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Potsdam-Mittelmark Auch Männer leiden unter häuslicher Gewalt
Lokales Potsdam-Mittelmark Auch Männer leiden unter häuslicher Gewalt
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21:29 12.07.2016
Auch Männer sind mindestens ebenso oft wie Frauen häuslicher Gewalt ausgesetzt, besagen Studien des Robert-Koch-Institutes sowie des Bundesfamilienministeriums. Quelle: dpa
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Teltow

Unter häuslicher Gewalt leiden Männer mindestens ebenso oft wie Frauen, wenn nicht sogar noch häufiger als sie, behauptet Markus Witt aus Teltow. Das ehrenamtliche Vorstandsmitglied des Vereins „Väteraufbruch für Kinder“ Berlin-Brandenburg und Bundesvorstandsmitglied beruft sich auf repräsentative Studien des Robert-Koch-Institutes sowie des Bundesfamilienministeriums und äußert sich zur jüngsten Fachtagung des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Kleinmachnow zum Thema häusliche Gewalt. Witt und eine Kollegin beraten außerberuflich Eltern nach der Trennung zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe, um deren Kindern möglichst Vater und Mutter zu erhalten.

Es sei bedauerlich, dass in der Gesellschaft noch immer das althergebrachte Klischee Frauen – Opfer, Männer – Täter vorherrsche, sagt Witt. Im Gegensatz zu betroffenen Frauen hätten Männer in Berlin- Brandenburg kaum Beratungs-, Unterstützungs- und Schutzangebote. Ihnen gegenüber würden Frauen weniger physische als eher psychische Gewalt anwenden.

In Trennungssituationen sehen sich Väter immer wieder falschen Vorwürfen, beispielsweise der Gewalttätigkeit oder einer unfähigen Lebensführung, ausgesetzt, so der Teltower. Nicht selten werden Männer mit angedrohtem Kindesentzug erpresst oder ihnen das gerichtlich zugesicherte Besuchsrecht verwehrt. Es sei schwierig, sein Recht gegen solche Angriffe durchzusetzen. Jugendämter, Beratungsstellen oder Familiengerichte seien meist mit Frauen besetzt. Witt schließt nicht aus, dass es dadurch manchmal zu Solidarisierungen gegen die Väter kommen kann. Doch wer nachgibt, hat schon verloren, meint er. Jugendämter würden gern „im Sinne des Kindswohls“ schnell „Ruhe in die Situation“ bringen wollen. Aber diese Ruhe sei der Anfang einer Entfremdung zwischen Vater und Kind, was kaum zu dessen Wohl beitrage.

Machtanspruch und Dominanz können auch bei Frauen in Gewalt münden, erklärt Witt. Doch das sei in der Gesellschaft noch immer ein völliges Tabu. Männer, die einer Beratungsstelle oder der Polizei Streit mit der Partnerin angezeigt hatten, seien mitunter ausgelacht und weggeschickt worden. Oft fügen sich Männer auch ihren Schicksalen, aus Angst, den Kontakt zu ihren Kind ganz zu verlieren. In einigen Fällen hätten sich auf Bundesebene Väter nicht aus solchen Situationen befreien können und den Konflikt auf tragische Weise gelöst.

Die Trennungsprobleme von Eltern haben in den vergangenen Jahren rapide zugenommen, stellt Witt fest. Würden auch in dieser Region Behörden mehr intervenieren und enger mit den Beratungsstellen zusammenarbeiten, ließe sich so mancher komplizierte Fall vielleicht leichter besser lösen.

Verein „Väteraufbruch für Kinder“ will Kindern beide Eltern erhalten

Der Verein „Väteraufbruch für Kinder“ hat sich 1988 nach der Scheidungsreform in der Bundesrepublik gegründet. Er konzentriert sich ausdrücklich auf den Erhalt der Beziehungen des Kindes zu beiden Eltern.

Die Vereinsstärke liegt derzeit bei rund 3500 Mitgliedern. Der Verein unterhält bundesweit etwa 100 Kontaktstellen und erreicht damit rund 25 000 Väter und Mütter.

Rund 60 bis 80 Beratungen kommen in Berlin und Brandenburg in jedem Jahr neu hinzu.

Von Heinz Helwig

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