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Potsdam-Mittelmark Archäologen graben spektakuläre Funde aus
Lokales Potsdam-Mittelmark Archäologen graben spektakuläre Funde aus
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00:18 26.06.2017
Mittig zwischen den beiden weißen Autos verläuft leicht schräg die längliche dunkle Verfärbung des bronzezeitlichen Grabens. Quelle: Foto-Wildgrube
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Bad Belzig

„Mit den archäologischen Eindrücken der letzten drei Monate können wieder neue Puzzlestücke in die Geschichte des Belziger Stadtareals eingesetzt werden“, sagt Arco Dinter. Denn während dieser Zeit suchte das Team des Bad Belziger Archäologen im neuen Wohngebiet im Kurpark nach Spuren der Vergangenheit – und wurde prompt fündig.

Auf dem gesamten Grabungsareal konnten unter anderem ein großer Graben, Feuerstellen, Brandgruben, eine intakte Urnenbestattung, Gruben mit Feldsteinsetzungen und eine Unmenge von Keramikscherben lokalisiert werden.

Arbeiten erwiesen sich als schwierig

Dass die mit der Erschließung des Geländes in Bezug stehende Grabung erfolgreich sein könnte, stand bereits im Herbst 2016 fest. Damals erfolgte eine erste archäologische Begutachtung, direkt an der Brandenburger Straße in Höhe des Turnplatzes. Dabei wurde festgestellt, dass das dort bekannte, vorgeschichtliche Gräberfeld weitaus größer ist als angenommen und sich bis ins Kurparkgelände ausdehnt.

„Festgestellt wurden zahlreiche Befunde, die zumindest teilweise mit einem vorgeschichtlichen Bestattungsareal in Zusammenhang gebracht werden konnten“, heißt es im Bericht der Experten. Nachfolgend wurde der komplette östliche und westliche, jeweils 18 Meter breite Bebauungsstreifen, untersucht. Die Arbeiten erwiesen als schwierig. Der in Touristenmagazinen immer wieder als „steinreich“ umschriebene Fläming machte auf dem Grabungsareal seinem Namen alle Ehre. „Bereits die Lokalisierung von Befunden war durch den Steinreichtum der Bodenschichten nicht einfach und filigrane Freilegungsarbeiten gestalteten sich als sehr kompliziert“, so Babett Palm.

Uwe Schönfelder bei der Freilegung von vorgeschichtlichen Keramikresten im Grabenkern. Quelle: Babett Palm

Dennoch konnten von März bis Mai 2017 weit über 100 Einzelbefunde und Befundkomplexe aus der Bronze- und Eisenzeit, dem Mittelalter und der Neuzeit untersucht werden. Die ältesten Befunde, weit über 2500 Jahre alte Keramikreste, konnten der sogenannten Lausitzer Kultur zugeordnet werden.

Der Blick in die Vergangenheit unterhalb der Erdoberfläche offenbarte aber auch, dass sich über das Grabungsareal ehemals eine Hügelkuppe zog, die durch einen von Menschenhand angelegten Graben zerschnitten wurde. Der wiederum bietet den Fachleuten auch weiterhin Raum für Spekulationen. Ob sich an dieser Stelle ein Palisadenwall, ein breiter Weg oder ein Übergang befand, konnte nicht geklärt werden.

Zwei Namen standen zur Debatte

Am Dienstag, 27. Juni, wird um 13 Uhr die neue Straße im Kurpark offiziell in Albert-Baur-Straße umbenannt – im Gedenken an den Belziger Turnvater.

In Anlehnung an die Nutzung des Geländes im 19. und 20. Jahrhundert plädierten die Stadtverordneten ursprünglich für die Bezeichnung „Zur alten Ziegelei“.

Die Grabung förderte auch Spuren aus jener Zeit zutage.

Unter anderem wurden Fundamentfragmente entdeckt, die auf die Lage der Trocknungshallen der Ziegelei westlich der neuen Straße deuten.

Ferner wurde eine Rampe lokalisiert, die in Richtung Teich (ehemalige Tonabbaugrube) die Lage der Verbindungsstraße/des Schienennetzes für die Loren andeutet.

Die Frage, ob der Graben womöglich einen rituellen Hintergrund hatte, bleibt damit genauso unbeantwortet wie die nach seinem weiterem Verlauf. Nur soviel ist sicher: Der Graben trennte zwei unterschiedlich genutzte Areale voneinander ab. Dominieren im nördlichen Teil grubenartige Strukturen, deren Funktion bislang nicht eindeutig geklärt werden konnte, fand man im Süden hauptsächlich Feuerstellen und Brandgruben.

Die Lokalisierung des rituellen Bestattungsplatzes deuten die Experten in Zusammenhang mit den großen Siedlungsarealen der Bronze- und Eisenzeit aus dem direkten Burg- und Stadtumfeld als besonders wichtiges Puzzleteil in der Bad Belziger Stadtgeschichte.

Von Christiane Sommer

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