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Potsdam-Mittelmark Auf Malreise fernab der Großstadthektik
Lokales Potsdam-Mittelmark Auf Malreise fernab der Großstadthektik
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06:44 29.06.2017
Die Malerinnen Ilona Richter, Waltraut Rust und Claudia Beuer (v.l.). Quelle: Andreas Koska
Cammer

„Die Farben trocknen zu schnell“, stellt Claudia Beuer fest. Sie arbeitet mit Acryl und ist gerade dabei, im Gutspark Cammer die von Rosen umrankten Stallreste an der Pfauenvoliere aufs Papier zu bringen. Die strahlende Sonne hat jedoch zwischenzeitlich den ehemals schattigen Platz der Künstlerin erreicht.

Claudia Beuer gehört einem Malzirkel in Berlin an. Mit dem Malen begonnen hat sie in einer Arbeitsgemeinschaft beim Ministerium für Außenhandel in der DDR. Die Nachwuchskünstler trafen sich im Haus des Lehrers am Alexanderplatz zu gemeinsamen Malstunden.

Malzirkel geht ein Mal im Jahr auf Malreise

Da war auch ihre Freundin Ilona Richter dabei. Später wurde der Malzirkel im Bundesministerium für Wirtschaft und jetzt im Bundesfinanzministerium fortgeführt. „Ob Minister Schäuble von uns weiß, entzieht sich meiner Kenntnis, aber Peer Steinbrück kannte unsere Arbeit und schätzte sie“, berichtet die inzwischen pensionierte Claudia Beuer.

Ilona Richter vor ihrer Leinwand. Quelle: Andreas Koska

Ein Mal im Jahr ist sie gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Zirkels auf Malreise unterwegs. „Da ist Ilona Richter die Organisatorin“, lobt Beuer ihre ehemalige Arbeitskollegin. Diesmal führte sie die Reise nach Cammer. Von den acht Mitgliedern des Zirkels konnten jedoch nur drei mitkommen. „Ich war sehr überrascht, habe mir vom Dorf nicht viel versprochen“, gibt Beuer offen zu. Die Zauche oder den Fläming kannte sie bisher nicht. In Cammer ist sie von der weiten, offenen Landschaft angetan, die Mühle und der Gutspark üben auf alle drei Frauen eine Faszination aus.

Bilder dekorierten früher Ferienheime des FDGB

Die Bockwindmühle wurde bereits auf Leinwand und Papier gebannt. Ein Motiv, aber drei gänzlich unterschiedliche Bilder. Nicht nur von der Technik her – denn vom Aquarell über Acryl bis zum Öl ist alles dabei. Jede der Frauen hat auch ihren eigenen Stil entwickelt.

Links Waltraut Rust und im Hintergrund Claudia Beuer. Quelle: Andreas Koska

Ilona Richter malt schon seit 1972, Waltraut Rust hat zehn Jahre später damit begonnen. Die Bauingenieurin arbeitete damals in einem Baukombinat in Mecklenburg, in dem auch Maler für Arbeitsgemeinschaften angeheuert wurden. Sie hatte Spaß daran und offenbar genügend Talent. Nach weiteren Kursen und Fortbildungen folgten dann Auftragsarbeiten für den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB). „Mit meinen Bildern wurden unter anderem die Ferienheime dekoriert“, erzählt Rust. „Hier in Cammer schätze ich die Ruhe, kann von der Berliner Großstadthektik abschalten.“ Rust ist außerdem von der Anordnung der Häuser und den Hintergärten angetan.

Dorfbewohner haben Malerinnen gewähren lassen

Im Vorjahr waren die Künstlerinnen in Tangermünde und davor in Lüneburg. Dann gehen sie mit Staffelei und Zubehör auf die Straße, auf die Wiese oder aufs Feld und malen. Kiebitze stören sie nicht. „Willst du malen auf der Straße, musst du die Leute reden lassen“, zitiert Ilona Richter einen unter Künstlern populären Satz. In Cammer, wo sie ein Ferienhaus gemietet hatten, wurden sie zwar aus der Ferne beobachtet und durchaus bemerkt, aber die Dorfbewohner haben sie gewähren lassen.

Und so sind inzwischen ganze zehn Bilder des Dorfes entstanden. „Es handelt sich jedoch noch um reine Rohfassungen. Sie werden dann nach unserer Rückkehr in Berlin vervollkommnet und vollendet“, sagt Claudia Beuer.

Von Andreas Koska

Carsten Vierus aus Bad Belzig ist gerade einmal 35 Jahre alt, hat einen Meistertitel und ein Start-Up-Unternehmen. Er ist der Mann, der lieber in der Werkstatt steht, als den Papierkram zu machen. Das Grillen ist seine Leidenschaft – und die hat er in seinen eigenen, ganz besonderen und patentierten Grill einfließen lassen. Starköche haben den schon ausprobiert.

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