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Potsdam-Mittelmark Auf das „Alfred’s“ folgt die „Trattoria“
Lokales Potsdam-Mittelmark Auf das „Alfred’s“ folgt die „Trattoria“
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09:11 16.02.2017
In der Salumeria: Inhaber Nizamedin („Dino“) Mustafa (r.), Afrim Idruzi, Francesco Puccio und Muharem Begjeti (v.l.) aus dem sechsköpfigen Team. Quelle: C. Krause
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Kleinmachnow

In der Gerüchteküche um Erweiterungen oder/und Umzüge von Geschäften am Rathausmarkt brodelt es seit langem. „Aber so richtig weiß hier keiner etwas genaues“, erzählten Anlieger und Passanten der MAZ. Ziehen nun Rossmann und Reichelt um und werden größer? Jeder hat was anderes gehört, auch Bürgermeister Michael Grubert (SPD) hatte bereits Umzüge etwa vom Drogeriediscounter in Aussicht gestellt. Nach der bundesweiten Insolvenz des Innova-Unternehmens sind die Filialräume in Kleinmachnow leer geräumt.

Immerhin eines steht fest: Das ehemalige Lokal „Alfred’s“ ist seit Ende Januar geschlossen und wird künftig als „Trattoria“ von dem Inhaber des „Salumeria Pane e Vino“, das sich wenige Meter weiter befindet, betrieben. „Ich habe seit Dezember 2016 mit der Gewog einen zehnjährigen Mietvertrag für das Alfred’s “, sagt Inhaber Nizamedin Mustafa, der von Kollegen und Stammkunden Dino genannt wird, der MAZ. Der 46-jährige Mazedonier kam 1988 nach Berlin, hat erst im Osten gewohnt und mit jugoslawischem Pass im Westteil gearbeitet. 19 Jahre lang ist er schon in Kleinmachnow bekannt, früher als Kellner am August-Bebel-Platz.

Mit seiner „Salumeria“ gehört er seit April 2004 zu den Erstmietern am Rathausmarkt. Damals hatte er allein mit Ehefrau Megjile den Laden geschmissen. Heute gehören sechs Mitarbeiter aus fünf Nationen, darunter Mazedonien, Italien und Polen – zum Team. Mustafa, der mit Frau und zwei Kindern bald nach Teltow ziehen will, spricht deutsch, italienisch, bulgarisch, serbo-kroatisch, albanisch, polnisch und spanisch. Französisch ist versiegt, dafür will er künftig auch französische und spanische Spezialitäten mit in seinen Verkauf nehmen. Denn die „Salumeria“ wird künftig ausschließlich als Laden betrieben. Es wird dort keinen Gastronomiebetrieb mehr geben, sagt der Chef.

Das ehemalige „Alfred’s“ soll eine Trattoria werden, in der Mediterranes wie Pasta und Pizza aufgetischt werden. Quelle: Martin Steger

Dafür gestaltet er das ehemalige „Alfred’s“ mit 160 Quadratmetern als „Trattoria“ um. Die Gewog als Vermieter saniere laut  Mustafa noch Räume und behebe auch die Ursachen für Wasserschäden. Gewog-Chefin Katja Schmidt bestätigte, dass die Schlüsselübergabe bis zum 15. März erfolgt. Dann bräuchte er zwei Tage, um die „Trattoria“ flott zu machen, sagt Dino. Sie soll mediterrane Küche im mittleren Preissegment bieten. Für den Gastraum plant er bis zu 70 Plätze und außen noch einmal rund 60. Die karierten Tischdecken werden bleiben, „ich will keine gehobene Gastronomie und es soll gemütlich sein“, sagt Mustafa. „Und wir freuen uns schon so sehr darauf“, wirft Katharina von Baibus im Vorbeigehen ins Gespräch ein. Sie komme oft mit ihrem Malkurs zu „Dino“. Drei weitere Kollegen will er noch einstellen und am liebsten zu Ostern das Lokal öffnen. In der Salumeria bedient künftig nur sein Schwager.

Für den Rathausmarkt wünscht sich „Dino“ mehr Grün, damit er „eine richtige Piazza“ wird, und ein öffentliches WC. Dieses, so hat der Bürgermeister versprochen, kommt auf Kosten der Gemeinde in den Gebäudekomplex gleich neben der Rathaus-Tür. Dieser wird von der Reggeborgh Investment & Management GmbH verwaltet, die gestern auf eine Anfrage nicht geantwortet hat. Die Rossmann-Drogeriekette, die an der anderen Rathausseite seit 13 Jahren auf 400 Quadratmetern Verkaufsfläche mit acht Mitarbeitern aktiv ist, teilte dagegen mit: „Entsprechende Planungen eines Umzugs oder gar einer öffentlichen Toilette sind hier nicht bekannt“, so Stephan-Thomas Klose, Pressesprecher der Dirk Rossmann GmbH. Von der Allod GmbH & Co. KG als weiterem Gebäude-Vermieter gab es noch keine Antwort.

Auch im Winter ziehen Händler immer donnerstags auf den Rathausmarkt. Leerstand gibt es keinen bis auf das einstige Geschäft von Innova, das wegen bundesweiter Firmen-Insolvenz leer geräumt wird. Quelle: Martin Steger

Von Claudia Krause

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