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Potsdam-Mittelmark Flüchtlinge aus Michendorf ziehen nach Brück
Lokales Potsdam-Mittelmark Flüchtlinge aus Michendorf ziehen nach Brück
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14:29 11.07.2015
In der Sporthalle des Gymnasiums sind seit Juni 100 Asylbewerber untergebracht.   Quelle: B. G.
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Michendorf

 Die 100 Asylsuchenden, die in der Turnhalle des Michendorfer Wolkenberg-Gymnasiums untergebracht sind, sollen nach Brück ziehen und dort auf einem Gelände des dortigen Übergangswohnheims unterkommen. Wie Gertrud Meißner, Fachdienstleiterin für Soziales und Wohnen in Potsdam-Mittelmark, bei einer Einwohnerversammlung in Michendorf mitteilte, werden am Brücker Flüchtlingsstandort kleine, sogenannte Low-Cost-Häuser errichtet, um zusätzliche Asylbewerber aufnehmen zu können.

In so einem Häuschen finden fünf Menschen Platz. Zusätzlich werden Container mit Küche und Sanitärräumen aufgestellt. Insgesamt seien auf dem Gelände in Brück 147 zusätzliche Plätze geplant, 100 davon für die Asylsuchenden, die seit Juni in der Michendorfer Turnhalle leben. Seitdem steht die Halle nicht mehr für den Sportunterricht zur Verfügung. Auch Sportvereine können sie nicht nutzen. Der Landkreis, dem die Halle gehört, will dafür sorgen, dass sie mit Beginn des neuen Schuljahrs Ende August wieder für ihren eigentlichen Zweck nutzbar ist. „Wir hoffen, dass alles klappt. Wir strengen uns an“, sagte Meißner der MAZ.

Keine Gefährdung durch Krankheit

Mittelmarks Amtsärztin Karen Brinkmann trat zur Einwohnerversammlung Befürchtungen entgegen, dass von einem Asylsuchenden in Michendorf, der an Tuberkulose erkrankt war, eine Ansteckungsgefahr ausgehen könnte. „Er wurde bereits in der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt stationär behandelt. Eine Entlassung kann erfolgen, wenn keine Erreger mehr nachgewiesen werden“, sagte sie. Bei dem Mann soll das der Fall gewesen sein. „Es geht keine Gefährdung von ihm aus. Auch die gesamte Familie ist diagnostiziert, niemand ist da erkrankt“, sagte die Ärztin.

Die zweite Einwohnerversammlung zum Flüchtlingsthema in Michendorf ging in sachlicher Atmosphäre über die Bühne. Zu Wort meldete sich auch Jibran Khalil, der aus Pakistan stammt und seit März in Michendorf lebt. Er nannte es ein Problem, dass es in den Asylverfahren kaum möglich ist, eine Arbeit oder eine Ausbildung aufzunehmen. Ob seine Hoffnung auf ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Erfüllung geht, entscheidet sich vor dem Verwaltungsgericht, nachdem die Behörden seinen Antrag abgelehnt haben. „Ich hoffe, der Richter guckt meinen Fall genau an“, sagte er.

Die Flüchtlinge beim Gemeindefest kennenlernen

Für Aufregung unter Anwohnern des Gymnasiums hatten Unbekannte gesorgt, die nach Angaben einer Frau plötzlich auf Privatgrundstücken standen und bettelten. Ein Anwohner meinte, es seien keine Asylsuchenden aus der Sporthalle gewesen. Er sprach von zwei Männern, die im Umfeld der Flüchtlingsunterkunft unterwegs gewesen seien. Er appellierte zugleich in Richtung Podium: „Nehmen Sie uns ernst als Bürger. Wir haben ein Interesse, dass es ruhig bleibt.“ Dazu müsse man auch dafür sorgen, dass die Asylsuchenden, die in einer engen Turnhalle leben, Beschäftigung haben.

An diesem Wochenende bietet sich die Gelegenheit, Asylbewerber kennen zu lernen. Die Kirchengemeinden Langerwisch und Wilhelmshorst laden zum Gemeindefest. Gemeindemitglieder und Aktive der AG Flüchtlinge wollen Asylsuchende an der Turnhalle abholen und mit ihnen zum Fest laufen. Das Plakat zur Feier ist in acht Sprachen verfasst. Inzwischen gibt es ein Begegnungscafé im Gemeindehaus an der Michendorfer Kirche – initiiert von der AG Flüchtlinge. Immer montags von 15 bis 18 Uhr können sich Asylsuchende und Einheimische bei Kaffee und Kuchen treffen.

Von Jens Steglich

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