Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Auf Pilzpirsch nach Tiefgefrorenen
Lokales Potsdam-Mittelmark Auf Pilzpirsch nach Tiefgefrorenen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:10 13.11.2016
Sylvia Hutter hier bei der Bestimmung einer Marone. Quelle: Franziska Appelt
Anzeige
Caputh

Franz (4) mag keine Pilze. Seine Eltern jedoch umso mehr. Jedes Jahr gehen die Pilzliebhaber mehrmals in den Wald: „Wir sammeln immer nur Röhrlinge, möchten aber auch essbare Lamellenpilze kennen lernen“, sagt Franz‘ Vater, der es bedauert, so viele unbekannte Pilze stehen lassen zu müssen. Ein Bestimmungsbuch kann da Abhilfe verschaffen und tatsächlich haben einige ihre gedruckten Ratgeber am Sonntag dabei, als Pilzexpertin Sylvia Hutter auf einen Waldspaziergang einlädt.

„Ich liebe Pilze. Im Herbst essen wir sie jeden Tag“, sagt die gebürtige Österreicherin, die den Lehrpfad durch die Caputher Forst anbietet. Sowohl aus dem eigenen Pilzgarten, als auch aus der Natur erntet sie regelmäßig Hut und Stiel. Am Sonntagvormittag verspricht sie, tiefgefrorene Pilze zu finden. Auch diese könne man noch am selben Tag verspeisen. Aber Achtung mit den Giftpilzen! Allen voran der Grüne Knollenblätterpilz, der trotz seines pilzig-milden Aromas tödlich ist. Auch harmlosere Vertreter können zu Magenproblemen und allergischen Reaktionen führen, warnt Hutter. „Vom Fliegenpilz müssen Sie allerdings schon sehr viele essen, bevor Sie sterben“, scherzt die studierte Biologin, die vor drei Jahren nach Caputh kam. Seit dem biete sie Pilzkurse von Lehrwanderungen über Heilpilzvorträge, Pilzmenüs bis hin zum Speisepilzanbau an. Als ehrenamtliche Pilzsachverständige hilft sie beim Bestimmen von essbaren und ungenießbaren Pilzen. Jedoch sind fast alle Pilze im rohen Zustand giftig, so auch die beliebte Marone. Sie wächst in Symbiose mit der Kiefer, und kommt demnach sehr häufig in den Märkischen Wäldern vor.

Und tatsächlich werden noch einige schöne Exemplare von den Teilnehmern gefunden. Aber auch der Hallimasch, der Parasol und die wintertypischen Arten, darunter der Austernseitling und der Frostschneckling, wandern in die Körbe. Stephen Mortimer ist das erste Mal „in den Pilzen“ und begeistert von der Artenvielfalt. „Ich kenne viele Vogelarten, aber Pilze sammeln, war ich noch nie“, gibt der Engländer zu, dem diese Tradition aus der Heimat nicht bekannt ist. In Zukunft will er den Gang in den Wald mit Freundin Julia wiederholen.

Pilzsammler durchqueren den Forst Caputh und werden immer noch fündig. Quelle: F. Appelt

Obwohl der Sommer zu warm und zu trocken für die Feuchte liebenden Bodensiedler war, war das Frühjahr 2016 morchelreich und auch in den vergangen Wochen kamen Sammler noch auf ihre Kosten. „Kiloweise Pilze“ haben auch Marie (29) und Lisa (30) aus Berlin in den Wäldern bei Michendorf gefunden. „Es gab täglich Steinpilze: Im Risotto, gebraten und schließlich auch getrocknet“, sagt Lisa. Besonders beliebt: Krauseglucke.

Pilze in Brandenburg

Pilze wachsen das ganze Jahr über. Je nach Saison findet man viele Morchel, Steinpilze oder Schnecklinge, die erst nach dem ersten Frost gedeihen.

Brandenburger Wälder bestehen bis zu 70 Prozent aus Kiefern. Maronenröhrlinge findet man daher besonders häufig. Aber auch Steinpilze und Täublinge.

Als Heil- und Vitalpilze enthalten sie Mineral- und Ballaststoffe, Vitamine und wenig Fett.

Kontakt: sylvia@pilzreich.de oder 0151/55992394

Von Franziska Appelt

Ab jetzt knistert es vor Spannung in vielen Locations in Berlin und Brandenburg, denn am 15. November beginnt der 7. Krimimarathon mit 60 Veranstaltungen in verschiedenen Orten. Eine der ersten Lesungen findet mit „Auentod: der zweite Fall für Kommissar Voss“ im Teltower Bürgerhaus statt.

13.11.2016

Stehende Ovationen bei der Premiere von „Die Präsidentinnen“ des Theatervereins Kleine Bühne Michendorf. Einziger Handlungsort ist eine Art Wohnküche, die Bühnenbildner Dirk Seesemann wie ein biederes ärmliches Seniorennest mit Teppich, Stehlampe und Uraltfernseher möbliert hat.

14.11.2016

Erstmals ist in Bad Belzig das beliebte Kneipen-Quiz kostümiert im Stil der fünften Jahreszeit zelebriert worden. Zum Auftakt der Karnevalszeit rankten sich alle Fragen für die 14 Rate-Teams diesmal um dieses Thema. Am Ende erwies sich die Truppe „Listige Lurche“ als schleuer Sieger.

13.11.2016
Anzeige