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Auf der Nieplitz fahren Spreewaldkähne

Erstmals in der Geschichte: In Beelitz werden Besucher per Kahn transportiert Auf der Nieplitz fahren Spreewaldkähne

Zum diesjährigen Spargelfest hat die Stadt Beelitz eine kleine Sensation zu bieten. Erstmals in der Geschichte der Stadt werden Besucher per Kahn auf der Nieplitz transportiert. Dabei entstammt der Name des Flusses dem Slawischen und bedeutet in etwa „Die Nichtschiffbare“.

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Spreewaldatmosphäre in Beelitz: Am Wochenende transportiert ein Fährmann Besucher in seinem Kahn über die Nieplitz.

Quelle: Großer Hafen Lübbenau

Beelitz. Eigentlich müsste die Nieplitz jetzt einen neuen Namen bekommen. Nieplitz entstammt dem Slawischen und bedeutet in etwa „Die Nichtschiffbare“. Genau das stimmt nicht mehr. Stadtsprecher Thomas Lähns kündigte am Donnerstag einen Hauch von Spreewald an, der am Wochenende durch Beelitz weht. „Das erste Mal in der Geschichte der Stadt werden zum Spargelfest Fahrgäste auf der Nieplitz transportiert“, sagte er. Besucher können an beiden Tagen im Kahn auf einer knapp einen Kilometer langen Strecke südlich der Altstadt entlang schippern – und so Beelitz vom Fluss aus erleben. „Man muss manchmal neue Wege gehen  –  auch wenn sie übers Wasser führen“, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth. Die Gondeln, die ein echter Fährmann aus der Spreewald-Region mit Staken vorantreibt, fahren jeweils von 10 bis 20 Uhr. Es ist ein Testlauf für die Landesgartenschau 2019, um die sich die Spargelstadt bewirbt. Zum Spargelfest soll sich zeigen, wie Kahnfahrten in der Beelitzer Region ankommen. „Sollte Beelitz den Zuschlag für die Ausrichtung der Laga erhalten, werden ’Nieplitzgondeln’ einen ganzen Sommer lang auf dem dann rekonstruierten Mühlenteich und der Nieplitz unterwegs sein“, sagte Lähns. Er will nicht ausschließen, dass nach einem erfolgreichen Laga-Gondel-Sommer die Flussfahrten zum Dauervergnügen werden könnten, wenn sich ein Anbieter dafür finden sollte.

Der Probebetrieb am Samstag und Sonntag ist von der Naturschutz- und der Wasserbehörde des Landkreises genehmigt worden. Als Partner für den Testbetrieb konnte Beelitz die Kahnfährgenossenschaft „Lübbenau & Umgebung/Großer Spreewaldhafen Lübbenau“ gewinnen. „Die Nieplitz bietet die nötigen Voraussetzungen für unsere Kähne“, sagte Steffen Franke, Chef der Genossenschaft. Der Fluss ist jedenfalls tief genug für den Gondelbetrieb. Der neun Meter lange Kahn, auf den 20 Passagiere Platz haben, hat einen Tiefgang von 50 Zentimetern. Die Nieplitz ist an ihrer flachsten Stelle 60 bis 70 Zentimeter tief.

Die Idee, Gondeln als Besucherattraktion zur Laga über die Nieplitz fahren zu lassen, hatte die Landschaftsarchitektin Anja Möller, die das Beelitzer Gartenschaukonzept entwickelt hat. Bleibt noch die Frage zu beantworten, wie sie darauf gekommen ist. Vor knapp zehn Jahren wurde bei Bauarbeiten für den Aussichtsturm am Katzenberg in den Grenzelwiesen ein historischer Lastkahn gefunden, weiß Lähns. Für Anja Möller war es ein Hinweis, was in Beelitz alles möglich ist. Der uralte Kahn ist freilich auch ein Indiz dafür, dass vor ewigen Zeiten schon einmal Bewohner der Nieplitz-Region den Namen des Flusses nicht richtig ernst genommen haben.

Von Jens Steglich

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