende September 2016, der Einzug dann 2017 sein.

Der Neubau entsteht nach Plänen des Berliner Architekturbüros Löffler + Kühn.

Der Kostenrahmen liegt bei etwa drei Millionen Euro. Zur Finanzierung muss die Gemeinde sich von Kirchenimmobilien trennen.

Von Claudia Krause

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