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Auf dem Triptychon kommen alle zusammen

Kunst aus Werder Auf dem Triptychon kommen alle zusammen

Den zweiten Teil seines Triptychons zur Geschichte von Werder hat der Künstler Wilfried Mix fast fertig. Dann fehlt nur noch der Dritte, doch so langsam drängt die Zeit bis zur Vernissage im Juli. Auf dem zweiten Gemälde seiner ganz besonderen Reihe vereint er besondere Persönlichkeiten und Ereignisse der Blütenstadt zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert.

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Wilfried Mix (l.) und Horst Bader stehen vor den ersten beiden Teilen des Triptychons zur Geschichte Werders.

Quelle: André Böhm/W.Mix

Werder. Wilfried Mix muss sich sputen. Um den dritten Teil seines Triptychons zur Geschichte Werders rechtzeitig fertig malen zu können, muss er sich in sein Atelier verziehen und ohne vorherigen Entwurf in Kleinformat direkt auf die große Leinwand pinseln. Am 22. Juli ist die Vernissage auf der Bismarckhöhe, dann müssen alle Bilder perfekt sein. Derzeit arbeitet der 61-jährige Künstler noch am zweiten Kapitel, nähert sich aber langsam dem Ende. Beginnend beim Ende des Dreißigjährigen Krieges arbeitet er sich durch die Geschichte der Blütenstadt bis zum Jahr 1997. Dieser Teil des Triptychons beschäftigt sich mit der Vergangenheit und trägt deshalb auch genau diesen Namen.

Ein Motiv führt bei Wilfried Mix’ Malerei ins Nächste. Alles ist durchdacht, miteinander verbunden und verbirgt Metaphern. Blickfang ist zunächst die Inselbrücke, die den Betrachter ins Bild zieht. Links und rechts davon erstreckt sich die Silhouette der Altstadt. Über ihr thront eine riesengroße weiße Blüte Bezug nehmend auf das erste Baumblütenfest im Jahr 1878. Höhepunkte dieses zeitlichen Abschnittes, die sich auch auf dem Gemälde wiederfinden, sind die Erweiterung des Obstanbaus in Werder, die Geburt des Malers Karl Hagemeister, die Einweihung der Heilig-Geist-Kirche, die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr und die kampflose Übergabe der Stadt an die sowjetischen Besatzer. Auch nicht fehlen darf auf dem Bild die Gründung der ersten Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft (GPG) 1953 und der Beginn der langen Bürgermeister-Karriere von Werner Große 1990.

Den einstigen Bürgermeister Franz Dümichen, der bis 33 Jahre Stadtoberhaupt von Werder war, hat Wilfried Mix gemeinsam mit Karl Hagemeister auf der Inselbrücke platziert. Auf dem anderen Gehweg sieht man noch den Soldatenkönig davoneilen und seine Kutsche im Schlamm stecken bleiben. Nach diesem Vorfall soll die Inselbrücke gepflastert worden sein.

Viele Dinge gibt es auf dem Triptychon zu entdecken. Über manche werden die Leute diskutieren, vermutet Mix. „Aber wenn sie über diese Bilder nicht reden würden, hätte ich was falsch gemacht.“ Bis kommenden Montag will Mix das zweite Bild, welches das größte der Reihe sein wird, fertighaben. Noch malt er jeden Tag um die neun Stunden in der ehemaligen Bosch-Werkstatt von Horst Bader auf der Insel, der sie ihm als Atelier zur Verfügung gestellt hat. In den vier Wänden seines eigenen Ateliers, das nur ein paar Schritte entfernt liegt, sei zu eng.

Das dritte Bild allerdings werde er dort malen müssen, erzählt er. Denn die Zeit wird langsam eng. „Den Zwischenschritt mit der Skizze auf Papier muss ich nun weglassen und die Umrisse direkt auf das Gemälde zeichnen“, so Mix. Im letzten Teil des Triptychons wird es hauptsächlich um die Zukunft der Blütenstadt gehen. „Der Mittelteil soll davon handeln, was die Stadt noch erreichen will“, erklärt der Autodidakt. Um darüber Informationen zu bekommen, will er sich mit Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) treffen.

Zu Beginn stellt sich Mix die Havelauen als wohl größtes Bauprojekt der Stadt in der jüngsten Vergangenheit vor und auch die Blütentherme wird einen Platz auf dem Zukunftsbild finden. Abschließen will Mix mit einem Regenbogen, der in grün-weiß-rot wie die Flagge Werders an der Seite über dem Himmel erstrahlt.

Wie berichtet, fertigt Wilfried Mix das Triptychon anlässlich des 700. Geburtstags der Stadt an. Insgesamt wird es acht Meter lang und fast zwei Meter hoch sein. Zu sehen ist es auf der Bismarckhöhe vom 22. Juli bis 3. Oktober.

Von Luise Fröhlich

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