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Kleinmachnow zeigt Asyl-Ausstellung

Gemeinde will Willkommensklasse eröffnen Kleinmachnow zeigt Asyl-Ausstellung

Noch bis zum 26 Januar ist die Wanderausstellung „Flucht und Ankommen“ der Menschenrechtsorganisation „ProAsyl“ im Rathaus Kleinmachnow zu sehen. Danach soll sie in den Schulen der Gemeinde gezeigt werden. Bei der Eröffnung wartete Bürgermeister Michael Grubert (SPD) mit einer Neuigkeit auf.

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Empfehlen die Ausstellung im Rathaus Kleinmachnow: Thomas Singer, Kreistagsabgeordneter der Linken, Bürgermeister Michael Grubert, Beate Koch, Netzwerk Tolerantes Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf und Ralf Christoffers, Landtagsabgeordneter der Linken (v. l.).

Quelle: KKH

Kleinmachnow. „Uns war es wichtig, in einer Zeit, in der Flucht und Ankommen die wichtigsten Themen in Deutschland sind, etwas zur Aufklärung beizutragen“, erklärte Thomas Singer, Sprecher der Fraktion der Linken im Kreistag Potsdam-Mittelmark. Er hatte die gleichnamige Plakatausstellung der Menschenrechtsorganisation „ProAsyl“ für diese Woche ins Rathaus Kleinmachnow geholt. Der Landtagsabgeordnete der Linken, Ralf Christoffers, fand am Eröffnungsabend deutliche Worte zur aktuellen Situation in Deutschland.

Momentan ginge es ums Versorgen und Unterbringen. „Die Frage der Integration steht uns noch bevor“, betonte er. Christoffers hofft, dass die Fehler der vergangenen Jahrzehnte nicht wiederholt würden. Zu den Vorgängen am Silvesterabend in Köln sagte der Landtagsabgeordnete, dass sich jeder, der hier leben wolle, nach den Grundwerten zu richten habe. Dazu gehörten auch die Redefreiheit, die Trennung von Kirche und Staat und die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Die Migration bedeute jedoch auch einen großen finanziellen Aufwand. Der Landtag wolle in den nächsten Jahren rund 100 Millionen Euro für den sozialen Wohnbau zur Verfügung stellen. Weiterhin sollen der Kita-Ausbau vorangetrieben und 500 neue Lehrer eingestellt werden. Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) kündigte dazu an: „Kleinmachnow wird nach den Winterferien eine erste Willkommensklasse eröffnen.“ Grubert schloss nicht aus, dass bei Bedarf eine weitere hinzukommen könnte. Die Kinder würden mit einem vom Landkreis finanzierten Schulbus in die Eigenherdschule Kleinmachnow gebracht.

Sorgen mache Christoffers das Absinken der Hemmschwelle, Gewalt auszuüben und dass rechtsextreme Positionen immer mehr an Hinterland gewinnen – nicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Ländern. Der Rückzug in den Nationalstaat sei jedoch keine Lösung. Christoffers unterstützt alle Schritte in Richtung einer gesamteuropäischen Lösung, die aber nicht in ein bis zwei Jahren zu schaffen wäre. Das Asylrecht sei ein unveräußerliches Recht, aber die aktuellen Instrumentarien zur Umsetzung dieses Rechts wären überfordert. Darum werde an einem Einwanderungsgesetz gearbeitet.

Die 49-jährige Melinda K. hat selbst einen großen Teil ihrer Kindheit in Flüchtlingslagern und -heimen verbracht, seitdem sie mit ihrer Mutter aus Ungarn geflohen war. Jetzt lebt sie als deutsche Staatsbürgerin in Kleinmachnow und erlebt die Flüchtlingsdiskussion mit gespaltenen Gefühlen. „Ich weiß, man kann nicht die ganze Welt hier aufnehmen – aber ich habe natürlich eine sehr große Empathie für Flüchtlinge. Sie verdienen auf jeden Fall Mitgefühl.“

Kleinmachnower Schulen interessieren sich für die Ausstellung

Noch bis zum 26. Januar kann die Plakatausstellung „Flucht und Ankommen“ im Foyer des Rathauses Kleinmachnow, Adolf-Grimme-Ring 10, zu den Öffnungszeiten der Verwaltung besucht werden.

Die Ausstellung wurde bisher im Landtag Brandenburg in Potsdam gezeigt.

Nach Kleinmachnow wurde sie von der Kreistagsfraktion der Linken, der Gemeinde Kleinmachnow, dem Netzwerk Tolerantes Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf und der Piraten-Partei Brandenburg geholt.

Nach den Winterferien wird sie für gute zwei Wochen in der Maxim-Gorki-Schule gezeigt. Auch andere Schulen haben bereits Interesse angemeldet.

Von Konstanze Kobel-Höller

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