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Potsdam-Mittelmark Asylbewerber auf der Schulbank
Lokales Potsdam-Mittelmark Asylbewerber auf der Schulbank
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02:15 13.11.2015
Deutschlehrerin Tatjana Schieferdecker (55) lehrt geduldig und ruhig in den Teltower Kursen. Besonders die deutschen Umlaute machen den Ausländern schwer zu schaffen. Quelle: Claudia Krause
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Teltow

Im Klassenraum des Ausbildungsverbundes Teltow (AVT) ist es still. Frauen und Männer zwischen 17 und 48 Jahren sitzen an den Schulbänken. Sie tragen cremeweiße oder schwarze Hidschabs (Kopfschals) oder Turban und Basecap. Sie lesen langsam und konzentriert von Schriftblättern ab: „Im Winter ist es kalt“, Lisa muss laut lachen“, „Willst du einen Kuchen?“ „Der Koch kostet eine Wurst“. Hin und wieder helfen sie sich gegenseitig, erklären die Bedeutung des deutschen Wortes ihrem Nebenmann auf Arabisch. Dann macht’s klick! Vorn an der Tafel spricht und gestikuliert Lehrerin Tatjana Schieferdecker (55). Immer wieder ruft sie freundlich „super“ oder „perfekt“, klatscht sogar Beifall.

Was anmutet, als würde man Kindern mit Hilfe der Fibel das Lesen und Schreiben beibringen wollen, ist ein Deutschkurs für Asylbewerber am Montag in Teltow. Seit knapp einer Woche lernen dort 26 Flüchtlinge aus den Teltower Heimen. Täglich haben sie fünf Stunden Unterricht; am Ende werden sie 320 Stunden absolviert und alltagstaugliches Deutsch erworben haben, hofft die Deutschlehrerin. Ob Alphabet, Zahlen, Monate, Jahreszeiten, Geld, Notrufnummern, Verkehrsmittel, Lebensmittel inklusive Probeeinkauf beim Discounter – „Die Lernmotivation ist sehr groß und es macht sehr viel Spaß“, sagt die Lehrerin, die so ganz nebenbei auch etwas Arabisch lernt.

Die Flüchtlinge haben Schriftzettel mit leichten Sätzen zum Lesen und Nachschreiben. Quelle: Claudia Krause

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat für dieses Jahr noch ein spezielles Sofortprogramm gestartet. Der AVT als Bildungsträger ist dafür einer von mehreren Partnern. In Potsdam-Mittelmark sind laut Agentursprecherin Isabell Wolling gerade 60 Teilnehmer gemeldet. Jedoch sind die Kurse auf Menschen aus Syrien, Eritrea, Iran und Irak mit Arbeitsmarktchancen und Aussicht auf Bleiberecht beschränkt. Aber Ausnahmen gibt es. Zum Beispiel den 29-jährigen Mukhtar Aldan Mohamad aus Somalia. Der gelernte Automechaniker ist seit einem Jahr und acht Monaten hier und strengt sich an: „Mati malt acht Enten“, spricht er sauber nach. Eine Tochter hat die Flucht mit dem Boot nicht überlebt, die andere und seine Ehefrau liegen im Krankenhaus. Den Deutschen und deren Regierung ist er sehr dankbar: „Sie alle haben ein gutes, weites Herz.“

Auch ganz individuell hilft die Lehrerin beim deutschlernen. Quelle: Claudia Krause

Mit den deutschen Umlauten tut sich der Somalier ebenso schwer wie die Familie von Mutaz Albaickdar (48) aus Damaskus. Neben ihm sitzen Frau, Tochter und Sohn auf der Schulbank. „Ü wie Üllüsüli, wie im türkischen“, hilft die Lehrerin auf die Sprünge. Dann klingelt’s mal wieder auf einer Bank. „Handy, no“, ermahnt die Schieferdecker. Kurz darauf lobt sie Ali für sein gutes „R“.

800 Sprachkursplätze für Asylbewerber in Potsdamer Region

Die Bundesagentur für Arbeit hat ein Programm gestartet, das Flüchtlingen aus Syrien, Eritrea, Iran und Irak, die noch keinen Integrations- oder Sprachkurs des Migrationsbundesamtes hatten, einen Deutschkurs ermöglicht. Noch in diesem Jahr müssen die Kurse begonnen werden.

Das Bildungsniveau ist sehr unterschiedlich. Es gibt Akademiker und Fachleute, aber die meisten haben keine verwertbare Ausbildung.

Die Bildungsanbieter im Bezirk der Agentur für Arbeit Potsdam bekämen bis zu 800 Kursplätze gefördert.

Von Claudia Krause

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